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Adam Juretzko bleibt Cheftrainer der Red Devils Heilbronn

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Der 52-jährige Adam Juretzko führt den Heilbronner Bundesligisten in eine Saison des Umbruchs in der extrem starken Gruppe Süd.

Einer bleibt, einer ist schon weg: Adam Juretzko (li.) bleibt Cheftrainer der Red Devils Heilbronn, Etka Sever hingegen hat die Neckargartacher verlassen und bestreitet zum Ende seiner Karriere nur noch wenige Kämpfe für seinen Heimatclub.
Foto: Ralf Seidel
Einer bleibt, einer ist schon weg: Adam Juretzko (li.) bleibt Cheftrainer der Red Devils Heilbronn, Etka Sever hingegen hat die Neckargartacher verlassen und bestreitet zum Ende seiner Karriere nur noch wenige Kämpfe für seinen Heimatclub. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Aus drei mach zwei oder: Immer mal wieder was Neues. Im jährlichen Rhythmus gibt es bei den Ringern Veränderungen. So auch vor der nächsten Saison der 1. Bundesliga, deren Auftakt für den 14. September geplant ist. Der Verband hat die Beletage nicht mehr in drei Gruppen eingeteilt, sondern nur noch in zwei: Süd und Nord. Für die Red Devils Heilbronn bedeutet das, dass die Fahrten zu den Auswärtskämpfen nicht mehr nach Witten, Neuss oder Köllerbach führen, sondern nach Bayern zum Abonnementmeister SV Wacker Burghausen oder Richtung Bodensee nach Weingarten oder zur KG Baienfurt/Ravensburg.

Reizvolles Derby am Tag der Deutschen Einheit

"Der Süden ist massiv stark", sagt Eduard Popp, der als Geschäftsstellenleiter bei den Red Devils fungiert, aber weiterhin auch auf die Matte gehen wird. Mit dem ASV Schorndorf reist am Tag der Deutschen Einheit ein starker Konkurrent zum reizvollen Derby an. Eine Herausforderung wird aber auch Aufsteiger SV Germania Weingarten. Der Traditionsclub ist wieder erstklassig. Nachdem sich der Verein der konkurrierenden Deutschen Ringer-Liga (DRL) angeschlossen und damit seinen Platz in der Bundesliga verloren hat, ist der SV nach Auflösung der DRL nun auf sportlichem Wege zurückgekehrt. "Es ist seit jeher ein professionell geführter Verein und ein ganz starker Gegner", sagt Eduard Popp.

Olympiasieger geht womöglich für Schorndorf auf die Matte

Einer, der sich obendrein mit japanischen Topathleten verstärkt. Möglich geworden ist dies durch den Wegfall der EU-Regelung. Bisher hat jeder Bundesligist pro Kampf drei Ausländer und nur einen Nicht-Europäer einsetzen dürfen. Von dieser Saison an sind vier Ausländer zugelassen - unabhängig, woher sie stammen. In der Szene heißt es, dass der ASV Schorndorf großes Interesse und Kontakte zu Luis Alberto Orta Sánchez haben soll. Der Griechisch-Römisch-Spezialist ist in Tokio Olympiasieger in der Klasse bis 60 Kilo geworden und im vergangenen Jahr Weltmeister im Limit bis 67 Kilo. "Und das, wo Schorndorf schon vorher einen sehr starken Kader gehabt hat", sagt Eduard Popp.

Ein Jahr zum Luftholen

Wie lautet angesichts der massiven Konkurrenz das Saisonziel der Red Devils? Eduard Popp, selbst Olympia-Achter von Tokio, weiß um die herausfordernde Aufgabe und sagt: "Wir peilen die Playoffs an, doch ob es langt, müssen wir abwarten, weil es nicht wie in den Vorjahren ist. Daher haben wir vor, uns zunächst im Mittelfeld zu etablieren und werden aufpassen, dass wir nicht hinten mitspielen müssen."

Denn die Red Devils stecken in einem Jahr des Umbruchs. Es gilt, organisatorisch einige Dinge in die richtigen Bahnen zu bringen, ehe sportlich der Blick ganz nach oben gerichtet wird. Umso wichtiger ist in dieser Situation, dass dem Verein mit Cheftrainer Adam Juretzko eine wichtige Säule erhalten bleibt. Seit der 52-Jährige zu den Roten Teufeln gehört, ist seine Vision mit den Heilbronnern Mannschaftsmeister zu werden. Doch der ehemalige Weltklasseringer weiß um die derzeitigen Prioritäten im Club und akzeptiert, dass erstmals Luftholen das aktuelle Motto ist. "Adam ist eine absolute Persönlichkeit, eine Ringer-Ikone und ein wichtiger Charakter", sagt Eduard Popp über den EM-Dritten von 2005.

Martin Otto ersetzt Etka Sever

Einige Athleten haben die Red Devils verlassen, darunter auch Andreas Walter und Etka Sever, der seine Bundesliga-Karriere beendet hat und einzig für seinen Heimatverein Schifferstadt noch einige wenige Kämpfe bestreiten wird. Auch, weil er das bisherige hohe Trainingspensum nicht mehr leisten kann. Bis 98 Kilo griechisch-römisch wird für ihn künftig Martin Otto auf die Matte gehen. Er hat bereits in Witten wie zuletzt in Aachen-Walheim gerungen - und bei seinem letzten Aufeinandertreffen mit den Red Devils gegen Bogdan Eismont vier Mannschaftspunkte geholt. "Er gibt immer alles und ist sehr zuverlässig", sagt Eduard Popp über den Mann, der von Beruf Physiotherapeut ist und gegen den er selbst einst in der Jugend gerungen hat.


Im Süden, nicht mehr im Westen

Süd und Nord statt Ost und West: Der Deutsche Ringer-Bund (DRB) hat die Gruppeneinteilung der 1. Bundesliga erneut geändert. Zur Süd-Gruppe gehören neben den Red Devils Heilbronn, Serien-Mannschaftsmeister SV Wacker Burghausen, Aufsteiger SV Germania Weingarten, der ASV Urloffen als einziger Gegner aus der vergangenen Saison, die KG Baienfurt/Ravensburg, ASV Schorndorf und der AC Lichtenfels. Der Nord-Gruppe wurden zugewiesen: SC Kleinostheim, KSC Hösbach, KSV Köllerbach, ASV Mainz 88, KSV Witten und der KSK Konkordia Neuss.

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