Zu 80 Prozent landen die Falken in den Playdowns
Statistisch betrachtet ist Platz zehn für die Heilbronner in dieser Saison unwahrscheinlich. Dieses Wochenende stehen zwei Aufgaben gegen Topteams an.

Die Zeit der Neujahrsorakel ist ja eigentlich vorbei, das rätselhafte Resultat des Bleigießens am Silvesterabend ist vermutlich bereits im Mülleimer gelandet. Vielleicht lohnt es sich dennoch, einen prophetischen Blick auf die nahe Zukunft der Heilbronner Falken zu werfen.
Das Saisonziel war ja vom neuen Cheftrainer Martin Jiranek zum Jahreswechsel von Platz sechs auf Platz zehn nach unten korrigiert worden. Angesichts des zementierten Platzes im DEL2-Tabellenkeller eine überfällige Anpassung. Daran änderte auch der alles in allem wenig überzeugende 6:3-Sieg am Dienstagabend gegen Schlusslicht Bayreuth nichts. Nach wie vor sind die Unterländer Vorletzter.
Auf die Falken warten Krefeld und Ravensburg
Die Falken müssen den Mini-Aufwärtstrend mit fünf Punkten aus den vergangenen zwei Spielen nun gegen zwei Teams aus der oberen Tabellenhälfte verstetigen. Am Freitag (19.30 Uhr) ist der Tabellensechste Krefeld zu Gast im Eisstadion am Europaplatz. Am Sonntag (18.30 Uhr) fahren die Heilbronner zum Tabellenfünften nach Ravensburg.
Nur zwei Mal in den vergangenen zehn Jahren hat es der zum Jahreswechsel Tabellenvorletzte noch geschafft, die Abstiegsrunde zu vermeiden. Was den Falken Hoffnung geben dürfte: eines der zwei Teams waren sie selbst. In der Saison 20/21 war es unter Interimstrainer Bill Stewart trotz - oder wegen - der Corona-Kapriolen doch noch gelungen, Platz acht und damit das Playoff-Viertelfinale zu erreichen.
In acht von zehn Spielzeiten landete der Vorletzte zielsicher in der Abstiegsrunde
Dort war dann mit einer Rumpftruppe Endstation gegen die Kassel Huskies. In der vergangenen Saison schaffte es der EV Landshut von Platz 13 zum Jahreswechsel als Zehnter noch in die Pre-Playoffs. Dort scheiterten die Bayern ausgerechnet an den Falken. In den acht Spielzeiten zuvor landete der Vorletzte aber zielsicher in der Abstiegsrunde.
Worauf es im Saison-Endspurt ankommt, verdeutlichte Jiranek am Dienstagabend. Sein zentraler Punkt: Zweikämpfe gewinnen. "Es ist völlig egal, was ich auf die Taktiktafel male. Wenn wir keine Zweikämpfe gewinnen, dann gewinnen wir auch keine Spiele." Erst im Schlussdrittel schafften es die Falken gegen die dezimierten Bayreuther, sich ein Übergewicht in den Eins-gegen-Eins-Situationen zu verschaffen und dadurch die Partie zu ihren Gunsten zu drehen.
Jiranek sieht offenbar konditionellen Nachholbedarf
Als Voraussetzung dafür nannte Jiranek das Stichwort "Fitness". In dieser Hinsicht umschiffte der erfahrene Coach einen expliziten Vorwurf an seinen Vorgänger Jason Morgan, sieht aber offensichtlich konditionellen Nachholbedarf.
Die Erwartungshaltung an seine jungen Spieler formulierte der 53-Jährige in drei Worten: "Kämpfen, kämpfen, kämpfen." Vollen Einsatz erwartet Jiranek auch von seinen erfahrenen Akteuren, allerdings zusätzlich, dass sie "klug mit Gehirn" spielen sollen. Auf mentaler Ebene sieht er eine weitere Baustelle: "Wir müssen denken - ja. Aber auch nicht zu viel."
Der Trainer attestiert seinem Team die richtige Einstellung
In den ersten zwei Dritteln gegen Bayreuth stand den Spielern seiner Meinung der Kopf im Weg, um die Beine zum Laufen und die Körper zum Kämpfen zu bewegen. "Es liegt nicht am Wollen. Die Jungs wollen alle", bescheinigte Jiranek seinem Team zumindest die richtige Einstellung.
Mit der haben die Falken nicht nur in der Saison 20/21 das Ruder noch herumgerissen. Auch in der vergangenen Spielzeit legten die Heilbronner den Grundstein für das beste Abschneiden seit 14 Jahren erst mit einer neun Spiele umfassenden Siegesserie im Februar. Die nahe Zukunft muss also nicht düster sein.


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