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Ein einsamer Triathlonsieger in Waldenburg

Raphael Junghans gewinnt den 31. Förch Triathlon in Waldenburg mit drei Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz. Lokalmatadorin Irina Benner ist die schnellste Frau im Ziel.

Stephan Sonntag
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Lesezeit 2 Min
Triathlon in Waldenburg
Raphael Junghans lief ein einsames Rennen an der Spitze.  Foto: Ralf Seidel

Raphael Junghans war einfach zu schnell. Als der 23-Jährige nach 59:06 Minuten über die Ziellinie lief, waren dort kaum Zuschauer. Kein Wunder: Früh hatte sich der Pfedelbacher an die Spitze des Feldes gesetzt und einen einsamen Wettkampf bestritten. "Mein Plan ist voll aufgegangen. Solides Schwimmen, hartes Radfahren und entspanntes Laufen", sagte Junghans hinterher, während er gemeinsam mit seinem Vater das Rad ins Auto verlud.

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Der Sieger hätte sich mehr Konkurrenz gewünscht

Der 31. Förch Triathlon war für den Wahl-Nürnberger nur ein Vorbereitungswettkampf für die Mitteldistanz am kommenden Sonntag in Erlangen. Mit seinem Verein TSG 08 Roth möchte der Mechatronik-Student zudem am Ende der Saison in die 1. Triathlon-Bundesliga aufsteigen Daher wäre er beim Heim-Triathlon gerne noch mehr gefordert worden. "Ein bisschen starke Konkurrenz wäre schon schön gewesen. Mit zwei, drei Minuten Vorsprung im Rücken haust du eben nicht alles raus. Es hat trotzdem Spaß gemacht. Waldenburg ist immer schön", sagte Junghans. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Thomas Müller (1:02:01 Stunden) und Florian Dinse (1:02:17). Der ersten Sieg in Waldenburg war dennoch etwas Besonderes für Junghans: "Wenn es nächstes Jahr wieder passt, würde ich meinen Titel gerne verteidigen."

Richliks Oberschenkel hält trotz Sturz

Ein einsamer Triathlonsieger in Waldenburg
Die Siegerin Irina Benner (re.) wird im Ziel von ihrem "Chef" Uwe Richlik beglückwünscht. Der Neuensteiner gewann wie erwartet die Altersklasse 55. Fotos: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Das dürfte sich auch Irina Benner vornehmen. Die Lokalmatadorin entschied in 1:09:52 Stunden die Frauen-Konkurrenz für sich. Es war der zweite Erfolg für die Neuensteinerin nach 2014. "Ich bin sehr zufrieden, der Wettkampf lief sehr gut", sagte Benner im Ziel. Wobei ihr "Chef" gleich widersprach: "Das Schwimmen war nichts." Der "Chef" war niemand geringeres als Ironman Uwe Richlik. Der war im Endeffekt froh, dass ihn seine Trainingskollegin auf der Strecke nicht noch eingeholt hatte. "Dann wären wir gemeinsam ins Ziel gelaufen", war der Altersklassensieger 55 nach seinem insgesamt 28. Waldenburger Triathlon in 1:08:19 Stunden überzeugt. Damit liegt der 55-Jährige inzwischen fast gleichauf mit Rekord-Teilnehmer Ernst Dieter Schmidt.

Dabei war Richliks Start durchaus ungewiss. Eine Entzündung im Oberschenkel machte dem Neuensteiner zu schaffen. "Dann stand aber in der Zeitung, dass ich als Favorit in meiner Altersklasse an den Start gehe. Da musste ich ja die Zähne zusammenbeißen", schmunzelte Richlik. Ein Sturz auf der Laufstrecke kam noch obendrauf. Doch das war im Ziel alles vergessen: "Waldenburg ist mir eben wohlgesonnen. Das ist mein Wettkampf."

Triathlon in Waldenburg | Waldenburg | 17.07.2022 | 26 Bilder | Fotograf: Ralf Seidel

Rückkehrer Wiedemann gewinnt die AK 45

Am 31. Juli will das Duo Richlik/Benner beim Ironman 70.3 in Dresden starten. Bis dahin sollte Richliks Oberschenkel geheilt sein. Besonders für den abschließenden Halbmarathon. "Schwimmen geht irgendwie, Radfahren sowieso und Laufen wird bis dahin auch wieder klappen", gab sich Richlik optimistisch. Zur ersten Regenerationeinheit mit Blick auf das große Rennen in der sächsischen Landeshauptstadt und natürlich als Belohnung für den Doppelerfolg in der Heimat hatte Benner einen klaren Wunsch: "Pommes."

Eine triumphale Rückkehr wurde der 31. Waldenburger Triathlon für Markus Wiedemann. Nachdem der Ingelfinger 2019 verletzungsbedingt absagen musste, gewann der 49-Jährige die AK 45 in 1:06:02 Stunden und war zudem der schnellste Schwimmer.

Ein rundherum positives Fazit zog am Sonntagabend auch Organisatorin Karin Bach: "Ein Staffelstarter hat sich bei einem Sturz an der Schulter verletzt. Abgesehen davon hat alles gepasst." Die 32. Auflage der Traditionsveranstaltung darf also kommen.

Verhängnisvoller Neoprenanzug

Stolz war Dieter Franz, als er nach 2:12:02 Stunden im Ziel war. "Ich wollte schon beim Schwimmen aufgeben", verriet der 81-Jährige. Sein Problem: Er hatte seinen mehr als 20 Jahre alten Neoprenanzug getragen. "Der hat mich im Wasser nach unten gezogen wie ein Ziegelstein. Es war echt schlimm, ich bin eigentlich ein sehr guter Schwimmer." Doch der Untersteinheimer biss sich durch und erreichte das Ziel. Die anschließende Massage hatte er sich redlich verdient. 

Alle Ergebnisse unter https://my.raceresult.com/211971/results

 

 
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