Heilbronner Falken erkaufen sich Derbysieg gegen Bietigheim Steelers teuer
In einem Oberliga-Spiel mit viel Spektakel gewinnen die Heilbronner Falken mit 7:6 gegen die Bietigheim Steelers, verlieren aber mit Calder Anderson und Frederik Cabana ein wichtiges Duo.

Die Falken-Fans hatten schon 60 Minuten vor dem ersten Bully den Ton gesetzt. „Hier regiert der HEC“, skandierten sie in der bereits gut gefüllten Eishalle am Europaplatz. Und mit „Scheiß Bietigheim“- sowie „Kopf ab, dem SCB“-Schmähgesängen ließen sie ihrer Abneigung gegenüber den Unterstützern der Steelers freien Lauf. Dass dem wirklich so war, stand aber bis zur Schlusssirene auf Messers Schneide. Am Ende setzten sich die Heilbronner Falken vor 3492 Zuschauern in der ausverkauften Eishalle am Europaplatz mit 7:6 (2:2 4:4, 1:0) im Oberliga-Duell gegen die Bietigheim Steelers durch.
Den Erfolg erkauften sich die Unterländer allerdings teuer. Bereits während des ersten Drittels gingen Falken-Topscorer Calder Anderson und der erst nach längerer Krankheitspause zurückgekehrte Frederik Cabana vom Eis und kehrten nicht wieder zurück. "Freddy Cabana hat irgendetwas mit dem Schlüsselbein", erklärt Petrozza. Anderson rang nach einem Bodycheck auf Höhe der Mittellinie nach Luft.
Petrozza lobt mentale Stärke, Dück bemängelt defensive Nachlässigkeiten
"Wir hatten einen guten Fokus und waren von Anfang an bereit", berichtet Falken-Trainer Frank Petrozza. "Nachdem wir mit Freddy Cabana und Calder Anderson verloren haben, hat das ein Loch in unsere Mannschaft gerissen. Die vierte Reihe musste dann ein paar Prozentpunkte mehr geben. Aber dadurch, dass ich alles durcheinander werfen musste, fehlte uns die Kraft. Wir sind aber zurückgekommen. Es war jedoch ein Kampf bis zum Schluss." Und sein Gegenüber Alexander Dück ergänzt: "Wir sind gut reingekommen. Aber schon nach unserer Führung hat sich angedeutet, was sich das gesamte Spiel durchgezogen hat: Offensiv waren wir ganz gut, defensiv waren wir dagegen in einigen Situationen nachlässig."
Nach einer intensiven Anfangsphase, in der sich aber keine der beiden Mannschaften große Chancen herausspielte, mussten die Heilbronner die erste Kröte schlucken. Nachdem ein Falken-Spieler in der eigenen Zone hart bedrängt das Gleichgewicht verloren hatte, parierte Goalie Patrick Berger zwar noch den Schuss von Alexander Preíbisch. Im Nachsetzen sorgte Christoph Kiefersauer aber für die Führung der Gäste (8. Minute).
Doppelschlag der Falken sorgt für erste Führung der Heilbronner
Die Falken mussten sich kurz schütteln. Doch in der 13. Minute hatten auch sie Grund zum Jubeln. Ein Diagonalpass der Bietigheimer in der eigenen Zone landete auf der Kelle von Niklas Jentsch, der Steelers-Schlussmann Olafr Schmidt keine Chance ließ – 1:1. Und nur 77 Sekunden darauf beförderte Nolan Ritchie einen scharfen Pass von Benedikt Jiranek per Hackentrick zum 2:1 ins Steelers-Netz (14.). Da er den Puck aber nicht gekickt, sondern nur abgelenkt hatte, hatte die Entscheidung auf dem Eis auf Tor auch nach dem Videobeweis der Schiedsrichter Bestand. Mit einem weiteren Abstaubertreffer durch Sören Sturm egalisierten die Bietigheimer aber den Spielstand noch vor der Drittelpause wieder zum 2:2. (17.).
Im zweiten Drittel nahm das Derby dann so richtig an Fahrt auf. Zunächst erkämpften sich die Falken einen Vorteil. Nach einer Riesenchance für Marek Racuk auf die Steelers-Führung erzielte Robin Just per Direktabnahme das 3:2 für Heilbronn (24.). Und Manuel Nix ließ in der 27. Minute das 4:2 folgen. Die Gäste schlugen aber zurück. Nur eine Minute und drei Sekunden nach dem 2:4 verkürzte Tamas Kanya wieder (28.). Und weitere nur 62 Sekunden später besorgte Tyler McNeely das 4:4 (29.) nach Vorarbeit von Alexander Preibisch.
Nach Ausgleich zum 4:4 schwamm die Heilbronner Defensive
In der Folge schwammen die Falken in der Abwehr ganz schön. Unter Mithilfe von Goalie Berger, der den Puck durch die Fanghand rutschen ließ, gelang Marek Racuk das 5:4 (35.) für die Steelers. Nur 40 Sekunden darauf ließ McNeely sogar das Bietigheimer-6:4 folgen.
Mit seinem zweiten Treffer brachte Nix die Falken aber wieder auf 5:6 heran (38.). Und nachdem die Bietigheimer in der eigenen Zone den Puck vertändelt hatten, glich Thore Weyrauch wieder aus (39.) – 6:6. Mit der Pausensirene wurde es dann emotional auf dem Eis. Benedikt Jiranek ging nach einem Ellbogen in die Magengrube auf Sturm los, schwang die Fäuste und rang den Bietigheimer zu Boden. Das sanktionierten die Schiedsrichter mit jeweils fünf Minuten. Da sich auf dem Weg in die Kabinen auch noch Racuk ein Scharmützel mit Corey Mapes lieferte, musste auch er zu Beginn des Schlussabschnitts für zwei Minuten auf die Strafbank. Mapes erhielt sogar eine Spieldauerstrafe wegen Werfens von Gegenständen. Auch der Sportliche Leiter der Falken, Martin Jiranek, wurde mit einer Spieldauerstrafe sanktioniert, weil er von der Bank eingegriffen hatte.
Nolan Ritchie sorgt mit einem Solo für die Entscheidung
Bereits nach drei Minuten im Schlussabschnitt machte Ritche nach einem Solo schon alles klar – 7:6 (43.). In der Folge verteidigten die Falken ihren Vorsprung clever. Selbst als Steelers-Trainer Alexander Dück seinen Goalie für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm, hielt das Heilbronner Bollwerk.
Tor: Berger, Ganz; Abwehr: Mapes – B. Jiranek, Pavlu – Supis, Krenzlin – Schiller, Mayer; Angriff: Ritchie – Weyrauch – Anderson, Just – Hon – Jentsch, Ludin – Cabana – Zawatsky, Willhöft – V. Jiranek – Nix.
Tore: 0:1 Kiefersauer (8.), 1:1 Jentsch (13.), 2:1 Ritchie (14.), 2:2 Sturm (17.), 3:2 Just (24.), 4:2 Nix (27.), 4:3 Kanya (28.), 4:4 McNeely (29.), 4:5 Racuk (35.), 4:6 McNeely (35.), 5:6 Nix (38.), 6:6 Weyrauch (39.), 7:6 Richtie (43.). Schiedsrichter: Andreas Gawlik, Bastian Haupt. Strafminuten: 7/13. Zuschauer: 3492 (ausverkauft).



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