Die perfekte Ausgangslage der Red Devils Heilbronn

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Bundesligist Red Devils Heilbronn jubelt dank eines 15:14-Erfolges auch in Köllerbach und kämpft am Samstag erstmals in der Römerhalle.

Red-Devils-Trainer Adam Juretzko (li.) lobt Abdolmohammad Papi. Das Greco-Ass hat in Köllerbach trotz wenig Schlaf drei Mannschaftspunkte geholt.
Foto: Stefanie Wahl
Red-Devils-Trainer Adam Juretzko (li.) lobt Abdolmohammad Papi. Das Greco-Ass hat in Köllerbach trotz wenig Schlaf drei Mannschaftspunkte geholt. Foto: Stefanie Wahl  Foto: Stefanie Wahl

Sie kennen sich. Sie sind gute Freunde: Peter Öhler und Eduard Popp. Allen voran in den Anfangsjahren ihrer Nationalmannschafts-Zeit haben sie gemeinsam trainiert. Intensive Zeiten, über die Eduard Popp lächelnd sagt: "Da haben wir uns viele Male die Köpfe eingeschlagen." Inzwischen hat der 32-Jährige aus Möckmühl seine internationale Karriere beendet. Sein Kumpel Peter aber hat nach einer langen Leidensgeschichte mit Verletzungen erst vor wenigen Tagen bei den Weltmeisterschaften in Belgrad knapp die Qualifikation für Olympia in Paris verpasst. "Er ist fit und von seiner Denkweise her eine Maschine ", sagt Eduard Popp.

Es ist also eine doppelt knifflige Angelegenheit gewesen, als der Red Devil am Dienstagnachmittag im Bundesliga-Duell beim KSV Köllerbach Peter Öhler wieder auf der Matte gegenüber gestanden hat. Zwei, die sich kennen. In- und auswendig. Jede Aktion noch früher als gewöhnlich antizipieren. Um die Stärken des Anderen ganz genau wissen. Doch Eduard Popp hat seine Aufgabe bravourös gelöst - mit einem 2:0-Punktsieg einen wertvollen Mannschaftszähler gegen die starken Saarländer gesichert, nachdem Julian Laas bis 57 Kilo Freistil zuvor für Ahmet Peker eingesprungen ist, der nicht einreisen durfte.

Abgezockter Eduard Popp

"Eddy hat den Kampf unter Kontrolle gehabt, das ganz clever und abgezockt gemacht", sagt Cheftrainer Adam Juretzko. Der erneut auftrumpfende Radoslaw Baran und der starke Neuzugang Ardit Fazljija gegen Vize-Europameister Denis Demirov haben mit ihren Erfolgen zum 6:6-Halbzeitstand beigetragen. "Leute wie Ardit Fazljija sind für die Bundesliga absolut Gold wert. Konditionell steht er top da", sagt Adam Juretzko und lobt den Griechisch-Römisch-Spezialisten, dessen Stil sehr unangenehm ist. Auch seine Erfahrung ist ein großer Pluspunkt.

Wie schwerwiegend die Ellbogenverletzung von Marius Braun ist, wird sich an diesem Mittwoch entscheiden. Doch Karan Mosebach hat bei seiner Premiere als Braun-Ersatz zwei Mannschaftspunkte abgeliefert und "seine Sache gut gemacht", sagt Adam Juretzko.

Shuttle-Service für die Familie

Drei Punkte steuert auch Abdolmohammad Papi bei - und das, obwohl er zuvor seine Frau und die beiden Kinder noch zum Flughafen gebracht und daher wenig geschlafen hat. Auf der Matte aber ist das Greco-Ass mit seinen Gedanken nicht etwa in die Ferne geschweift, sondern hat konzentriert zwölf Punkte gegen Marc-Antonio von Tugginger gesammelt.

Frühzeitig Feierabend gemacht hat der WM-Dritte Ramazan Ramazanov. Seine technische Überlegenheit hat nicht nur den Bulgaren zufrieden gestimmt. "Er hat auch mich gerettet", sagt Adam Juretzko. Weil die vier Punkte, die der 52-Jährige primär in der Bodenlage abgegeben hat, auf diese Weise nicht mehr ins Gewicht gefallen sind. Der knappe, aber verdiente Erfolg ist den Heilbronnern schon vor dem letzten Duell nicht mehr zu nehmen gewesen.

Spitzenreiter der Staffel West

Gleiches gilt für Andreas Walter. Der Münchner hat mit dem Olympia-Zehnten von Tokio, Vasyl Mykhailov, einen besonders harten und unangenehmen Kontrahenten aus der Ukraine erwischt. "Er ist ihm in eine Beinschraube reingelaufen, da kannst du nichts mehr machen", sagt Adam Juretzko, "aber man kann von dem Jungen ja auch nicht erwarten, dass er den WM-Dritten schlägt." Mit vier Punkten sind die Red Devils Spitzenreiter der Staffel West und haben vor dem ersten Heimkampf am Samstag eine perfekte Ausgangslage.

KSV Köllerbach - Red Devils Heilbronn 14:15 57 kg FS: Alexandru Chirtoaca - Julian Laas 16:0 TÜ; 61 kg Griechisch-Römisch (GR): Denis Demirov - Ardit Fazljija 0:8 PS; 66 kg FS: Valentin Seimetz - Gamzatgadzsi Halidov 3:0 PS; 71 kg GR: Marc-Antonio von Tugginger - Abdolmohamad Papi 1:12 PS; 75 kg FS: Andriy Shyyka - Ramazan Ramazanov 0:15 TÜ; 75 kg GR: Pavel Puklavec - Adam Juretzko 15:0 TÜ; 80 kg FS: Vasyl Mykhailov - Andreas Walter 16:0 TÜ; 86 kg GR: Kevin Gremm - Karan Mosebach 0:3 PS; 98 kg FS: Piotr Ianulov - Radoslaw Baran 1:8 PS; 130 kg GR: Peter Öhler - Eduard Popp 0:2 PS.

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