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Heilbronner EC und Eisbären sind jetzt auch im Vereinsnamen vereint

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Mitgliederversammlung des Heilbronner EC beschließt Namenszusatz. Kai Sellers kehrt als erster Vorstand zurück und will die Zusammenarbeit mit den Falken verbessern.

Künftig spielen die HEC Eisbären und die HEC 1b in einer gemeinsamen Baden-Württemberg-Liga. Direkte Aufeinandertreffen sind aber ausgeschlossen.
Foto: Archiv/Seidel
Künftig spielen die HEC Eisbären und die HEC 1b in einer gemeinsamen Baden-Württemberg-Liga. Direkte Aufeinandertreffen sind aber ausgeschlossen. Foto: Archiv/Seidel  Foto: Seidel

Mit der Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung startete die Diskussion. In Sozialen Medien war zu lesen, der Heilbronner EC werde zu Grabe getragen, fast 40 Jahre nach der Gründung werde der Name getilgt. "Davon kann überhaupt keine Rede sein", sagt Michael Rumrich, Geschäftsführer des HEC. Vielmehr sei der Name erweitert worden. Seit Montagabend heißt der Verein offiziell Heilbronner Eishockeyclub Eisbären e.V. "Das war ein überfälliger Schritt. Schon beim Zusammenschluss von HEC und Eisbären hätte der Name entsprechend geändert werden sollen", betont Rumrich.

Vor sechs Jahren kehrten die Eisbären in den Schoß des HEC zurück

Rückblick: Im April 2018 hatten zunächst die Eisbären Heilbronn ihre Auflösung beschlossen, anschließend der HEC die Eisbären in den bestehenden Verein eingegliedert. Dieser Schritt war notwendig geworden, weil den Eisbären der Verlust der Spiellizenz in der Regionalliga drohte, da sie keine Jugendmannschaften besaßen. "Wenn wir das nicht machen, dann wird es Eishockey in Heilbronn in seiner bisherigen Form nicht mehr geben", sagte der damalige Eisbären-Vorsitzende Sven Breiter. Im Grunde war es eine Rückkehr der Eisbären in den Schoß der Mutter. Denn im Jahr 2005 hatten sich die Heilbronner Eisbären aus dem HEC heraus gegründet, da der damalige Manager Ernst Rupp keine Amateurmannschaft mehr in seinem Proficlub beherbergen wollte.

Kai Sellers übernimmt erneut das Ruder

Erster Vorsitzender des wiedervereinten HEC wurde vor sechs Jahren Kai Sellers. Seit Montagabend ist es der 50-Jährige erneut. "Ich habe wieder Lust auf die Aufgabe", sagt Sellers. Der bisherige Vorstand um Jan Schablowski hatte seine Ämter zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit Rainer Scholl und Jan Hey wurde Sellers am Montagabend ohne Gegenstimmen gewählt.

Deutlich knapper fiel die Abstimmung bezüglich der Namensänderung aus, für die eine Zweidrittelmehrheit benötigt wurde. Nach längerer Diskussion und geheimer Wahl wurde die hauchdünn erreicht. "Meine Bereitschaft, den Vorstandsposten zu übernehmen, bestand unabhängig vom Ausgang dieser Entscheidung", betonte Sellers. "Ich haben beim HEC mit dem Eishockey angefangen, habe die Eisbären mitgegründet und war erster Vorsitzender nach dem Zusammenschluss. Mir geht es um das gemeinsame Projekt, Eishockey in Heilbronn zu erhalten und weiterzuentwickeln."

Nach der Namensänderung soll ein neues Logo her

Neben dem Namen soll auch das Logo geändert werden. Bislang standen das alte HEC-Logo mit dem Schlittschuh und der grimmig dreinblickende Eisbär mit HEC-Tattoo nebeneinander. Sowohl die Stadtfarben als auch die drei Elemente HEC-Schriftzug, Eisbär und Schlittschuh sollen in einem neuen Signet erhalten bleiben. "Es geht um die Außendarstellung. Wir wollen als ein Verein wahrgenommen werden. Selbst sechs Jahre nach dem Zusammenschluss glauben viele Außenstehende noch, es gibt drei Eishockeyvereine in der Stadt: Falken, Eisbären und HEC", erklärt Rumrich.

Gesprächsfaden mit den Falken neu aufnehmen

Der neue Vorstand des Heilbronner EC Eisbären e.V. (von links): 2. Vorstand Rainer Scholl, 1. Vorstand Kai Sellers, 3. Vorstand Jan Hey.
Foto: Thomas Muth
Der neue Vorstand des Heilbronner EC Eisbären e.V. (von links): 2. Vorstand Rainer Scholl, 1. Vorstand Kai Sellers, 3. Vorstand Jan Hey. Foto: Thomas Muth  Foto: Thomas Muth

Apropos Falken. Der Profibetrieb ist von der Namensänderung des Stammvereins nicht betroffen. Lediglich im demnächst zu verhandelnden Kooperationsvertrag wird der neue Name auftauchen. "Ich will den Gesprächsfaden zu den Falken neu aufnehmen und die Zusammenarbeit verbessern", verspricht Sellers. Im September vergangenen Jahres war es bei dieser vermeintlichen Formalie zum Bruch zwischen Falken und HEC gekommen. Erst im Dezember und mit der Hilfe eines vom Deutschen Eishockey Bund gestellten Mediators rauften sich beide Seiten zusammen und verlängerten den Kontrakt. "Die Vergangenheit ist nicht zu ändern, ich will unvoreingenommen auf alle zugehen", sagt Sellers.

Hintergrund: Neue Ligastruktur in Baden-Württemberg

Länger als ein halbes Jahr wurde diskutiert, jetzt gibt es ein Ergebnis: In Baden-Württemberg wird es ab der Saison 24/25 eine Baden-Württemberg-Liga mit 15 Teams geben. Die bisherige Regionalliga - die in der vergangenen Saison auf nur noch fünf Teams geschrumpft war - wird mit der Landesliga zusammengelegt. Zunächst wird in drei Fünfergruppen gespielt, bevor eine Teilung in Meister- und Pokalrunde erfolgt. Vereinsinterne Duelle wie zwischen dem amtierenden Regionalligameister HEC Eisbären und dem bisherigen Landesligateam HEC 1b sind allerdings ausgeschlossen. Die mal angedachte Kooperation mit dem Eishockeyverband Hessen wurde nicht weiterverfolgt. "Der sportliche Reiz gegen Landesliga-Teams zu spielen, ist überschaubar. In der ersten Gruppenphase wird es bestimmt zweistellige Ergebnisse geben", sagt HEC-Eisbären-Coach Kai Sellers.

 
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