Stimme+
Handball
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Geschlossene Mannschaftsleistung beschert dem TSV Weinsberg einen gelungenen Einstand

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Handball-Oberligist startet dank furioser zehn Minuten und einem 30:23-Erfolg bei Aufsteiger VfL Waiblingen mit zwei Punkten in die Viertliga-Saison.

Jan König war gemeinsam mit Torhüter Marc Krammer und Moritz Wahl einer der auffälligsten Akteure beim Weinsberger Auswärtserfolg in Waiblingen. Und das, obwohl er nur knappe 49 Minuten mitspielen durfte.
Jan König war gemeinsam mit Torhüter Marc Krammer und Moritz Wahl einer der auffälligsten Akteure beim Weinsberger Auswärtserfolg in Waiblingen. Und das, obwohl er nur knappe 49 Minuten mitspielen durfte.  Foto: Seidel, Ralf

"Aus-, Aus-, Auswärtssieg!" Fans und Spieler des TSV Weinsberg waren sich in ihrem favorisierten Jubelgesang schnell einig. Während die Sprechchöre bereits in den Schlussminuten von der Tribüne der Waiblinger Rundsporthalle hallten, stimmten die Weinsberger Spieler nach der Schlusssirene alsbald bereitwillig ein.

Denn der 30:23 (16:12)-Auswärtserfolg der Weinsberger bei Aufsteiger VfL Waiblingen gab allen Anlass zum Feiern. Eine ebenso konzentrierte wie abgeklärte Vorstellung brachte den Gästen zwei verdiente Punkte am ersten Spieltag der Baden-Württemberg Oberliga ein.

TSV legt nach einem Vier-Tore-Rückstand den Schalter um

Richtig heiß war von Anfang an Rückraum-Akteur Moritz Wahl, der drei der ersten vier Weinsberger Saisontreffer erzielte und später mit neun Toren bester Werfer seines Teams werden sollte. Der Heilbronner war gerade zu Beginn ständiger Unruheherd in der Offensive. Sein munteres Wechselspiel mit dem defensiv stärkeren Simon Schrempf tat sein Übriges dazu, dass Wahl teilweise großzügige Freiheiten genoss, weil seine Waiblinger Gegenspieler noch Zeit benötigten, um sich zu orientieren. Das einzige Problem von Wahls furiosem Start: Sein dritter Treffer war nach 13 Minuten jener zum 4:7. Denn der TSV war trotz allem etwas zu sorglos mit seinen Würfen umgegangen und lief zunächst einem Vier-Tore-Rückstand hinterher.

"Wir haben ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu finden und sind nicht in die Tiefe vors Tor gekommen", gestand Trainer Oliver Heß eine komplizierte Anfangsphase ein. "Wenn wir aber immer nur sechs oder sieben Minuten nicht so stark und sonst überragend spielen, dann gerne", schob der 34-Jährige mit einem Lachen hinterher.

Krammer hält fast alles, Kreis-Anspiele finden keine Abnehmer mehr

Zwei bis drei spielentscheidende Phasen hatte der Trainer ausgemacht. Die wichtigste davon ereignete sich fraglos von der zwölften bis zur 22. Minute, als der TSV aus einem 3:7-Rückstand eine 11:8-Führung machte, die er danach nicht mehr hergeben sollte. Das lag zum einen an Jan König, der die Deckung der Gastgeber mit einigen Unterarmwürfen zu überraschen wusste, und zum anderen an Schlussmann Marc Krammer, der die Waiblinger Offensive verzweifeln ließ und sich zu einem der spielentscheidenden Akteure aufschwang. Auch die Anspiele an den Kreis, die den Waiblingern in Person von Lukas Baumgarten zu Beginn gute Abschlussgelegenheiten beschert hatten, fanden keine Abnehmer mehr.

"Marc hat heute super gehalten, aber mein Lob geht an die ganze Mannschaft, die unseren Match-Plan genau umgesetzt hat", sagte Oliver Heß. "Dass wir den Gegner dann am Ende bei 23 Toren gehalten haben, ist auch ein wichtiges Zeichen."

Unverständnis über Rote Karte für Jan König

Wäre da nicht die 49. Minute gewesen, hätte es für den TSV ein rundum gelungener Abend sein können. Getrübt wurde er - wenn auch nur leicht - von Jan Königs Roter Karte. Warum der linke Rückraumspieler nach einer Defensivaktion vorzeitig hinausgestellt wurde, wusste niemand so recht. "Er schiebt sich in der Szene in den Gegenspieler. Es ist eigentlich die klassische Zwei-Minuten Strafe", analysierte Heß. "Aber wir konzentrieren uns auf uns selbst. Was die Schiedsrichter machen, können wir ohnehin nicht beeinflussen." Was sie hingegen beeinflussen konnten, das taten sie beim TSV auch, so dass am Ende standesgemäß gefeiert werden durfte.

TSV Weinsberg: Krammer; Brösch - Darancik (1), Schrempf, J. König (5), Reichert (1), S. König (4), Mahl (3/3); Schulze (5), Ströbel (1), Hofacker (1), Pech, Wahl (9).

Erfolgreichster Werfer VfL Waiblingen: Sascha Laurenz (5).

Schiedsrichter: Sascha Oestringer/Arno Kolbach.

Zeitstrafen: 4/4.

Rote Karte: -/J. König (49.).

Siebenmeter: VfL Waiblingen: 5/2, TSV Weinsberg: 3/3.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben