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Heilbronner Falken setzen gegen Bad Tölz ein klares Statement

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Beim 6:1 gegen Bad Tölz zeigen sich die Heilbronner Falken stark verbessert und legen eine Oberliga-Gala hin. Nur der Gegentreffer ist ärgerlich.

Pech für Philipp Hecht: Die Scheibe des Falken-Stürmers fand nicht den Weg ins Tor. Dafür trafen die Teamkollegen fleißig, am Ende sechs Mal.
Foto: Ralf Seidel
Pech für Philipp Hecht: Die Scheibe des Falken-Stürmers fand nicht den Weg ins Tor. Dafür trafen die Teamkollegen fleißig, am Ende sechs Mal. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Diese Mini-Pause mit einem spielfreien Sonntagabend und insgesamt drei freien Tagen haben sich die Heilbronner Falken verdient: Mit einem reifen und spielfreudigen Auftritt hat die Mannschaft von Trainer Frank Petrozza ihren Aufwärtstrend bestätigt - und die Tölzer Löwen am Freitagabend mit einem klaren 6:1 (3:0, 2:0, 1:1)-Sieg nach Hause geschickt. Die Unterländer, für die Niklas Jentsch die Hälfte der Tore erzielten, kannten nur eine Richtung und ließen nie Zweifel am Sieg aufkommen. 

"Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, die letzten drei Heimspiele liefen nicht so wie gewünscht", sagte Petrozza hinterher zufrieden. "Wir sind sehr viel Schlittschuh gelaufen, waren aggressiv." Trotzdem fand der Trainer auch einen Kritikpunkt: "Wir haben immer noch ein Problem, müssen weg von der Strafbank bleiben. Elf Mal in zwei Spielen - das ist zu viel", sagte er.  

Die Falken hatten sich für dieses Spiel auch deswegen viel vorgenommen, weil sie am Wochenende nur einmal im Einsatz sind. Da gab es nur eine Devise, wie Verteidiger Jan Pavlu die Woche angekündigt hatte: "Vollgas, wir fokussieren uns auf das eine Spiel, hauen alles raus." Das setzten die Unterländer von Beginn an um, entwickelten sofort unheimlich Zug zum Tor. Die ersten beiden Torschüsse von Linus Wernerson Libäck nach ein paar Sekunden und Benedikt Jiranek kurze Zeit später hatten durchaus Potenzial, beide musste Tölz-Keeper Enrico Salvarani prallen lassen.

Gleich zugestochen

Die Gäste meldeten sich in Minute vier einmal kurz, danach aber waren die Oberbayern für längere Zeit abgemeldet. Hier spielten nur noch die Falken, die ihren beim 6:1 in Füssen begonnenen Aufwärtstrend eindrucksvoll bestätigten. Mit dem ersten Powerplay stachen die Heilbronner auch gleich zu: Oula Uski staubte ab, nachdem Salvarini den strammen Schuss von Pontus-Zwilling Linus Wernerson Libäck nur abprallen lassen konnte (5.). Und diesmal blieben die Falken nach einem eigenen Treffer aufmerksam, was zum Leidwesen von Petrozza in dieser Runde nicht immer der Fall gewesen war.

Aber das was die Falken nun zeigten, war richtig erwachsen, eine reife, souveräne Leistung mit einer Reihe guter Chancen. Thomas Supis traf nur den Innenpfosten (11.), und auch Uski (10.) Pomtus Wernerson Libäck (11.) und Cabana (13.) ließen das 2:0 liegen. Da fiel beim einzigen Vorstoß der Gäste in der 13. Minute tatsächlich auf, dass die 1:0-Führung doch recht dünn war. Aber: Das 2:0 war doch nur eine Frage der Zeit: Das machte Niklas Jentsch, der auf der rechten Seite freigespielt mit einem satten Schuss in den Winkel erfolgreich war (16.). Endlich.

Pontus Wernerson Libäck, stark bedient von Supis, legte zwei Minuten später das 3:0 nach. Langsam war es doch eine Machtdemonstration der Falken, die kurz vor der Pause das 4:0 verpassten. Aber ganz ehrlich: Was sollte da noch passieren?

Gar nichts. Die Falken hatten auch nach der Drittelpause einen Bleifuß, drückten sofort wieder aufs 4:0. Die erste Unterzahl war da nur ein Mini-Störfaktor, wobei die größte Chance Frederik Cabana hatte, der glücklos blieb (25.). Als die Falken die Strafe überstanden, die Fans auch die geografischen Verhältnisse gesanglich geklärt hatten ("Bad Tölz gehört zu Österreich"), sorgten die Falken auf dem Eis für Klarheit: Mit einem Doppelschlag stellten Jentsch (28.) und Uski (29.) mit ihren jeweils zweiten Treffern des Abends auf 5:0. Dazwischen lagen nur 31 Sekunden.

Es hätte eigentlich zweistellig ausgehen müssen

Dass die Falken in der Folge zwei Überzahlsituationen ungenutzt ließen und eine Aufhübschung der Statistik verpassten: geschenkt. Zumal sie vor Spielfreude nur so sprühten, mitunter zauberten. Mit Direktpässen ging es durch die Tölzer reihen, richtig gut anzuschauen. Nur, dass es hier nicht 10:0 stand, konnte man dem Petrozza-Team vorwerfen. Das Spiel aber war entschieden.

Falken-Keeper Patrick Berger, bisher weitgehend beschäftigungslos, durfte sich am Ende des Drittels auch noch bewähren, war allerdings noch nicht kalt geworden. Kurz ein bisschen heißer wurde es für ihn zu Beginn des zweiten Drittels, als Niklas Jentsch zwei Minuten abkühlen durfte und die Falken ein weiteres Mal in Unterzahl waren - allerdings überstanden sie auch die ohne Schaden. Es lief auf ein Zu-Null-Spiel hinaus. Wieder komplett waren dann die Falken wieder dran, die den Fuß nun ein wenig vom Gas genommen hatten. Doch Jentsch traf nur den Pfosten (47.) - und verpasste seinen dritten Treffer. Ärgerlich: Bad Tölz traf tatsächlich noch zum 1:5: Reto Schüpping versaute Berger den Shutout. Immerhin: Jentsch stellte mit seinem dritten Tor den alten Abstand wieder her, traf im Powerplay (54.).


Tor: Berger, Kapteinat. Abwehr: Pavlu - Supis; Mapes - B. Jiranek; Kuschel - Brunner. Angriff: P. Wernerson Libäck - Uski - L. Wernerson Libäck; Just - Cabana - Jentsch; Dell - Volkmann - V. Jiranek; Hecht.

Tore: 1:0 (7.) Uski, 2:0 (16.) Jentsch, 3:0 (18.) Pontus Wernerson Libäck, 4:0 (28.) Jentsch, 5:0 (29.), Uski, 5:1 (52.) Schüssing, 6:1 (56.) Jentsch. Strafen: 8/12. Schiedsrichter: Maik Blankert, Carsten Lenhart. Zuschauer: 1736.

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