Heilbronner Falken bauen Serien-Führung gegen Dresden auf 2:0 aus
Spiel zwei im DEL-2-Playoff-Viertelfinale gegen Dresden geht auch an die Heilbronner Falken. Jeremy Williams trifft beim 3:2-Sieg zwei Mal in Überzahl und sorgt für Jubel bei den fast 2000 Fans.

Die Heilbronner Falken sind nicht kleinzukriegen: Das Team von Jason Morgan hat den Angriff der wütenden Dresdner Eislöwen erfolgreich abgewehrt und auch Spiel zwei der Serie gewonnen. In einem einmal mehr hart umkämpften Duell setzte sich Heilbronn am Freitagabend mit 3:2 (1:1, 1:0, 1:1) durch - und baute seine Führung in der Playoff-Viertelfinale-Serie auf 2:0 aus.
Topscorer Jeremy Williams steuerte zwei Treffer zum Sieg bei - beide in Überzahl. "Die Torhüterleistung und die Special Teams waren wieder ausschlaggebend", sagte Morgan, der in Arno Tiefensee einen starken Rückhalt hatte. "Er hat hervorragend gehalten", lobte auch Gästetrainer Andreas Brockmann, fasste aber zusammen: "Um die Serie zu gewinnen braucht es vier Siege - nicht zwei."
Das 2:3 nach Verlängerung hatte die Dresdner am Mittwochabend im ersten Duell kalt erwischt. "Das tat schon weh", sagte der DEL2- Spieler des Jahres, Jordan Knackstedt. Aber es sei auch nur das Auftaktmatch gewesen. Mehr nicht. "Wir sind bereit für Spiel zwei", kündigte der Angreifer der Eislöwen an.
Tiefensee ist erneut die Nummer eins
Das waren sie. Nach 20 Sekunden und einem gewonnenen Bully gaben die Gäste gleich mal einen gefährlichen Schuss ab - aber Goalie Arno Tiefensee, der wieder den Vorzug erhalten hatte, war auf dem Posten. Genauso wie beim zweiten Angriff der Eislöwen, als Vladislav Filin von rechts alleine aufs Tor stürmte.
Aber auch die Falken waren bereit, gaben die ersten Warnschüsse ab. Und sie schafften es, sich trotz des enormen Drucks der Gäste ins Spiel zu kämpfen. Und Heilbronn hatte gute Momente.
Obwohl verdient, fiel die Dresdner Führung fast ein wenig überraschend. Zumindest vom Zeitpunkt her. Dazu passte auch, dass die Scheibe glücklich ihren Weg ins Tor fand. Adam Kiedewicz" Schuss parierte Tiefensee zwar mit dem Arm - doch das Spielgerät flog im hohen Bogen ins Tor. Ein Rettungsversuch kam zu spät - 0:1 (10.), der Hauptrunden-Zweite führte.
Erste große Chance, erstes Tor für die Falken
Heilbronn musste sich schütteln, kam dann aber wieder und glich mit dem ersten guten Angriff nach dem Rückstand aus. In Gemeinschaftsarbeit hatten Corey Mapes und Stefan Della Rovere die Scheibe hinter dem Dresdner Tor erobert. Ein Pass von Della Rovere zurück in den Slot auf Thiel - schon stand es 1:1 (13.). Die Halle tobte. "Der Ausgleich war sehr wichtig für uns", sagte Morgan.
In den letzten Minuten des Drittels gab es die ersten Strafen. Aber kein Powerplay. Weil immer von beiden Mannschaften jeweils ein Spieler runter musste. Im Vier-gegen-Vier gaben die Falken die bessere Figur ab, waren das aktivere Team. Belohnt wurden sie dann doch noch mit einem Powerplay, als Knackstedt eine Strafe kassierte.
Und das zahlte sich nach der Pause aus: Nach zwölf Sekunden stand es 2:1 für die Hausherren. Della Rovere hatte die Scheibe halbhoch vor das Tor gespielt. Der heranstürmende Jeremy Williams tippte sie aus der Luft ins Tor, ehe er in Janick Schwendener rauschte und mitsamt dem Torhüter ebenfalls ins Tor fiel (21.). Der Treffer zählte - und wenn das so geplant gewesen sein sollte, war es perfekt getimed. Die Falken waren jetzt richtig "on fire", hatten Dresden im Griff - und hätten nachlegen können. Verdient wäre es gewesen. Und ein weiterer Gegentreffer hätte den Gästen zu dem Zeitpunkt weh getan.
Starke Falken-Abwehr als Schlüssel
Doch das gelang nicht, die Eislöwen blieben im Spiel. Und wurden gefährlicher. 24 Torschüsse allein im zweiten Drittel verzeichnete die Statistik für Dresden. Bei Abprallern von Tiefensee ging es vor dem Falken-Tor zur Sache, alles stürzte sich ins Getümmel. So brenzlig es aber auch wurde, so viele Schüsse es auch waren: Die Falken verteidigten die Gefahr im Kollektiv weg. Auch in Unterzahl. Und Tiefensee lief zur Höchstform auf.
Doch zu Beginn des letzten Abschnitts war er ein zweites Mal geschlagen - Knackstedt traf zum 2:2, indem er den Falken-Keeper von hinten anschoss - und die Scheibe ins Tor abprallte. Das Spiel war jetzt eine richtige Schlacht. Aber die Falken hatten noch einen im Köcher: In Überzahl traf Williams nach nur 24 Sekunden mit einem Mann mehr zum 3:2 (53.). Diese Führung fuhren die Falken mit starkem Einsatz nach Hause. Sonntag (17 Uhr) geht es in Dresden mit Spiel drei weiter. Vier Siege braucht es für den Halbfinal-Einzug.
Tor: Tiefensee, Natterer. Abwehr: Maschmeyer - Morrison; Fischer - Mapes; Dziambor - Obu; Krenzlin. Angriff: Williams - Thiel - Della Rovere; Blackwater - Lautenschlager - Kirsch; Fabricius - Klos - Dunham; Volkmann - Heim - Elias.
Tore: 0:1 (10.) Kiedewicz, 1:1 (13.) Thiel, 2:1 (21.) Williams, 2:2 (42.) Knackstedt, 3:2 (53.) Williams.
Strafminuten: 12/12. Schiedsrichter: Bastian Haupt, Martin Holzer. Zuschauer: 1911
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