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Eishockey

Kein verdienter Lohn beim Debütantenball

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Die Heilbronner Falken unterliegen nach einer 3:1-Führung noch mit 3:6 in Bad Tölz und bleiben DEL2-Schlusslicht. Debütant Simon Thiel steuerte Tor und Assist bei.

Stefan Della Rovere (li.) und Kevin Maginot haben in Tölz jeweils einen Treffer erzielt. Doch die Falken standen trotz eines couragierten Auftritts am Ende ohne Punkte da.
Foto: Archiv/Schmerbeck
Stefan Della Rovere (li.) und Kevin Maginot haben in Tölz jeweils einen Treffer erzielt. Doch die Falken standen trotz eines couragierten Auftritts am Ende ohne Punkte da. Foto: Archiv/Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Wie schon häufiger in dieser Saison haben die Heilbronner Falken auch am Dienstagabend in Bad Tölz nur 50 Minuten überzeugt. "Dann kam der Einbruch", bilanzierte Trainer Michel Zeiter. Bis zu diesem Zeitpunkt führten die Falken noch mit 3:2, doch dann bauten die Tölzer Löwen ihre beeindruckende Serie auf sechs Siege in Folge aus und gewannen noch mit 6:3 (1:1, 1:2, 4:0). "Mein Team findet momentan immer einen Weg, die Spiele zu gewinnen", lobte Löwen-Trainer Kevin Gaudet sein Team.

Beide Teams treten mit nur drei Blöcken an

Entgegen aller Befürchtungen waren doch 15 Feldspieler und zwei Goalies im Falken-Bus nach Bad Tölz gereist. Zeiter standen also immerhin drei komplette Blöcke zur Verfügung - mehr als erwartet. Möglich wurde das durch drei Debütanten von den Jungadlern Mannheim. Erstmals für die Falken in der DEL 2 auf dem Eis waren Simon Thiel (19 Jahre) und Arkadiusz Dziambor (18), sein Saisondebüt feierte Lukas Ribarik (19). Und natürlich gab auch Aaron Reisz seinen Einstand - der 25-jährige Ungar war gleich in der ersten Sturmreihe mit Dylan Wruck und Stefan Della Rovere zu finden.

Angesichts so vieler neuer Namen und der unfreiwilligen dreiwöchigen Spielpause begannen die Falken gegen die ebenfalls mit nur drei Blöcken angetretenen Gastgeber überraschend geordnet.

Ribarik hatte bereits nach wenigen Sekunden eine gute Chance, scheiterte aber an Maximilian Franzreb. Unglücklich gerieten die Falken dann aber doch früh in Rückstand. Tim Miller erhielt für eine Allerweltsaktion zwei Minuten und ein von Max French abgefälschter Schuss rutschte an Matthias Nemec vorbei ins Tor (2. Minute).

Schneller Ausgleich durch das erste Verteidiger-Tor der Falken in dieser Saison

Das brachte die Gäste aber nicht von ihrer Linie ab. Ebenfalls in ihrer ersten Überzahlsituation glichen die Falken zum 1:1 aus (5.). Kevin Maginot erzielte mit einem beherzten Schuss von der blauen Linie den ersten Treffer eines Verteidigers in dieser Saison. Michael Knaub und Stefan Della Rovere hatten Franzreb geschickt die Sicht genommen.

Dass die Falken - wie von Zeiter angekündigt - bereit waren, alles zu geben, bewiesen sie bei einer doppelten Unterzahl (13.). Knaub und Valentino Klos saßen auf der Strafbank. Dank des großen Einsatzes und des starken Nemec überstanden die Heilbronner diese 120 Sekunden unbeschadet. Miller hatte mit einem Alleingang sogar die Führung auf dem Schläger, scheiterte jedoch an Franzreb.

Michael Knaub muss ins Krankenhaus

Kurz vor Drittelende hatte Knaub Pech. Der Falken-Riese bekam einen Puck ins Gesicht, musste in die Kabine und anschließend direkt ins Krankenhaus.

Doch trotz jetzt nur noch 14 Feldspielern lieferten die Gäste ein bärenstarkes Mitteldrittel ab. Hinten ließen sie nahezu nichts zu, vorne zauberten besonders die Jungspunde. Eine perfekt herausgespielte Kontersituation über Ribarik und Klos schloss Simon Thiel mit seinem ersten DEL2-Tor zur verdienten 2:1-Führung ab (31.). Zuvor hatte Bryce Gervais schon zwei glasklare Chancen liegengelassen.

Die Falken blieben am Drücker. Allen voran Thiel. Mit einem No-Look-Pass bediente der 19-Jährige in der 36. Minute den frei vor dem Tor stehenden Della Rovere, der sich nicht zwei Mal bitten ließ und per Rückhand zum 3:1 traf.

Anschlusstreffer gibt den Löwen Rückenwind

Ein fast perfektes Drittel für die Falken bog auf die Zielgerade ein, doch dann folgte der Wermutstropfen. Dylan Wruck ließ seinen Gegenspieler Manuel Edfelder laufen, der von Lubor Dibelka bedient auf 2:3 verkürzte. Der bis dahin einzige Fehler des ansonsten pausenlos antreibenden Falken-Topscorers.

Der späte Treffer gab den Gastgebern den nötigen Rückenwind fürs Schlussdrittel. Die ersten zehn Minuten hielten die Falken zwar weiter gut dagegen, kamen selbst aber nicht mehr zu Chancen. Zwei weitere Geistesblitze von Dibelka sorgten schließlich für die Wende. Vor dem 3:3 (50.) bediente der 37-jährige gebürtige Tscheche Luca Tostound nur eine Minute später war Reid Gardiner der Nutznießer einer perfekten Vorlage zum 4:3 (51.). Der Doppelschlag zog den Falken den Stecker. Gardiner legte noch zwei späte Treffer für einen lupenreinen Hattrick zum 6:3-Endstand obendrauf.


Tor: Nemec, Ganz; Abwehr: Götz - Philipp Preto, Maginot - Mapes, Pavlu - Dziambor; Angriff: Della Rovere - Wruck - Reisz; Ribarik - Miller - Gervais, Thiel - Knaub - Klos.

Tore: 1:0 (2.) French, 1:1 (5.) Maginot, 1:2 (31.) Thiel, 1:3 (36.) Della Rovere, 2:3 (37.) Edfelder, 3:3 (50. Tosto, 4:3 (51.) Gardiner, 5:3 (58.) Gardiner, 6:3 (60.) Gardiner.

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Markus Schütz

Strafminuten: 6/4.

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