Falken starten mit einem Sieg in die Pre-Playoffs
Die Heilbronner Falken gewinnen ein verrücktes erstes Pre-Playoffspiel gegen die Dresdner Eislöwen mit 8:5. Kapitän Derek Damon steuerte drei Treffer bei.

Die Falken haben sich am Freitagabend in der Kolbenschmidt-Arena den erhofften Matchball in Richtung DEL-2-Playoffs geholt. In einer verrückten Pre-Playoff-Partie gewannen die Heilbronner vor der etwas enttäuschenden Kulisse von 1928 Zuschauern mit 8:5 (1:2, 3:1, 4:2) gegen die Dresdner Eislöwen.
Mit einem weiteren Sieg am Sonntag (17 Uhr) in Sachsen wäre die Best-of-Three-Serie bereits gewonnen. Mann des Abends war Kapitän Derek Damon, der als Denker und Lenker selbst drei Treffer beisteuerte.
Ex-Falke trifft zur Führung für die Gäste
Die Falken legten los wie die Feuerwehr, feuerten in den ersten 30 Sekunden drei Schüsse Richtung Marco Eisenhut. Doch der Überraschungsangriff blieb ein Strohfeuer. Noch vor Ablauf der ersten Minute hatte Dresdens Kapitän Thomas Pielmeier bei einer Zwei-auf-Eins-Situation die große Chance zur Gästeführung. Die besorgte in der dritten Minute ausgerechnet der Falken-Kapitän der vergangenen Saison. Jordan Heywood zog einfach mal von der blauen Linie ab, Mirko Pantkowski war die Sicht versperrt, die Scheibe schlug zum 0:1 ein.
Das Offensivspiel der Falken blieb auch in der Folge fahrig. Zu oft, zu schnell war der Puck weg. Als der aktuelle Kapitän Damon in der zehnten Minute auf die Strafbank musste, ging dann aber ein Ruck durchs Team. In Unterzahl setzten die Falken den Gegner derart unter Druck, dass der froh sein konnte, die 120 Sekunden ohne Gegentor überstanden zu haben. Das ließ aber nicht mehr lange auf sich warten. Alex Lambacher behauptete die Scheibe im gegnerischen Drittel, seinen Schuss ließ Eisenhut − wie eigentlich alle Schüsse − prallen und Samuel Soramies war zur Stelle und erzielte den 1:1-Ausgleich (13.).
Doch das Tor brachte nicht mehr Sicherheit ins Heilbronner Spiel. Den zweiten bösen Schnitzer von Markus Eberhardt bestraften die Dresdner schließlich. Dank des Assists des Falken-Verteidigers durfte Stefan Della Rovere völlig frei zum 2:1 ins Toreck verwandeln (18.).
Falken erhöhen den Druck
Ins Mitteldrittel fiel die Ankunft der Falken in den diesjährigen Playoffs. Der Kapitän betätigte sich als Dosenöffner. Aus unmöglichem Winkel traf Damon zum 2:2 (24.), Eisenhut sah nicht gut aus. Darauf folgte eine Phase des Voll-Alarms vor dem Dresdner Tor. Im 30-Sekunden-Takt spielten sich die Falken Topchancen heraus. Dresden fand gar nicht mehr statt.
Mit einem traumhaften Abschluss nach dem bis dahin besten Angriff des Spiels traf Alex Lambacher zur ersten Führung (27.) für die Falken. Brock Maschmeyer, Kevin Lavallée und Justin Kirsch hatten beste Gelegenheiten weiter zu erhöhen.
Gästetrainer Bradley Gratton griff in höchster Not zur Auszeit. Brachte nur nichts. Einen Schuss von Jimmy Sharrow lenkte Kyle Helms zum 4:2 (31.) ins Netz. Die Referees bemühten den Videobeweis, gaben den Treffer zwar schließlich, verschafften den Dresdnern damit aber eine weitere willkommene Verschnaufpause.
Nun wechselten die Eislöwen vom kollektiven Rückzug ins Forechecking und Maschmeyer ließ sich zu einem Foul provozieren. Perfekt freigespielt gelang Pielmeier nur 58 Sekunden nach dem 4:2 wieder der Anschluss. Was in freier Wildbahn für Löwen, gilt eben auch für Eislöwen: weidwund sind sie besonders gefährlich. Hätte Pantkowski im zweiten Abschnitt nicht noch drei Monster-Saves ausgepackt, Dresden hätte durchaus wieder ausgleichen können.
Kirsch schlägt von der Lieblingsposition zu
Doch so kamen hochkonzentrierte Falken mit der 4:3-Führung im Rücken zurück aufs Eis und legten in Überzahl zwei Tore nach. Justin Kirsch traf gegen seinen Lieblingsgegner von seiner Lieblingsposition genau eine Sekunde vor Ende der Strafzeit zum 5:3 (45.). Es war sein zwölftes Tor in den vergangenen elf Spielen gegen die Dresdner. Damon legte vier Minuten später wieder in Überzahl das 6:3 nach.
Doch die Eislöwen waren mitnichten erlegt. 19 Sekunden später stand es durch Steve Hanusch schon wieder 4:6. Dann hatte Pantkowski einen unglücklichen Auftritt und spitzelte weit aus seinem Tor heraus die Scheibe auf Maschmeyers Schlittschuh − das 5:6 war mehr ein Eigentor, Nick Huard hatte leichtes Spiel, schob die Scheibe in das leer Tor.
Zum Glück hatten die Falken ihren Kapitän und eine 75-prozentige Überzahlquote. Damon setzte legte das wichtige 7:5 nach. Greg Gibson setzte mit einem Empty-Net-Goal den Schlusspunkt zum 8:5.
Tor: Pantkowski, Mnich; Abwehr: Pavlu - Sharrow, Maschmeyer - Kurz, Mapes - Eberhardt; Angriff: Helms - Lambacher - Soramies, Ranta - Damon - Gibson, Kirsch - Lavallée - Bettahar, Gelke - Klos - Bernhardt
Tore: 0:1 (3.) Heywood, 1:1 (13.) Soramies, 1:2 (18.) Della Rovere, 2:2 (24.) Damon, 3:2 (27.) Lambacher, 4:2 (31.) Helms, 4:3 (32.) Pielmeier, 5:3 (45.) Kirsch, 6:3 (48.) Damon, 6:4 (48.) Hanusch, 6:5 (54.) Huard, 7:5 (57.) Damon, 8:5 (60.) Gibson
Strafminuten:4/8
Schiedsrichter: Bastian Haupt, Christian Oswald
Zuschauer: 1928
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