Heilbronner Falken gewinnen im Stile einer Spitzenmannschaft
Personell arg gebeutelt, setzen sich abgeklärte Heilbronner Falken in Höchstadt verdient mit 3:1 durch. Herausragend ist diesmal das Unterzahlspiel, selbst mit zwei Mann weniger auf dem Eis lassen die Falken nichts anbrennen.

Die Serie der HeilbronnerFalken hat gehalten: Trotz zahlreicher Ausfälle und einiger notgedrungener Umstellungen haben die Unterländer in Höchstadt ihren fünften Oberliga-Sieg in Folge eingefahren und die Alligators am Freitag mit 3:1 (1:0, 1:1, 1:0) bezwungen. Ausschlaggebend für den Erfolg war das gute Unterzahlspiel der Gäste: Selbst mit zwei Mann weniger auf dem Eis hielt das Team von Frank Petrozza den Gastgebern stand und revanchierte sich am Ende für die 2:4-Niederlage vor einigen Wochen in Heilbronn.
Die Falken kamen personell auf der letzten Rille daher, ohne die beiden Jungadler Maurice Müller und Nikita Tschwanow hätte Trainer Petrozza keine drei Reihen zusammengebracht. Und selbst die kamen aufgrund der Umstellungen ungewohnt daher, zumal mit Linus Wernerson Libäck unter anderem einer der Ausländer fehlte. Verteidiger Philip Kuschel spielte im Angriff, im Tor durfte Nils Kapeinat nach vier Spielen Pause erstmals wieder ran, da Leon Willerscheid bei den Adlern in Mannheim gefragt war. Backup war Yanik Haas von Kooperationspartner Heilbronner EC.
Falken kassieren nach einer Minute die erste Strafe
Alles andere als gute Voraussetzungen, um die Serie von zuletzt vier Siegen auszubauen. Zumal die Gastgeber auch noch mit einem übervollen Lineup dagegenhalten konnten - vor allem nach hinten raus ein Vorteil. Die erste Torchance gehörte den Falken, die Höchstadter klärten aber einen Schuss von Oula Uski, der heute auf dem Flügel spielte. Die erste Minute war kaum vorbei, da fanden sich die Falken schon in Unterzahl wieder. Die zählt in dieser Runde aber zum Glück als Komfortzone der Unterländer, die diese zwei Minuten souverän überstanden.
Danach passiert nicht viel: Beide Teams suchten ihr Spiel - fanden es aber nicht. Chancen waren Mangelware, so dass die Partie so dahinplätscherte. Auch das erste Powerplay der Falken verlief wie das komplette Spiel bis dahin: ohne Höhepunkte. In der Schlussphase des ersten Drittels wurde es spannender: Erst hatten die Gastgeber eine Druckphase, trafen aber nicht. Anders die Falken: Thomas Supis traf zunächst nur den Pfosten, doch den Abpraller verwertete Pontus Wernerson Libäck 35 Sekunden vor der Pause zum 1:0 (20.). Und beinahe hätten die Falken auch noch das 2:0 nachgelegt.
Das 2:0 war nur aufgeshoben: Erneut trifft Pontus Wernerson Libäck
Das Tor war aber nur aufgeschoben: In der 23. Minute legten die Falken dann nach. Und das absolut verdient. Die Unterländer setzten in der gegnerischen Zone energisch nach, holten sich die Scheibe, brachten sie direkt vors Tor. Dort hatte Wernerson Libäck kein Problem und erhöhte auf 2:0. Die Freude indes war von relativ kurzer Dauer: Zwei Minuten später zeigten die Alligators die richtige Reaktion, verkürzten durch einen ansatzlosen Schuss von Sergei Topol in den Winkel auf 1:2 (25.).
Das reizte die Falken, die nun den Druck erhöhten und mehrere gute Chancen hatten. Allein: Ein weiterer Treffer gelang nicht. Und im Powerplay, das bisher nicht wirklich funktionierte, hatten Heilbronn Glück, dass die Gastgeber bei einem Konter nicht zum Ausgleich trafen. In jedem Fall hatte die Partie inzwischen ein gutes Niveau erreicht.
Das 3:1 zu Beginn des dritten Abschnitts spielt den falken in die Karten
Brenzlig wurde es für die Falken gegen Ende des Drittels, als binnen vier Sekunden gleich zwei Spieler in die Kühlbox mussten - fast zwei volle Minuten doppelte Unterzahl. Und doch blieb es beim 1:2, da Heilbronn es wieder gut verteidigte. Die Frage aber war: Würden die Kräfte der Falken reichen? Sie reichten. Dabei spielte den Falken natürlich das 3:1 in die Karten, das Sam Verelst nach einem Konter eiskalt erzielte (44.).
Allerdings verpassten es die Falken kurz darauf, mit einem Mann mehr auf dem Eis für die Entscheidung zu sorgen. Aber das Powerplay funktionierte nicht, war sogar ein Risiko. Wieder hatte Heilbronn bei einem Konter Glück. Nur gut, dass das Unterzahlspiel in der Folge auch der nächsten Bewährungsprobe Stand hielt. Letztlich war es neben der Erfahrung der Sieggarant. Höchstadt kam nicht mehr zurück, Heilbronn nahm die Punkte mit.
Tor: Kapteinat, Haas. Abwehr: Mapes - B. Jiranek, Pavlu - Supis, Krenzlin - Müller. Angriff: Uski - Cabana - P. Wernerson Libäck; Verelst - Just - Jentsch; Tschwanow - V. Jiranek - Kuschel. Tore: 0:1 (20.) P. Wernerson Libäck, 0:2 P. Wernerson Libäck, 1:2 (25.) Topol, 1:3 (44.) Verelst. Strafminuten: 6/8. Schiedsrichter: Maik Blankart, Robert Ruhnau. Zuschauer: 676.
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