Kooperation deluxe zwischen Adlern und Falken
Die neu vereinbarte Zusammenarbeit zwischen den Heilbronner Falken und den Adlern aus Mannheim betrifft nicht nur den Austausch von Spielern.

Sie hatten es schon einmal miteinander versucht, durchaus mit Erfolg. Dafür sprechen die Namen Danny aus den Birken, Frank Mauer und Matthias Plachta. Die Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele in Pyeonchang profitierten einst von der Zusammenarbeit der Adler Mannheim und der Heilbronner Falken.
Ihre Kooperation - die mit der sportlichen Talfahrt der Falken vor ein paar Jahren ein jähes Ende gefunden hatte - wollen die beiden Eishockey-Vereine aufleben lassen und in ein neues Zeitalter führen: Das gaben die Verantwortlichen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Heilbronn bekannt. Nach mehreren konstruktiven Gesprächen ist eine Kooperation deluxe entstanden.
Mehr Eiszeit für Talente
Die Idee dahinter ist dieselbe wie früher: "Wir wollen unsere jungen Spieler besser fördern und auf Dauer stärker bei den Adlern einbauen", sagte Youri Ziffzer. Der Schritt von der Deutschen Nachwuchsliga in die DEL komme für einen 19-Jährigen oftmals noch zu früh, erklärte der Teamleiter der Adler. In der DEL 2 könnten sich die talentierten Kräfte über mehr Eiszeiten für höhere Aufgaben empfehlen. Dieses Modell hatten die Adler in den vergangenen drei Jahren mit den Kassel Huskies praktiziert, nachdem die Falken als vermeintlicher Absteiger ausgefallen waren.
Doch Kassel hatte als Kooperationspartner für Mannheim einen entscheidenden Nachteil: "Die räumliche Nähe war nicht so gegeben, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Jungs waren dann doch immer lange auf der Autobahn unterwegs", sagte Ziffzer. Morgens in Mannheim trainieren, abends in Kassel: nahezu unmöglich. "Das ist jetzt alles um einiges einfacher, die Strecke Heilbronn Mannheim ist vernünftig machbar." Trotzdem sei von einer Vernunftehe aber keine Rede.
Beide Seiten sollen von der Zusammenarbeit profitieren
"Die räumliche Nähe ist natürlich ein Riesenvorteil. Aber am Ende waren es die sportlichen Aspekte, die klar überwogen haben", berichtete Ziffzer von konstruktiven Gesprächen und dankte den Falken für ihre Bereitschaft, junge Spieler der Adler auszubilden. "Wir haben zusammen ein vernünftiges Paket geschnürt, von dem alle Seiten profitieren können." Von einer Partnerschaft auf Augenhöhe sprach Falken-Manager Atilla Eren: "Die Zusammenarbeit mit Mannheim gibt uns die Chance, die besten jungen Spieler nach Heilbronn zu holen und in den Kader zu integrieren."
Das belegen auch die fünf Spieler, die Mannheim in der neuen Saison fest abstellt (siehe unten). "Wir schicken nur Spieler nach Heilbronn, die in der DEL 2 auch Verantwortung übernehmen können", sagte Marcus Kuhl, Geschäftsführer des Leistungszentrums der Adler. Und selbst, wenn die Adler einen der Spieler für die DEL abrufen sollten: Dann stünde ein anderes Talent aus der Mannschaft des aktuellen DNL-Meisters parat. "Für uns hat es sicher nur Vorteile, wenn wir solche jungen Spieler in unseren Kader einbauen können", sagt Eren, der auf mehr Wettbewerb in einem breiter aufgestellten Team hofft.
Auch Trainer stoßen zum Heilbronner Stab hinzu
Doch beim Abstellen junger Spieler alleine bleibt es nicht: Mit Ilkka Pakarinen erhält auch das Trainerteam der Falken Verstärkung. Der Finne wird ständig in Heilbronn vor Ort sein und sich als "Development Coach" um die Betreuung und Entwicklung der Talente kümmern. "Er arbeitet mit den jungen Spielern und dient uns als Scout für die DEL 2", erklärte Ziffzer die Synergien. Zum neuen Level der Kooperation gehört zudem, dass Athletik- und Torwarttrainer aus Mannheim regelmäßig in Heilbronn sind. Auch das Scouting der Adler können die Falken nutzen.
Eine absolut spannende Geschichte, findet Marco Schütz, Co-Trainer der Falken. "Vieles muss sich in den nächsten Monaten sicher noch entwickeln." Die Kooperation biete ganz neue Perspektiven, wenngleich eines klar sei: "Es gibt für niemanden einen Freifahrtsschein." So ist es abgestimmt.
Zur Laufzeit der Kooperation schwiegen beide Vereine. Wenn man den Erfolg messen wolle, dürfe man aber nicht nur ein Jahr betrachten, sagte Ziffzer. So schnell ist dann doch noch kein Star geboren worden.
Ein Quintett für die Falken
Mit der Kooperation haben die beiden Vereine auch erste Spieler genannt, die künftig für die Falken in der DEL 2 auflaufen sollen: Torhüter Mirko Pantkowski, der in der Vorsaison in 24 Spielen für die Kassel Huskies mit einer Fangquote von 91,6 Prozent überzeugte, erhält wie Alexander Lambacher ein Zweitspielrecht für Heilbronn. Der Stürmer spielte zuletzt ebenfalls für Kassel in der DEL 2 und hat inzwischen für die italienische Nationalmannschaft seine ersten Spiele absolviert.
Mit einer Förderlizenz ausgestattet werden zudem Tim Bernhardt, Pierre Preto und Samuel Soramies. "Tim hat letzte Saison sein Potenzial gezeigt und ich bin überzeugt, dass er wieder einen Schritt nach vorne machen wird", sagt Falken-Manager Atilla Eren. Preto und Soramies brächten sehr gute Voraussetzungen mit. "Alle beide können den Schritt machen, den Tim letzte Saison schon gemacht hat." Lambacher und Pantkowski fallen noch einmal in eine andere Liga: "Die haben eine Qualität, die uns definitiv weiterbringt", erhofft sich Eren.
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