Heilbronner Falken: Die Krise weitet sich auf das Eis aus
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Die Heilbronner Falken verlieren beim Tabellenvorletzten EV Füssen mit 3:4 nach Verlängerung. Es ist bereits die dritte Niederlage in Folge seit Bekanntwerden der finanziellen Schwierigkeiten des Clubs.
Niklas Jentsch (vorne) war in Füssen einer der auffälligsten Spieler der Heilbronner Falken. Im Vier-gegen-drei belohnte er sich im Schlussabschnitt mit einem Treffer für seinen Einsatz.
Foto: Archiv/Berger, Mario
Trainer Niko Eronen wird nicht müde zu betonen, dass sich die Unruhe im Verein nicht auf die Spieler übertragen dürfe. Allerdings läuft es seit dem Bekanntwerden finanzieller Schwierigkeiten bei den Heilbronner Falken vor gut einer Woche auch sportlich nicht mehr. Der Eishockey-Oberligist aus dem Unterland verlor auch beim Tabellenvorletzten EV Füssen nach Verlängerung mit 3:4 (3:1, 0:0, 0:2). Es war die dritte Niederlage in Folge. „Es ist keine leichte Situation. Aber wir versuchen natürlich, immer unser Bestes zu geben“, sagte ein enttäuschter Niklas Jentsch direkt nach der Partie im Mikrofon von Sprade-TV.
Eronen stellte erneut die Reihen um. Calder Anderson rückte an die Seite von Luis Ludin und Gunars Skvorcovs. Dadurch fand die erfahrene und in der vergangenen Saison so gut harmonierende Reihe mit Freddy Cabana, Robin Just und Jentsch zusammen. Auch die Füssener mussten personell umstellen. Nachdem sich Goalie Timotej Pancur unter der Woche in Selb eine Oberkörperverletzung zugezogen hatten, statteten sie Rihards Babulis vom benachbarten DEL2-Club ESV Kaufbeuren mit einer Förderlizenz aus, der gegen Heilbronn auch gleich das Vertrauen von Trainer Daniel Jun erhielt.
Füssen holt Kaufbeurens Goalie Rihards Babulis mit einer Förderlizenz als Ersatz für verletzten Timotej Pancur
Der 22-jährige Schlussmann hatte zunächst aber nicht allzu viel zu tun. Öfter im Mittelpunkt stand zu Beginn sein Gegenüber, Patrick Berger. Der Falken-Goalie musste bereits nach nicht einmal 100 Sekunden das erste Mal hinter sich greifen. Als Robin Just eine kleine Strafe absaß, fälschte Julian Straub einen Schuss von Sandro Mayr unhaltbar zum 1:0 ab (2. Minute). Fünf Minuten darauf legte Bauer Neudecker das 2:0 nach. Bei einem Konter überlistete der US-Amerikaner Berger ins kurze Eck, als der Torwart schon leicht auf einen Querpass auf Simon Boyko spekulierte (7.).
Die Heilbronner versuchten, sich ins Spiel hineinzukämpfen. Doch Vieles blieb Stückwerk, die zwei Gegentreffer steckten den Falken in den Knochen. Dann traf allerdings Ludin mit einem Handgelenkschuss über den Innenpfosten zum 1:2 (12.). Zweieinhalb Minuten später lagen die Gäste allerdings wieder mit zwei Treffern zurück. Babulis schickte Boyko lang, der Berger keine Chance ließ (15.).
Heilbronner Falken betreiben nach der ersten Drittelpause viel Aufwand, haben aber wenig Ertrag
Aus der Drittelpause kamen die Heilbronner strukturierter und aggressiver aufs Eis zurück. Doch Babulis überwanden sie nicht. Der Goalie machte bei seiner Rückkehr nach Füssen – bereits in den beiden vergangenen Jahren stand er am Kobelhang mit einer Förderlizenz ausgestattet zwischen den Pfosten – eine starke Partie. Unter anderem entschärfte er im Ein-gegen-eins mit Jentsch einen Schuss des Heilbronners (25.). Und auch von Just ließ er sich nicht narren, als der sich im Rücken der Abwehr am langen Pfosten davongeschlichen hatte (36.). „Diesen Abschnitt haben wir einfach nur überlegt“, berichtet Jun. „Die Heilbronner hatten vier Mal so viele Schüsse auf unser Tor, wie wir auf ihrs.“ Das Schussverhältnis war 23:8 zugunsten der Falken.
Mit den Treffern klappte es aber erst im Schlussabschnitt. Zunächst verkürzte Cabana in Überzahl auf 2:3 (45.). Und als die Schiedsrichter innerhalb von 90 Sekunden erst Heilbronns Paul Fabian (47.), dann die beiden Füssener Mayr (48.) und Henry Homann (49.) sowie auch noch Ludin (49.) in die Kühlbox schickten, traf Jentsch im Vier-gegen-drei zum 3:3-Ausgleich (50.). Das offene Visier, mit dem beide Mannschaften die letzten Minuten angingen, wurde aber nicht mehr belohnt.
Ein Geniestreich von EVF-Trainer Daniel Jun in der Verlängerung bringt Füssen den Sieg
In der Verlängerung waren dann aber nur 14 Sekunden gespielt, als Boyko der Siegtreffer gelang. Füssens Kapitän Straub hatte das Bully gewonnen und war direkt zum Wechsel gefahren, wodurch der Kanadier der EVF, der hereingekommen ist, das Eins-gegen-eins gegen Falken-Goalie Berger bekam, den er über die Fanghand überwand. „Mit all dem Einsatz, den wir gezeigt haben, wäre ein Sieg für uns vielleicht auch nicht unverdient gewesen. Wir hatten ab dem zweiten Drittel ein Chancenplus“, erklärt Eronen.
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