Nur der Rauchmelder macht Alarm
Die Heilbronner Falken verlieren ihr Heimspiel gegen die Löwen Frankfurt völlig verdient mit 1:3. Einziger Aufreger des Abends: ein Feueralarm im Eisstadion, das vorübergehend geräumt werden musste.

Die Heilbronner Falken scheinen in dieser Saison nichts auszulassen: Ein Feueralarm hat das Heimspiel gegen Frankfurt am Samstagabend noch vor der ersten Drittelpause unterbrochen.
Ein Ofen war heiß gelaufen, woraufhin der Rauchmelder anschlug. Das Stadion musste evakuiert werden, die Feuerwehr rückte an. Am Ende viel Rauch um nichts. Nach kurzer Unterbrechung konnte weitergespielt werden. Die Falken kamen danach aber nicht mehr auf Betriebstemperatur, standen gegen den Favoriten auf verlorenem Posten. Heilbronn kassierte beim 1:3 (1:1, 0:2, 0:0) am Ende die sechste Pleite im achten Spiel und bleibt mit fünf Punkten im Tabellenkeller der DEL 2 stecken.
Aus dem Kader gestrichen
Obwohl seine Mannschaft ohnehin stark ersatzgeschwächt war, verzichtete Trainer Michel Zeiter auf Tim Miller. Aus disziplinarischen Gründen. Das Verhalten des Stürmers nach dem Ende des Spiels in Bad Tölz am Dienstag, als dieser sich wegen unerlässlichen Meckerns erst eine zehnminütige Disziplinarstrafe und noch eine Spieldauerstrafe einfing, ging dem Trainer derart gegen den Strich, dass er Miller für das Spiel gegen Frankfurt kurzerhand aus dem Kader strich.
Um aber wenigstens auf neun Stürmer und damit drei komplette Reihen zu kommen, rückte Jan Pavlu vor in die Reihe mit Michael Knaub, der am Dienstag einen Puck ins Gesicht bekommen hatte und operiert werden musste. In der Abwehr war Brock Maschmeyer zurück, neben ihm spielte Arkadiusz Dziambor, eines von drei Talenten der Jungadler.
Die Gäste hatten eine Angriffsreihe mehr zur Verfügung, was sich aber zu Beginn nicht groß bemerkbar machte. Es waren vielmehr die Falken, die die ersten guten Szenen hatten. Neuzugang Aron Reisz gab den ersten Warnschuss ab (1.), Jungadler Simon Thiel verpasste aus spitzem Winkel (2.) und Bryce Gervais (3.) fehlte das Glück.
Aufstiegsaspirant?
Ein guter Anfang war das allemal für die aus der Not wieder defensiv agierenden Gastgeber. Frankfurt, das vor einer Woche den Trainer entlassen hatte, wirkte zunächst nicht wie ein Aufstiegsaspirant. Gut für die Falken, die das in Überzahl ausnutzten: Zwar war das Powerplay in ungewohnter Formation wahrlich keine Augenweide. Mit Ablauf der Strafe gegen die Gäste aber fasste sich Kevin Maginot ein Herz und marschierte geschmeidig durch die Defensivreihe und schob auch noch zum 1:0 ein (8.). Feine Einzelleistung. Der Assist ging an Falken-Keeper Matthias Nemec.
Das wurmte die Gäste, die nach dem Powerbreak die Schlagzahl erhöhten und die Falken in deren Zone regelrecht einschnürten. Der Druck wuchs stetig, es brannte lichterloh vor dem Nemec-Kasten. Doch erst in der 15. Minute war der Bann gebrochen: Als die Falken aufgerückt waren und die Scheibe verloren, traf Marius Erk zum 1:1. Höchst verdient.
Rauchmelder meldet Alarm
Und Frankfurt wollte mehr – wurde aber von einem schrillen Ton ausgebremst. Eineinhalb Minuten vor der Pausensirene ging der Feueralarm los, das Stadion musste geräumt werden, die Feuerwehr rückte an.
Die Ursache war bald gefunden: Ein Konvektomat, ein Heißluftofen, in einer der Küchen war heiß gelaufen, der Rauchmelder schlug an. „Wir nehmen diese Saison alles mit“, sagte der leidgeprüfte Falken-Manager Stefan Rapp.
Frankfurt bleibt dominantes Team
Nach etwa zwanzig Minuten gaben die Einsatzkräfte das Stadion wieder frei, die knapp eineinhalb Minuten aus dem ersten Drittel wurden nach der Pause nachgeholt. Aber besser wurde es für die Falken nicht: Frankfurt blieb das dominante Team, traf folgerichtig zur Führung: Schnell durch die Mitte gespielt, erzielte Alexey Dmitriev das 2:1.
Die Löwen waren in der Folge noch lange nicht satt, kreisten ihre Beute ein, griffen immer wieder an. Die Falken standen unter Dauerstress, schon zu diesem Zeitpunkt war absehbar, dass der Abend für die Unterländer kein gutes Ende nehmen würde. Zeiter nahm eine Auszeit, danach wurde es etwas besser.
Mit dem einzigen Schuss ihres zweiten Powerplays trafen die Falken auch tatsächlich zum 2:2 – doch die Schiedsrichter gaben den Treffer nach Videobeweis nicht. Sie hatten eine Behinderung des Torhüters ausgemacht.
Ärgerlich für die Falken, die einen solchen Strohhalm dringend gebraucht hätten. Sie standen zunehmend auf verlorenem Posten, es ging nur wenig zusammen, selbst in doppelter Überzahl nicht. Wie man eine solche besser ausspielt, bewiesen die Frankfurter in der 37. Minute, als sie mit zwei Mann mehr auf dem Eis das 3:1 durch Sebastian Collberg nachlegten. Die Falken waren damit noch gut bedient.
Klare Sache
Zwar hatte das knappe Ergebnis auch nach 60 Minuten Bestand, doch die Sache an sich hätte nicht klarer sein können. Weil die Falken selbst in einer fast zweiminütigen, doppelten Überzahl im Schlussdrittel nicht mehr gefährlich wurden.
Und Frankfurt Spiel und Gegner eigentlich zu jeder Zeit im Griff hatte, ohne mehr auf die Tube zu drücken. Am Ende ein schmeichelhaftes Ergebnis für die Falken, die auf bessere Zeiten hoffen müssen.
Mehr Infos zum Spiel
Tor: Nemec, Ganz. Abwehr: Götz – Phi. Preto; Maschmeyer – Dziambor, Mapes – Maginot. Angriff: Della Rovere – Wruck – Thiel; Ribarik – Reisz – Gervais; Knaub – Klos – Pavlu.
Tore: 1:0 (8.) Maginot, 1:1 (15.) Erk, 1:2 (23.) Dmitriev, 1:3 (37.) Collberg.
Strafminuten: 4/16.
Schiedsrichter: Alexander Singer, Kilian Hinterdobler.
Zuschauer: 0.
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