Wankelmütige Falken
Konstant sind bei den Heilbronner Falken lediglich die eklatanten Formschwankungen. Ohne Trendwende bleibt Trainer Jason Morgan angezählt. Eine Analyse.

Das vergangene Wochenende stand sinnbildlich für den Saisonverlauf der Heilbronner Falken. Auf den desaströsen Heimauftritt gegen Ravensburg folgte ein starkes Spiel in Krefeld. Ersteres endete mit einer verdienten Niederlage, Letzteres mit einem Erfolg in Overtime. Unterm Strich waren das zwei Punkte - wieder zu wenig für die anvisierte Aufholjagd in Richtung Playoffplätze.
Die nächsten Chancen: am Freitag (19.30 Uhr) in Freiburg, am Sonntag (18.30 Uhr) daheim gegen Selb. Die Fans fordern gegen diese Teams endlich das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison. Klar ist, geht die Wankelmütigkeit der Falken weiter, dann wackelt auch weiterhin der Trainerstuhl von Jason Morgan. Bei der 2:3-Niederlage gegen Ravensburg waren wieder "Morgan raus"-Rufe zu vernehmen.
Um aus dem Tabellenkeller zu kommen, braucht es mal drei, vier Siege
Nach der Deutschland-Cup-Pause haben sich die Falken etwas stabilisiert, in der Tabelle der DEL 2 treten sie aber weiterhin auf der Stelle. Um aus dem Tabellenkeller hinauszukommen, braucht es mal drei, vier erfolgreiche Spiele in Serie. Das höchste der Gefühle waren bisher zwei Siege in Folge - am 8. und 9. Spieltag.
Ansonsten prägen zwei lange, äußerst schwache Phasen den bisherigen Saisonverlauf. Natürlich die Minusrekord-Serie von sieben Pleiten zum Auftakt. Und eine wenig beachtete zweite Negativserie vom 10. bis 17. Spieltag. Aus den sieben Partien wurden auch nur vier von möglichen 21 Punkten geholt. Seitdem ist ein gewisser Aufwärtstrend erkennbar, der mit 1,6 Punkten im Schnitt aber noch zu mager ausfällt, um im Klassement nach oben zu marschieren.
Sieben Mal sind die Falken schon in die Overtime gegangen, daraus resultieren viele Punktverluste
Eine weitere Auffälligkeit: Die Falken haben erst vier Mal in dieser Saison volle drei Punkte eingefahren. Dafür sind sie aber so oft wie kein anderes Team in der Liga in die Overtime gegangen, nämlich sieben Mal, in nahezu jedem dritten Spiel. Daraus resultieren viele Punktverluste, die den zwölften Tabellenplatz nach 22 Spielen erklären. Dazu kommen unerklärlich schwache Auftritte wie am vergangenen Freitag zu Hause gegen Ravensburg. Spielen die Falken dagegen mal gut, kommen zumeist jedoch nur zwei Punkte aufs Konto - wie am Sonntag in Krefeld.
Oder wie im ersten Aufeinandertreffen mit dem nächsten Gegner aus Freiburg. Mit 5:1 hatte Heilbronn Mitte Oktober nach zwei Dritteln geführt, 5:5 hieß es nach 60 Minuten. Im Penaltyschießen sprang lediglich noch der Zusatzpunkt heraus. Die Breisgauer waren bereits am Dienstag im Einsatz, unterlagen in Krefeld mit 0:5. Als Tabellensiebter bewegen sich die Wölfe aber genau in den Tabellenregionen, in denen sich auch die Falken sehen.
Sonntag-Gegner Selb ist die Mannschaft der Stunde
Mit den Selber Wölfen wartet am Sonntag das Team der Stunde. Vor gut zwei Wochen hatten die Falken dort mit 6:1 gewonnen. Seitdem haben die Oberfranken vier Siege in Folge gefeiert, die Heilbronner in der Tabelle wieder überholt und den Anschluss an Platz zehn hergestellt. Vielleicht schaffen die Falken ja eine ähnliche Serie. Möglichst ohne erst einmal gegen Selb baden zu gehen.
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