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Handball

Das Heimspiel-Geheimnis der jungen Weinsberger 

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Männer-Regionalligist TSV Weinsberg hat in einer hitzig geführten Partie eine effektive Antwort auf die robuste Spielweise der erfahrenen SG Weinstadt. Das sagt Trainer Edin Hadzimuhamedovic zum Auftritt des Tabellenfünften.

Jan Pröllochs ist mit sechs Toren einmal mehr einer der erfolgreichsten Weinsberger Schützen gewesen.
Jan Pröllochs ist mit sechs Toren einmal mehr einer der erfolgreichsten Weinsberger Schützen gewesen.  Foto: Ralf Seidel

„Der Chef ist der Strippenzieher“, meint Din Kandic mit einem Schmunzeln im verschwitzten Gesicht: „Der Chef sagt immer, wir sollen ruhig sein und Handball spielen, er macht den Rest.“ Ganz so einfach ist es nicht immer, doch das System an sich hat auch am Samstagabend wieder funktioniert. In einer teils hitzig geführten Partie hat Männer-Regionalligist TSV Weinsberg die SG Weinstadt 32:25 (17:13) geschlagen – und der Chef, Trainer Edin Hadzimuhamedovic, sagt nicht nur ob zehn Siebenmeter allein in der zweiten Hälfte: „Es war ein sehr hartes Spiel mit vielen Zweikämpfen.“

Zehn Siebenmeter allein in der zweiten Halbzeit

Eines, das alle gefordert hat. Besonders in der Startphase, wo sich die jungen Weinsberger noch schwer gegen die äußerst robusten und zugleich erfahrenen Weinstadter getan haben. „In der Mannschaft stecken 15 bis 20 Jahre Drittliga-Erfahrung“, sagt der glänzend aufgelegte Torhüter Stefan Koppmeier, „aber wir haben es mit unseren Stärken gewonnen, uns mit dem Tempo abgesetzt und es hintenraus echt gut stabil gehalten. Die Abwehr war wirklich sehr gut, dadurch hatten wir auch viele einfache Ballgewinne, das ist unsere Qualität.“

Auf diese Weise hat der Tabellenfünfte auch jene Perioden überstanden, als aus dem 4:0 ein 5:4 (9. Minute) und aus einem 10:4 ein 10:7 (19.) geworden ist. „Kämpferisch war das nochmal ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Edin Hadzimuhamedovic und lobt den Rabbatz, den die mehr als 300 Zuschauer, darunter allein 80 in Blau gewandete Jugendspieler, in der Weibertreuhalle gemacht haben.

Mehr als 300 Zuschauer im Hexenkessel Weibertreuhalle

Mehr als 300 Zuschauer sind in die Weibertreuhalle gekommen, darunter 80 Jugendspieler in den Vereinsfarben.
Mehr als 300 Zuschauer sind in die Weibertreuhalle gekommen, darunter 80 Jugendspieler in den Vereinsfarben.  Foto: Ralf Seidel

Eine Kulisse, die Maximilian Zeisler braucht. Der 21-Jährige ist einer, der nicht nur reichlich Emotionen in sich trägt, sondern sie auch regelmäßig mit den Zuschauern teilt. „Sie lieben mich, ich liebe sie“, sagt der Mann, der im Waldenburger Berufskolleg die Doppelqualifikation zum Sport- und Physiotherapeuten anstrebt. Nach jedem seiner Treffer hat der Mann der Gestik – natürlich – zum Adler, seinem Markenzeichen, angesetzt. Denn nicht nur Max Zeiler hat die bittere Hinspiel-Niederlage mit einem Tor Unterschied noch im Hinterkopf gehabt. „Das haben wir wiedergutgemacht“, sagt der sechsfache Torschütze, der aus dem Rems-Murr-Kreis kommt und exakt zwischen Waiblingen und Weinstadt wohnt.

Die Hinspiel-Niederlage noch im Hinterkopf

„Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, meint Din Kandic und verweist auf die zwei Zeitstrafen von Dean Köhler und die Disqualifikation nach der dritten von Tim Titzmann (42.) , die die TSV-Fans mit gellenden Pfiffen quittiert haben. „Dann rotieren wir durch – und es funktioniert trotzdem, weil jeder für den Anderen kämpft. Wir geben halt nie auf und rücken in schlechteren Phasen noch enger zusammen“, meint Din Kandic. Riesenlob vom Trainer

Ein Plus und der Grund, warum Edin Hadzimuhamedovic seinen Jungs ein „Riesenlob“ ausspricht. Und in den hitzigen Situationen ist da auch noch Stefan Koppmeier mit seiner Präsenz. Er sagt: „Junge Spieler brauchen immer wieder jemanden, an dem sie sich orientieren können. Ich bin der Kapitän und älteste Spieler. Sicherheit geben ist noch mehr meine Aufgabe als Bälle halten.“

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