Deutsche Achse soll gehalten werden
Nach dem Aus gegen Burghausen treiben die Red Devils ihre Kaderplanungen für die Saison 2022/23 voran. Klar ist schon: Cengizhan Erdogan und Daniel Sartakov verlassen die Heilbronner.

Das Minimal-Ziel Halbfinale wurde erreicht. Nach dem Aus gegen Titelverteidiger SV Wacker Burghausen bleibt der Traum von der deutschen Mannschaftsmeisterschaft für die Red Devils Heilbronn aber weiter unerfüllt. Inwieweit sich die Sehnsüchte der Ringer des SV Heilbronn am Leinbach in der nächsten Saison realisieren lassen, ist ungewiss und hängt vom Kader ab, den die Verantwortlichen auf die Beine stellen.
Seit knapp drei Wochen steht zumindest fest, dass Adam Juretzko Patric Nuding als Chefcoach beerbt. Geklärt ist auch die Nachfolge von Geschäftsstellenleiter Andreas Sadri. Der neue Mann in der Schaltzentrale des Heilbronner Bundesligisten heißt Dominik Bauer. Vakant ist noch die Position des Abteilungsleiters, hier soll in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen.
Erleichtert ist Vorstandsmitglied Jens Petzold, dass Nuding im Hintergrund sein Wissen in beratender Funktion weiter einbringt, "soweit er das kann und in seiner Funktion als Bundesstützpunktrainer in Nürnberg auch darf".

Die Red Devils sind mit der Kaderplanung spät dran
In Sachen Kaderplanung ist der Großteil der Konkurrenz schon weiter als die Red Devils Heilbronn. "Wir sind aber früher dran als im vergangenen Jahr", weiß Petzold, dass nun Nägel mit Köpfen gemacht werden müssen.
"Wir wollen unsere deutsche Achse halten und stärken, vielleicht auch einen jungen Ringer mit Perspektive holen", sagt Juretzko, der zusammen mit der sportlichen Leitung am Devils-Team für die Runde 2022/23 bastelt. Eigengewächs Eduard Popp, Abdolmohammad Papi, Georg Harth, Marius Braun und Alexander Grebensikov sind aus dem bestehenden Kader die ersten Ansprechpartner für Vertragsverhandlungen.
"Zudem planen wir fest mit Andre Timofeev, der bereits zugesagt hat und in der Bundesliga voll angreifen will", berichtet Petzold. "Daniel Sartakov hätten wir gerne gehalten. Er wäre auch gerne geblieben, wird uns aber verlassen und sich einem Verein der Bundesliga Ost anschließen. Er wohnt in Berlin, die Fahrten nach Heilbronn sind ihm einfach zu weit." Kein neues Vertragsangebot erhält Cengizhan Erdogan.

Eduard Popp kann im Moment nichts sagen
"Ich will bleiben", gibt Papi ein positives Zeichen in Richtung der Verantwortlichen, während Popp meint: "Es gab wieder Umbrüche im Trainerbereich als auch in der Vorstandschaft. Ich bin aktuell in keinerlei Gespräche involviert, wie es weitergeht und wie die Ausrichtung ist. Deswegen kann ich auch gar nichts sagen."
Auch was die Besetzung der Ausländer-Positionen betrifft, geht die Tendenz in die Richtung, die bewährten Kräfte ebenfalls halten zu wollen. Fest steht jedoch, Cengizhan Erdogan wir kein neues Vertragsangebot erhalten.
Hinsichtlich der Ringer mit Auslands-Status, lassen sich die Verantwortlichen der Heilbronner aber noch Zeit. Und das aus gutem Grund.

Alles hängt von der Entwicklung im Sponsorenbereich ab
Erst muss der Saisonetat in großen Teilen stehen, um dann zu sehen, welches Ass aus dem Ausland man sich leisten kann und welches nicht. "Wir wollen natürlich erneut die Playoffs erreichen, bauen aber keinen großen Druck auf. Alles hängt davon ab, wie sich der Sponsorenbereich entwickelt", macht Petzold deutlich. Es kann bis in den Mai hinein dauern, ehe der endgültige finanzielle Rahmen abgesteckt ist.
Hier ist Dominik Bauer als Leiter der Geschäftsstelle gefragt, der offiziell am 1. April sein Amt antritt, aber schon jetzt in sein neues Arbeitsumfeld hinein schnuppert. "Meine Hauptaufgabe ist die Sponsoren-Akquise und -Betreuung, umfasst aber auch das Marketing, die Finanzen wie auch die Öffentlichkeitsarbeit", spricht Bauer auch davon, im Verein mehr "Professionalität herauszukitzeln".

"Wir wollen versuchen, dass uns Frank Stäbler im Dunstkreis der Red Devils als Ratgeber zur Verfügung steht und den einen oder anderen Sponsorentermin mit wahrnimmt", sagt Petzold.
Dominik Bauer wird neuer Geschäftsstellenleiter
Dominik Bauer ist als Geschäftsstellenleiter nicht nur mit dem Sponsoring beschäftigt. "Er soll unsere Strukturen voranbringen", sagt Jens Petzold. Auch die Ausgliederung der Red Devils aus dem Hauptverein SV Heilbronn am Leinbach in eine GmbH ist wieder ein Thema. Bauer wohnt in Schifferstadt, kommt aber ursprünglich aus dem südhessischen Rimbach und war für den SV Fahrenbach und den KSV Rimbach in der Oberliga als Ringer im Greco-Limit bis 75 Kilogramm aktiv. "In der B-Jugend wurde ich DM-Dritter. Mit 18 wechselte ich für zwei Jahre in die Bundesliga zum RC CWS Düren-Merken", erzählt der 23-Jährige, der danach den Sport aufgrund seines Studiums Business-Management mit Schwerpunkt Sport-Management hinten anstellte. Aktuell arbeitet er an seinem Master im Sales-Management.
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