Handball-EM in Herning: DHB-Team vergibt Matchball gegen Dänemark und muss zittern
Handball-EM: Deutschland verliert 26:31 gegen Gastgeber Dänemark. Am Mittwoch reicht gegen Frankreich ein Remis fürs Halbfinale.

Jetzt kommt es zum großen Endspiel ums Halbfinale: Die deutschen Handballer haben bei der Europameisterschaft ihre erste Hauptrunden-Niederlage kassiert. Gegen Goldfavorit und Gastgeber Dänemark verlor die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason am Montag mit 26:31 (12:13) und vergab den ersten Matchball auf den Einzug in die K.o.-Runde.
Doch schon am Mittwoch (18 Uhr/ZDF) bietet sich eine zweite und letzte Möglichkeit. Gegen Titelverteidiger Frankreich reicht der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ein Unentschieden fürs Weiterkommen.
Gislason stellt die deutsche Mannschaft etwas um
Vor 15.000 enthusiastischen Zuschauern im Hexenkessel von Herning verzichtete Bundestrainer Gislason auf seine zwei bislang gesetzten Außenspieler Lukas Mertens und Lukas Zerbe. Das war nicht erwartet worden. Noch überraschender kam allerdings Gislasons Torwart-Entscheidung. Der zuletzt überragende Andreas Wolff blieb bis zur 50. Minute draußen, seinen Posten übernahm David Späth.
Der Schlussmann der Rhein-Neckar Löwen führte sich auch gleich prächtig mit zwei Paraden ein und hatte einen entscheidenden Anteil an der 3:1-Führung (4.) seiner Mannschaft, die gegen den vierfachen Weltmeister mutig und frech auftrat. Pech hatte die DHB-Auswahl, dass sie in den ersten zehn Minuten gleich viermal an Latte oder Pfosten scheiterte.
DHB-Team setzt erfrischende Akzente
Früh drehte bei den Dänen Superstar Mathias Gidsel auf, der bis zum 6:4 (8.) für die Skandinavier schon viermal getroffen hatte. Dennoch gelang es der deutschen Deckung in der ersten Halbzeit sehr gut, das gefürchtete Tempospiel des vierfachen Weltmeisters zu unterbinden. Selbst setzte das DHB-Team immer wieder erfrischende Akzente wie bei Julian Kösters Anschlusstreffer per Kempa-Trick zum 7:8 (16.).
Einzig Juri Knorr fand überhaupt nicht in die Partie. Mit schnellen Abschlüssen versuchte er nach bislang durchwachsener Turnierleistung, sein Glück zu erzwingen. Nach drei Fehlwürfen musste er das Feld verlassen und beim Gang auf die Bank haderte er sichtbar mit seinem Auftritt. Die Dänen zogen aber trotzdem nicht davon, weil Deutschland mit Späth (Fangquote in der ersten Halbzeit von 32 Prozent) einen guten Torwart hatten. Für den Olympia-Zweiten war sogar noch wesentlich mehr drin als der knappe 12:13-Pausenrückstand, doch die Kreisläufer Jannik Kohlbacher und Justus Fischer hatten klare Möglichkeiten vergeben und Nils Lichtlein einen Siebenmeter ausgelassen.
Dänen nutzen Überzahl
Der zweite Durchgang begann mit einer Paraden-Show von Späth. Doch die Deutschen machten daraus nichts, vergaben ebenfalls ihre Möglichkeiten. Dann aber glich Marko Grgic zum 13:13 (35.) aus.
Die Dänen brauchten schon eine Überzahl, um eine zwischenzeitliche neunminütige Torflaute zu beenden, was eindeutig für die deutsche Defensive und den immer stärker werdenden Späth sprach. Aber auch der Olympiasieger stellte eine starke Abwehr. Bis zum 14:15 (38.) blieb das DHB-Team aber dran. Erst als die Dänen in doppelter Überzahl agierten, setzten sie sich auf 17:14 (40.) ab. Die Deutschen gerieten entsprechend unter Druck, fanden aber immer seltener Lösungen im Angriff und der Goldfavorit zog davon.
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