Stimme+
Eishockey
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Falken drehen Derby nach 0:2-Rückstand zum 5:3-Sieg

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Erst lassen sich die Heilbronner in Unterzahl vom Oberliga-Schlusslicht düpieren, dann schlagen sie selbst mit drei Powerplay-Toren zurück.

Wie schon im ersten Spiel gegen die Rebels gerieten Robin Just (rechts) und die Falken zunächst in Rückstand, drehten dann aber die Partie. 
Foto: Archiv/Berger
Wie schon im ersten Spiel gegen die Rebels gerieten Robin Just (rechts) und die Falken zunächst in Rückstand, drehten dann aber die Partie. Foto: Archiv/Berger  Foto: Berger, Mario

Es war kein Spaziergang beim Schlusslicht in Stuttgart. Doch die Heilbronner Falken haben am Freitagabend die Vorgabe von Trainer Frank Petrozza erfüllt: "Wir fahren dahin, um drei Punkte zu holen." Doch erst nach einem 0:2-Rückstand besannen sich die Unterländer auf ihre Stärken und traten mit einem verdienten 5:3 (1:2, 2:0, 2:1)-Erfolg im Gepäck die kurze Heimreise an. Am Sonntag (18.30 Uhr) ist der SC Riessersee zu Gast in Heilbronn.

Unschönes neues Phänomen im ersten Drittel

Die Hälfte der ersten 20 Minuten agierten die Falken in Überzahl. Allerdings resultierte aus diesen zehn Minuten nur ein einziger Treffer. Eine Direktabnahme von Verteidiger Thomas Supis landete abgefälscht im Stuttgarter Kasten (17. Minute). Das war aber mitnichten die Gäste-Führung, sondern lediglich der 1:2-Anschlusstreffer.

Denn während das nicht immer effektive Powerplay durchaus falkentypisch ist, war das miserable Unterzahlspiel beim Liga-Primus in dieser Statistik ein unschönes neues Phänomen. Zwei Mal waren die Gastgeber in Überzahl, zwei Mal waren sie nach gut 20 Sekunden mit einem Mann mehr auf dem Eis erfolgreich und zwei Mal verteidigten die Falken null den heiligen Bereich direkt vor dem Tor. Erst durfte Thomas Fink mutterseelenallein im Slot zum 1:0 einschieben (10.). Gut zwei Minuten später ließ Freddy Cabana seinen Gegenspieler Petr Wiencek ziehen, der zum 2:0 traf (12.). Leichter war es noch nie, Powerplaytore gegen die Falken zu erzielen.

Mehr defensive Stabilität im Mittelabschnitt

Um Haaresbreite wäre den Rebels zuvor sogar noch ein Unterzahltreffer gelungen. Jannik Herm überwand bei einem Alleingang Falken-Goalie Leon Willerscheid, doch Supis kratzte die Scheibe noch gerade so eben von der Linie (2.).

Eine Ansage in der Kabine dürfte klar gewesen sein: der Slot ist ab sofort Stuttgarter Tabuzone. Die dritte und vierte Unterzahlsituation im Mitteldrittel überstanden die Falken jedenfalls problemlos. Mit dieser zusätzlichen Sicherheit in der Defensive gelang es in den zweiten 20 Minuten, die Partie zu drehen. Zunächst drückte Pontus Wernerson Libäck nach mehrmaligem Nachsetzen von Oula Uski die Scheibe zum 2:2-Ausgleich über die Linie (26.). In doppelter Überzahl staubte Sam Verelst zur ersten Führung der Gäste ab (39.). Zuvor hatte Robin Just Pech, als sein Schuss nur die Latte küsste (38.).

Willerscheid macht die Partie mit seinem Lapsus wieder spannend

Im Schlussdrittel ließ der Kapitän schnell das beruhigende 4:2 folgen. Freddy Cabana setzte sich mit einer Einzelaktion vor dem Tor durch (44.). Danach hatten die Falken eigentlich alles im Griff. Stuttgart versuchte zwar, mehr Eigeninitiative zu entwickeln, kam aber nicht gefährlich vors Tor. Letztlich war es ein Lapsus von Willerscheid, der die Partie wieder spannend machte. Einen an sich harmlosen Schuss von Alex Samusev ließ der Heilbronner Goalie in seinem dritten Oberligaspiel zum 3:4-Anschluss durchrutschen (52.).

Fauxpas der Rebels besiegelt die Heimniederlage

Eine echte Schlussoffensive brachten die Stuttgarter allerdings nicht zustande. Es fand sich nicht mal eine Gelegenheit, Torhüter Jonas Gähr zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zu holen. Eine gute Minute vor Ende standen die Rebels aber plötzlich doch mit sechs Spielern auf dem Eis - plus Gähr im Kasten. Die Folge war eine Strafe gegen die Bank, die David Kirchhoff absitzen musste. Die Falken nutzen die Überzahl zur Entscheidung. Jan Pavlu war 28 Sekunden vor dem Ende der Schütze zum 5:3-Endstand.

Tor: Willerscheid, Kapteinat. Abwehr: Mapes - B. Jiranek, Pavlu - Supis, Krenzlin - Kuschel. Angriff: L. Wernerson Libäck - Cabana - P. Wernerson Libäck, Verelst - Uski - Detig, Jentsch - Just - V. Jiranek.

Tore: 1:0 (10.) Fink, 2:0 (12.) Wiencek, 2:1 (17.) Supis, 2:2 (26.) P. Wernerson Libäck, 2:3 (39.) Verelst, 2:4 (44.) Cabana, 3:4 (52.) Samusev, 3:5 (60.) Pavlu.

Schiedsrichter: Vanessa Anselm, Artur Votler.

Strafminuten: 14/8.

Zuschauer: 1626.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben