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Eishockey-Oberliga

Heilbronner Falken: Alec Zawatsky wird vom Tryout-Spieler zum Vier-Tore-Stürmer

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Alec Zawatsky hat die Falken-Verantwortlichen  während seines Probevertrags überzeugt und zahlt das Vertrauen mit Leistung zurück. Am Wochenende muss Heilbronn zunächst in Passau und dann gegen Lindau ran.

Von unserem Redakteur Michael Nachreiner
Alec Zawatsky (links) hat die Falken-Verantwortlichen während seines Tryout-Vertrags überzeugt und zahlt das Vertrauen nun mit Leistung zurück. Und der 24-jährige Deutsch-Kanadier hat noch viel vor.
Foto: Mario Berger
Alec Zawatsky (links) hat die Falken-Verantwortlichen während seines Tryout-Vertrags überzeugt und zahlt das Vertrauen nun mit Leistung zurück. Und der 24-jährige Deutsch-Kanadier hat noch viel vor. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Alec Zawatsky war so etwas wie der Mann des vergangenen Wochenendes bei den Heilbronner Falken. Bei den Bayreuth Tigers trug er am Freitag vier Treffer zum 8:5-Oberligasieg bei – und verdoppelte dadurch sein Punktekonto beinahe. Mit nun neun Zählern im Scorer-Ranking (sechs Tore/drei Assists) belegt er teamintern den vierten Platz. „Man freut sich immer, wenn so etwas passiert“, erklärt der 24-Jährige. „Ich hoffe, dass ich solche Leistungen regelmäßig die ganze Saison lang abrufen kann.“

Am besten schon bei den Passau Black Hawks an diesem Freitag (19.30 Uhr) und gegen die EV Lindau Islanders am Sonntag (17 Uhr) in der Eishalle am Europaplatz. Denn dem ersten Sechs-Punkte-Wochenende wollen Zawatsky und die Falken am liebsten die nächste volle Ausbeute folgen lassen. Und der Deutsch-Kanadier hätte nichts dagegen, wenn er wieder so zuschlagen würde.

Zawatsky ist überzeugt: Die harte Arbeit im Sommer zahlt sich nun aus

„Natürlich war bei den vier Toren in Bayreuth auch ein bisschen Glück dabei. Aber es ist auch ein Zeichen für mich, dass sich die harte Arbeit auszahlt, die ich im Sommer investiert habe.“ Nach Ende der vergangenen Saison beim Heilbronner Ligakonkurrenten SC Riessersee arbeitete Zawatsky in seiner kanadischen Heimat in der Provinz Saskatchewan an seinen Skills auf dem Eis und seiner Fitness. „Es findet sich immer eine Truppe von Profis aus der nordamerikanischen Profiliga NHL und aus Europa in Saskatoon bei Jordan Trach zusammen. Dort waren wir dreimal in der Woche zum Powerskating auf dem Eis und jeden Tag im Kraftraum“, berichtet Zawatsky.

Nach dem Sommer ging es zurück nach Deutschland. „Ich liebe das Land. Ich wurde in Landshut geboren, dort hat mein Vater Eishockey gespielt“, erzählt der Stürmer, der mit zwei Jahren nach Kanada zog, dort aufwuchs und auch das Eishockey-Einmaleins erlernte. Seine letzte Station dort: die University of Saskatoon, wo er von Mike Babcock trainiert wurde, der die Detroit Red Wings zum Stanley-Cup-Sieg (2008) sowie Kanada zum WM-Titel (2004) und zum Olympiasieg (2010 und 2014) coachte.

Allerdings zockte Zawatsky etwas, hoffte auf Angebote aus der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2). „Ich will auf dem höchsten Niveau spielen, das möglich ist. Riessersee war aber vielleicht nicht das beste Umfeld, um zu zeigen, was ich drauf habe“, sagt der 24-Jährige.

Der Deutsch-Kanadier ist ein Zockertyp

Beweisen musste er sich auch erst einmal bei den Falken. Zawatsky erhielt zunächst nur einen Tryout-Vertrag. „Ich habe etwas gezockt – so bin ich auch als Spieler“, erklärt der 24-Jährige. Unter Druck gesetzt hat ihn das aber kaum. „Ich hatte immer Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten. Und letztlich habe ich auch in Heilbronn gezeigt, dass ich hart arbeite und abliefere“, sagt der Deutsch-Kanadier.

Und was gefällt ihm an den Falken? „Mit Freddy Cabana, Corey Mapes und Robin Just hat man tolle Anführer in der Mannschaft. Außerdem ist das Trainerteam super. Das ist für junge Spieler interessant, deren Entwicklung noch nicht zu Ende ist“, erklärt er. „Und Heilbronn hat Ambitionen aufzusteigen.“

Das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison war schon mal ein guter Anfang auf dem Weg nach ganz oben. „Es ist noch früh in der Saison, aber großartig, die volle Ausbeute zu holen“, erklärt Zawatsky. Wenn es nach dem 24-Jährigen geht, folgen die nächsten sechs Zähler direkt an diesem Wochenende in Passau und gegen Lindau. „Es werden harte Spiele“, sagt der Deutsch-Kanadier. Vor allem vor dem Trip nach Passau hat er Respekt. „Das ist die längste Auswärtsfahrt in dieser Saison. Eine Busfahrt von rund fünf Stunden zehrt den Körper aus. Deshalb müssen wir Sorge tragen, dass wir uns gut ernähren, genügend trinken und uns richtig gut warmmachen“, berichtet Zawatsky.

Auf die Derbys gegen die Bietigheim Steelers freut sich der 24-Jährige schon

Die Vorbereitung auf das Spiel am Sonntag gegen Lindau beginnt dann erst nach der Schlusssirene in Passau. „Wir wollen nie zu weit in die Zukunft schauen. Die Konzentration liegt voll auf der Schlacht, die als nächstes ansteht“, erklärt er.

Ein Blick in die Zukunft kann er sich jedoch nicht verkneifen. Auf die Derbys gegen Bietigheim – das erste findet am 25. Oktober auswärts statt – freut er sich schon riesig. „Ich habe bereits viel über die Rivalität gehört“, sagt der 24-Jährige. „Wenn ich an meine Zeit in Riessersee zurückdenke, dann waren die Duelle mit Bad Tölz immer ausverkauft.“

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