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Red Devils Heilbronn: Mainz-Niederlage vor Köllerbach-Duell noch im Kopf

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Die Red Devils Heilbronn empfangen am Samstag Köllerbach in der Römerhalle. Hat der Ringer-Bundesligist die Niederlage gegen Mainz schon verkraftet?

Die seelischen Schmerzen über eine völlig unnötige Niederlage gegen den deutschen Meister ASV Mainz klingen ab, trotz des Verlustes der Tabellenführung in der Bundesliga West. Der Grund: Die sportlichen Auswirkungen für die Red Devils Heilbronn, sollte die Hauptrunde nicht als Erster beendet werden, schlagen sich nicht so gravierend nieder wie vor Saisonbeginn befürchtet. Und so blicken die Roten Teufel dem dritten Heimkampf in Folge entspannt entgegen. Am Samstag (19.30 Uhr) ist der Tabellendritte KSV Köllerbach zu Gast in der Neckargartacher Römerhalle.

"Vom Papier und aufgrund der Leistungen der Hinrunde hätten wir gegen Mainz gewinnen müssen", spricht auch Greco-Schwergewichtler Eduard Popp von einer vermeidbaren Pleite gegen den neuen Spitzenreiter. Die Chancen, Platz eins zurückzuerobern, sind eher gering. "Da müssen wir auf Köllerbach hoffen, beziehungsweise, dass Mainz dort im vorletzten Kampf verliert. Aber erstmal müssen wir jetzt alle restlichen fünf Kämpfe gewinnen."

Red Devils Heilbronn: Genauer Tabellenplatz "interessiert niemand mehr"

Zum Ende der Hauptrunde sind diesmal nur die Tabellenersten der Bundesligen Ost und West gesetzt und können im Viertelfinale nicht gegeneinander gelost werden. Doch beim Blick auf beide Gruppenkonstellationen ist es nahezu egal, ob man im Viertelfinale gegen einen West- oder auf einen der auf Augenhöhe ringenden Ost-Vertreter Wacker Burghausen, Kleinostheim oder Schorndorf antreten muss. "Gefühlt ist es gar nicht mehr so wichtig, wer auf Platz eins steht", sagt Popp. "Und, ob du jetzt Zweiter, Dritter oder Vierter bist, das interessiert niemand mehr", sagt Popp. Lediglich der mögliche Viertplatzierte jeder Gruppe sollte ein Weiterkommen garantieren.

Diese Gemengelage kann bis zum Ende der Hauptrunde für unerwartete Ergebnisse sorgen. Trainer könnten in dem ein oder anderen Kampf nicht mehr ihre beste Mannschaft stellen, um Athleten zu schonen, damit in den Playoffs mit dem stärksten Aufgebot und in fittem Zustand auf die Matte gegangen werden kann. "Da kommt es jetzt auf die Cleverness an, das System, das der Deutsche Ringerbund aufgebaut hat, für sich zu nutzen", mutmaßt Popp, dass noch mehr taktiert werde. Vieles bleibt von jetzt an Spekulation.

Red Devils Heilbronn: Am Ende fehlten nach dem Gewichtmachen die Körner

"Das Gewichtmachen einiger Jungs hat nicht so gut funktioniert", nennt Popp als Grund für die zurückliegend erste Saisonpleite. Dovudzhan Toshev (57 kg GR), Ramazan Ramazanov (71 kg GR) und Karan Mosebach (75 kg GR) hatten zuvor etliche Pfunde abgekocht, um in der jeweiligen Gewichtsklasse antreten zu können. "Da haben dann hintenraus die Körner gefehlt." Mosebach gab in der Schlussphase eine 6:2-Führung zum 6:9 aus der Hand. "Die ersten drei, vier Minuten kann man das noch herunter ringen", erzählt Popp. Das Gewichtmachen und zudem das kurzfristige Entwässern sorge dafür, dass Kopf und Körper gegen Kampfende "nicht mehr so funktionieren, man verkrampft und ist nicht mehr Herr der Lage".

Eduard Popp stellte sich gegen Mainz in den Dienst der Mannschaft, ging im ungewohnten 130-Kilo Freistil auf die Matte und hielt seine erwartete Niederlage in Grenzen. Das Heilbronner Eigengewächs ist seit dieser Saison nicht nur Ringer, sondern auch Teilzeit-Beschäftigter auf der Geschäftsstelle des Bundesligisten.

Red Devil Popp ist mit seinem Freistil-Auftritt zufrieden

Und was sagt der Funktionär Popp über den Freistilringer Popp nach dem 1:4 gegen Georg Meshvildishvili? "Mit der Leistung, die Popp gegen einen absoluten internationalen Topmann und EM-Dritten gezeigt hat", ist der Funktionär zufrieden, da "alle einen Überlegenheitssieg des Mainzer Ringers erwartet hatten". Doch statt vier Mannschaftspunkten überließ der Schwergewichtler dem Gegner beim 1:4 nur deren zwei.

"Ich denke nicht, dass ich das auf Dauer machen kann", sagt Popp über seinen stilartfremden Einsatz. "So ein Freistilkampf kostet mich deutlich mehr Substanz sowie Regenerationszeit, als ein gewohnter Kampf im Griechisch-Römisch, weil da andere Bewegungen passieren. Mir tut diese Woche auch tatsächlich alles weh." Doch bis zum Samstag werden diese Schmerzen verschwunden sein, so wie auch die Verkrampfungen bei seinen Teamkollegen.

Ärgerliche Terminplanung und zu wenige Zuschauer bei Red Devils Heilbronn

Die Terminplan-Gestaltung der aktuellen Bundesliga-Saison ist, zumindest was die Red Devils Heilbronn betrifft, ein Ärgernis. In der Hinrunde waren die Heilbronner viermal auswärts gefordert, hatten aber nur zwei Heimkämpfe. In der Rückrunde ist es nun umkehrt. Bedingt durch die unglückliche Konstellation mit einem Heimauftritt zum Hinrunden-Ende und zwei weiteren anfangs der Rückrunde, stehen die Red Devils am Samstag gegen Köllerbach vor ihrem dritten Kampf in der Neckargartacher Römerhalle in Folge. Das wirkt sich keinesfalls positiv auf die Zuschauerzahlen aus, die eh schon hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Alle Ringerfans an drei Samstagabenden hintereinander in die Halle zu locken, das funktioniert nur bei den treuesten Anhängern. Im gewohnten Heim-Auswärts-Heim-Rhythmus finden in Summe mehr Zuschauer den Weg zu den Red Devils. "Das ist so", bestätigt Nico Nersinger, der zusammen mit Eduard Popp die Geschäftsstelle des Bundesligisten leitet. "Drei Mal in Folge, das ist für viele Fans ermüdend, verteilt ist immer schöner." Insgesamt haben nicht ganz 1000 Zuschauer die drei bisherigen Heimkampfabende besucht. "Das sind nicht die Zahlen, die wir uns erträumt haben", sagt Nersinger. tok

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