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Heilbronner Falken: Freddy Cabana absolviert in Bayreuth sein 905. Profispiel und hat das 1000. schon im Blick

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Freddy Cabana, Kapitän der Heilbronner Falken, steht Freitag in Bayreuth vor Profi-Spiel 905. Er warnt vor dem Gegner, der im Mittelfeld der Oberliga Süd steht: „Fokus, 60 Minuten, keine Gegner unterschätzen“.

So fühlt sich Frederik Cabana (Mitte) wohl: Mit seinen Mannschaftskameraden der Heilbronner Falken auf dem Eis.
So fühlt sich Frederik Cabana (Mitte) wohl: Mit seinen Mannschaftskameraden der Heilbronner Falken auf dem Eis.  Foto: Schmerbeck, Marc

Als einer der Letzten verlässt Freddy Cabana am Donnerstagmittag nach dem Training das Eis. Er ruht sich keinesfalls auf seiner Erfahrung aus oder macht gar langsamer. Im Gegenteil. Zusammen mit Calder Anderson, dem aktuellen Topscorer der Heilbronner Falken, macht er noch ein paar Schussübungen. Einer legt auf, der andere nimmt den Puck direkt. Kurz einstimmen auf das nächste Spiel der Oberliga Süd.

Oberliga Süd: Heilbronner Falken spielen in Bayreuth und gegen Passau

Diesen Freitag geht es zu den Tigers Bayreuth (Beginn 20 Uhr). Am Sonntag (18.30 Uhr) steht dann das Heimspiel gegen Passau an. Zwei Teams aus dem Mittelfeld. Cabana sagt: „Doch wir dürfen keinen Gegner unterschätzen.“ Das haben die svergangenen Wochen bewiesen. „Es wird auf jeden Fall kalt dort, wegen der offenen Eishalle“, sagt Cabana zur Partie bei den Tigers. Dort spielte er für etwas mehr als eine Saison, bevor er 2022 wieder nach Heilbronn kam – dorthin, wo er 2009 seine erste Station in Deutschland hatte.

„Wir müssen konzentriert, bereit sein und müssen uns an den Plan halten. Und zwar die vollen 60 Minuten.“

Freddy Cabana

„Wir müssen konzentriert, bereit sein und müssen uns an den Plan halten. Und zwar die vollen 60 Minuten.“ Worte, die für die nächsten beiden Spiele gleichermaßen gelten.

905. Profispiel in Bayreuth: Cabana hat Statistiken und Meilensteine im Blick

In Bayreuth steht Cabana zum 905. Mal als Profi auf dem Eis. Sein 900. Spiel absolvierte er am 26. Dezember gegen den Tabellenführer Deggendorf. Der Deutsch-Kanadier hat die Statistiken stets im Blick – auch die der anderen Spieler. „Ich schaue immer, wer vielleicht demnächst so einen Meilenstein hat“, sagt Cabana. „Das ist für jeden Spieler schön. Ich versuche immer, dass es für die Mannschaft passt.“ Der 39-Jährige ist ein Teamplayer, geht als Kapitän voran, arbeitet auch mal hart in den Zweikämpfen, wenn es sein muss.

Vom Debüt in Philadelphia bis zu Meistertiteln: „Erfolge der Mannschaft“ zählen

An sein erstes Profispiel erinnert sich Cabana noch gut. „Das war in Philadelphia – und ich hatte direkt eine Schlägerei“, erzählt er schmunzelnd. Damals war er 20 Jahre alt. Heute liegt dieses Debüt fast zwei Jahrzehnte zurück, gefüllt mit unzähligen Spielen, Stationen und Erfolgen. Wenn Cabana auf seine Karriere zurückblickt, sind es weniger individuelle Rekorde, die ihm im Gedächtnis geblieben sind.

Verletzungs Update

Luis Ludin fällt mit einem Infekt am Freitag in Bayreuth noch einmal aus, ist sich Trainer Niko Eronen sicher. Dafür hat Nolan Ritchie (Knieverletzung) seine Krücken wieder in die Ecke pfeffern dürfen. Und auch Lars Schiller (Fußverletzung) wird den Aircast-Schuh wohl zeitnah los. 

„Die größten Momente sind immer die Erfolge der Mannschaft, die Meisterschaften“, betont er. Drei Meistertitel in der zweiten Liga feierte er. Zwei davon mit dem Erzrivalen und Nachbarn der Falken, den Bietigheim Steelers, einen mit Ravensburg. Natürlich seien auch persönliche Meilensteine wie 500 Zweitliga-Punkte etwas Besonderes, „aber am Ende bleibt vor allem der Erfolg der Mannschaft“.

 Verletzungssorgen bei den Falken

Und vielleicht kommt ja noch einer dazu. Ob es dieses Jahr reicht? „Schön wäre es“, sagt Cabana. „Wir sind noch mittendrin. Aber wir müssen diese Saison viel kämpfen. Wir waren noch nie richtig fit als ganzes Team.“ Im Moment fehlen Nolan Ritchie und Lars Schiller.

Dazwischen musste auch Cabana mit einem Kieferbruch pausieren und spielt seitdem mit Vollvisier. Immer wieder muss Trainer Nico Eronen die Reihen umstellen. „Am Ende kann uns das sogar stärker machen, können wir zusammenwachsen, wenn wir solche Phasen überstehen müssen. Wenn wir in einen guten Lauf kommen, ist alles möglich.“ Gerade seine Erfahrung hilft Cabana, mit den ständigen Umstellungen umzugehen: „Wenn man älter und erfahrener ist, gewöhnt man sich schneller daran.“ Wichtig seien Kommunikation und gegenseitiges Verständnis, denn jeder Spieler bringe seine eigene Spielweise mit.

Seit 2009 in Deutschland: Cabana sieht das Schwabenland als Heimat

Seit 2009 spielt Cabana in Deutschland. Zurück nach Kanada zog es ihn nie ernsthaft. „Ich habe hier meine Frau kennengelernt, Deutschland – besonders das Schwabenland – ist meine neue Heimat geworden.“ Hier will er bleiben, und zumindest solange sein Körper mitmacht Eishockey spielen. „Ich habe immer noch jeden Tag Spaß, aufs Eis zu gehen.“ Das nächste Ziel ist bereits klar formuliert: die Marke von 1000 Profispielen.

Trainerschein: Cabana hilft im Heilbronner Nachwuchs bei U15 und U17

Auch an die Zeit nach der aktiven Karriere denkt Cabana. Den Trainerschein hat er in der Tasche, aktuell hilft er im Heilbronner Nachwuchs aus und steht mit den U15- und U17-Teams auf dem Eis. Da war er dann am Donnerstagabend wieder gefragt. 

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