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Ist in der Eishockey-Oberliga eine Strukturreform notwendig?

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Duisburgs Geschäftsführer Tom Södler bringt eine künftige Dreiteilung der Eishockey-Oberliga Nord ins Spiel. Was der Deutsche Eishockey-Bund  (DEB) und die Vereine dazu sagen. 


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Der Modus in der Nordstaffel der Oberliga stößt nicht gerade auf Gegenliebe. „Das Konstrukt ist unattraktiv – vor allem für die Vermarktung“, sagt Tom Södler, Geschäftsführer der Füchse Duisburg. „Für ein Jahr kann man das mal machen. Aber es sollte keine Dauerlösung werden.“ Weil nur noch elf Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, wird die Hauptrunde zwar wie gewohnt in einer Doppelrunde ausgetragen. Daran schließt sich allerdings eine einfache Zwischenrunde an, in der in einer Gruppe die Teams auf Platz eins bis fünf um das Heimrecht in den Playoffs kämpfen und die anderen in einer zweiten Gruppe die letzten drei Playoff-Plätze ausspielen.

Eishockey-Oberliga Nord: Der ewige Kampf um die Playoff-Plätze

Södlers Idee: eine Dreiteilung der Klasse vor. Dabei würde nach seinen Vorstellungen die Nordstaffel in eine West- und eine Nordoststaffel aufgeteilt werden. Die Vorteile: mehr Derbys, eine höhere Attraktivität für die Fans und niedrigere Reisekosten. Ein Staffelwechsel Heilbronns nicht ausgeschlossen. „Ich würde mich freuen, wenn Heilbronn in die Weststaffel kommen würde. Das ist ein starker Standort“, sagt der Füchse-Geschäftsführer. 

Er ergänzt aber: „Im Süden bekommt man meiner Meinung nach immer genügend Teams zusammen, um eine sportlich interessante Runde zu spielen. Allerdings macht eine Oberliga Nord spätestens bei nur noch neun Standorten – sollte ein Club aufsteigen und ein anderer vielleicht ausscheiden –  keinen Sinn mehr. Deshalb muss man in alle Richtungen denken dürfen.“ 

Darum, das Gänsehautgefühl in den Playoffs erleben zu dürfen, geht es für die Eishockeycracks in der Hauptrunde.
Darum, das Gänsehautgefühl in den Playoffs erleben zu dürfen, geht es für die Eishockeycracks in der Hauptrunde.  Foto: Ralf Seidel

Im Süden gibt es ausreichend Teams, aber im Norden sind die Standorte schwieriger

Interesse an einer Teilnahme an der Oberliga haben laut „Eishockey News“ im Norden die Eagles Essen-West, die Eisadler Dortmund und die Bären Neuwied, die in der multinationalen Central European Hockey League (CEHL) spielen, kommuniziert. Auch die EG Diez-Limburg wäre für Tom Södler ein Kandidat für einen Aufstieg – „ohne, dass ich mit den Verantwortlichen dort gesprochen habe“, sagt der Duisburger Geschäftsführer. Auch FASS Berlin stünde nach Informationen des Fachmagazins dem Projekt interessiert gegenüber, wenn es eine Neueinteilung gäbe. „Unter der Voraussetzung, dass die Regionalligisten wollen, könnte man zwei interessante Staffeln im Norden zusammenstellen“, sagt Tom Södler.

Auch eine weitere Öffnung für Teams aus den Beneluxstaaten ist denkbar. Gerüchte besagen, dass mit dem CEHL-Vertreter Snackpoint Eaters Limburg aus Geleen nach den Tilburg Trappers ein weiterer niederländischer Club sein Interesse an der Oberliga bekundet hat. Verbindlich ist allerdings noch gar nichts. Denn: Wer sein Interesse hinterlegt hat, muss nicht automatisch auch am Lizenzierungsverfahren teilnehmen. 

Kritische Zwischentöne aus Hannover zu Södlers Vorstoß

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) schiebt Spekulationen in Richtung Strukturreform der Oberliga jedoch einen Riegel vor. „Es wurde diese Anfrage an den Verband herangetragen. Aktuell ist allerdings keine Dreiteilung der Oberliga in Planung“, heißt es vom Verband. „Der DEB befindet sich über die entsprechenden Gremien jedoch im Austausch mit den Vereinen. Zudem nimmt der DEB die Situationen an den Standorten Heilbronn und Bayreuth wahr und berücksichtigt sie.“ Tom Södlers Vorstoß löst allerdings nicht überall Gegenliebe aus. Jan Roterberg, Prokurist der Hannover Indians, zeigte sich verärgert über die Idee. „In unserer Ligensprecher-Gruppe ist das Thema vor einiger Zeit kurz angesprochen, aber schnell auch wieder verworfen worden. Ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn man das vorher mit seinen Kollegen abspricht“, erklärt er gegenüber „Eishockey News“. 

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