Falken setzen sich in der Tabelle von den Steelers ab
Durch den 5:3-Sieg der Heilbronner Falken bei den ECDC Memmingen Indians und der 3:5-Niederlage der Bietigheim Steelers bei den Lindau Islanders hat das Petrozza-Team nun drei Punkte Vorsprung auf den Erzrivalen.

Die Heilbronner Falken sind ihrem Ziel, Platz eins in der Oberliga Süd schon vor dem Hauptrundenabschluss gegen die Bietigheim Steelers zu sichern, einen Schritt näher gekommen. Während der Erzrivale aus Bietigheim in Lindau mit 3:5 verlor, setzte sich die Mannschaft von Trainer Frank Petrozza bei den ECDC Memmingen Indians mit 5:3 (1:0, 2:2, 2:1) durch. Damit setzten sich die Unterländer in der Tabelle von den Steelers auf drei Punkte ab – bei dem deutlich besseren Torverhältnis.
„Solche Spiele bei so einer Stimmung sind die Gründe, weshalb wir Eishockey spielen“, erklärt der Falken-Trainer.
Beide Teams sind von der ersten Sekunde an wach
Die 2410 Zuschauer in der Alpha-Cooling-Arena am Hühnerberg sahen ein Spitzenspiel, das diesen Namen verdiente. Kein Abtasten, stattdessen Power-Eishockey von der ersten Sekunde an. Für beide Teams stand allerdings auch viel auf dem Spiel. Die Falken benötigen jeden Punkt, um sich an der Tabellenspitze von dem zu diesem Zeitpunkt noch punktgleichen Verfolger Bietigheim Steelers abzusetzen. Die Indians wollten ihren erst am Dienstag im direkten Duell vom Deggendorfer SC eroberten dritten Tabellenplatz verteidigen.
Sogar einen Tick besser in die Partie kamen die Heilbronner. Bereits in der vierten Minute brachte sie Alec Zawatsky in Führung, nachdem er sich im Rücken der weit aufgerückten Memminger davongeschlichen und im Eins-gegen-eins mit Bastian Flott-Kucis den ECDC-Goalie aussteigen gelassen hatte.
Falken-Goalie Berger bekommt ein Sonderlob von Petrozza
In der Folge hatten die Falken die Begegnung im Griff. Doch bei zwei Strafzeiten der Gäste brannte es immer wieder lichterloh vor dem Kasten von Patrick Berger, der aber einen Monster-Safe nach dem anderen auspackte. „Wir brauchen einen guten Torhüter - und wir haben den mit ,Bergi’“, sagt Petrozza und ergänzt: „Für mich ist er der beste Goalie der Liga.“
Die beste Gelegenheit zum Ausgleich hatte Markus Lillich, zielte aber aus kurzer Distanz über die Latte (7. Minute). „Durch das Gegentor haben wir ein bisschen zu viel Respekt bekommen“, erklärt Memmingens Trainer Daniel Huhn. „Und das Heilbronn derzeit die heißeste Mannschaft der Liga sind, haben sie heute auch gezeigt.“
Statt 2:0 durch Ritchie müssen Falken den Ausgleich hinnehmen
In der 28. Minute musste der Falken-Goalie doch hinter sich greifen. Nachdem Nolan Ritchie rund zwei Minuten vorher die Chance aufs Heilbronner 2:0 gehabt hatte, drosch Edgars Homjakovs die Scheibe unters kurze Lattendreieck.
Durch den Ausgleich bekamen die Indians die zweite Luft. Tobias Meier und Milan Pfalzer hatten die Memminger Führung auf der Kelle (29.). Doch mit einem Geniestreich nahmen Ritchie und Calder Anderson den Gastgebern wieder den Wind aus den Segeln. Auf Zuspiel von Ritchie überraschte Anderson trotz viel Verkehr vor dem Tor alle (31.). Und keine 70 Sekunden später legte Robin Just das 3:1 nach (32.). „Nach dem Ausgleich haben wir etwas das Momentum verloren. Doch das 2:1 und rund eine Minute später das 3:1 war der Knackpunkt“, berichtet Petrozza. Und Huhn ergänzt: „Wenn man einem Team wie den Heilbronner ein bisschen Raum gibt, schlagen sie eiskalt zu.“
Umstrittener Treffer von Jentsch zum 4:2
Die vierte Strafzeit gegen Heilbronn wurde den Falken dann aber doch zum Verhängnis. Fünf Sekunden vor Drittelende verwertete Jack Olmstead einen Rebound aus dem Getümmel heraus zum 2:3-Anschlusstreffer (40.).
Mit einem Treffer, der noch lange diskutiert werden dürfte, bachte Niklas Jentsch die Falken auf die Siegerstraße. Zwar fing Flott-Kucis in Unterzahl den Puck nach einer Direktabnahme von Jentsch. Doch nach Videobeweis revidierten die Schiedsrichter ihre Entscheidung auf dem Eis, da sie der Überzeugung waren, dass die Scheibe in der Fanghand hinter der Linie war (49.). „Das war wieder ein extremer Nackenschlag“, erklärt Huhn und stellt die Frage: „Ich weiß nicht, warum das dritte Team immer so eingreifen muss. Die Schiris sollen die Jungs doch spielen lassen. Das ist Playoff-Eishockey.“
Heilbronner überstehen letzte zwei Minuten in Unterzahl
Nur rund 70 Sekunden später staubte Gunars Skvorcovs zum 5:2 ab (51.).
Den Schlusspunkt setzte nach einem kapitalen Fehlpass von Jan Pavlu im Spielaufbau bereits in der 53. Minute Olmstead zum 3:5. Es brachte auch nichts mehr, dass Indians-Trainer Huhn in den letzten beiden Minuten Goalie Flott-Kucis für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahmen. „Das dritte Drittel war sehr umkämpft“, zieht Petrozza als Fazit.
Tor: Berger, Willerscheid; Abwehr: Mapes - B. Jiranek, Pavlu - Supis, Krenzlin - Schiller, Schams; Angriff: Anderson - Weyrauch - Ritchie, Just - Cabana - Jentsch, Zawatsky - Ludin - Skvorcovs, Tschwanow - V. Jiranek.Tore: 0:1 Zawatsky (4.), 1:1 Homjakovs (28.), 1:2 Anderson (31.), 1:3 Just (32.), 2:3 Olmstead (40./Überzahl), 2:4 Jentsch (49./Überzahl), 2:5 Skvorcovs (51.), 3:5 Olmstead (53.).Schiedsrichter: Tim Heffner, Florian Meineke.Strafminuten: 8/10. Zuschauer: 2410.
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