Stimme+
Eishockey 
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Erfolgreicher Abnutzungskampf: Falken besiegen Höchstadt mit 2:1

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Oberligist Heilbronner Falken liefert im Duell mit Höchstadt kaum spielerische Höhepunkte, nimmt aber die Punkte mit. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Einen wahren Abnutzungskampf lieferten sich an Heilig Drei Könige die Heilbronner Falken und die Höchstadt Alligators in der Eishockey-Oberliga. Beide Mannschaften gaben nach dem Spiele-Marathon über Weihnachten und Silvester – es war die siebte Begegnung in den vergangenen 15 Tagen – keinen Zentimeter auf dem Eis verloren. Am Ende setzten sich die Unterländer doch souverän mit 2:1 (0:0, 2:0, 0:1) durch.

Heilbronner Falken gewinnen in Höchstadt: "Wir mussten uns jeden Abschluss hart erarbeiten"

„Die Taktik der Höchstädter ist, die Gegner zu verlangsamen. Es gab keine Chancen, Geschwindigkeit aufzunehmen und schöne Passkombinationen zu zeigen. Wir mussten uns jeden Abschluss hart erarbeiten“, berichtet Falken-Trainer Niko Eronen. „Wir hatten zwar öfter den Puck. Aber sie haben die Mitte direkt vor dem Tor gut verteidigt, weshalb wir wussten, dass wir mehr Gefahr von der blauen Linie ausstrahlen mussten. Das gelang uns aber nicht. Und wenn die Alligators Umschaltmomente hatten, dann schalteten sie in den sechsten Gang und hatten sogar öfter Überzahlsituationen zwei gegen eins oder drei gegen zwei.“ Und sein Gegenüber Morgan Persson ergänzt: „Es war ein gutes und sehr enges Eishockey-Spiel. Wir haben einen richtig guten Job gemacht, die Heilbronner aus dem Slot fernzuhalten.“

Thore Weyrauch (Mitte) und die Heilbronner Falken brannten zwar kein spielerisches Feuerwerk ab, gewannen gegen Höchstadt aber letztlich souverän.
Thore Weyrauch (Mitte) und die Heilbronner Falken brannten zwar kein spielerisches Feuerwerk ab, gewannen gegen Höchstadt aber letztlich souverän.  Foto: Berger, Mario

Wie zuletzt bei den Tölzer Löwen und gegen die Memmingen Indians geizten die Falken, bei denen Kapitän Freddy Cabana seine Sperre nach der Spieldauerstrafe absaß und auch Nolan Ritchie, Lars Schiller sowie Luis Ludin weiterhin fehlten, mit Treffern im ersten Drittel. Dabei versuchten sie wie gegen den EV Füssen, gleich klarzustellen, wer das Eis am Abend von Heilig Drei Könige als Sieger verlassen würde. Die Höchstädter benötigten dagegen etwas Anlaufzeit, um die Busfahrt aus den Beinen zu schütteln. Erst nach knapp vier Minuten musste Goalie Franz Jokinen das erste Mal wirklich eingreifen.

Heilbronner Falken gegen Höchstadt: Spielerische Glanzpunkte und gefährliche Abschlüsse sind Mangelware

Danach entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Gefährliche Abschlüsse blieben aber Mangelware, auch wenn die Heilbronner eine Unterzahl überstehen mussten. Die beste Gelegenheit auf die Führung der Gastgeber hatte noch Niklas Jentsch, der aber aus kurzer Distanz an Alligators-Torwart Nico Zimmermann scheiterte (10. Minute).

Aus der ersten Drittelpause kamen die Falken mit mehr Schwung aufs Eis zurück. Es blieb aber weiterhin beim 0:0. Denn die Gäste schafften es immer wieder, vor dem eigenen Kasten die Schläger der Heilbronner zu kontrollieren – wie nach rund 90 Sekunden nach Wiederbeginn, als Robin Just nicht an den Puck kam, oder nach dreieinhalb Minuten, als Marvin Drothen nicht zum Abschluss kam.

Jeder Zweikampf wird intensiv geführt und kein Zentimeter abgegeben

Wie intensiv die Partie von beiden Seiten geführt wurde, wurde in der 28. Minute deutlich. Spencer Berry führte fast minutenlang ein Privatduell mit mehreren Höchstädtern, um deren physische Spielweise zu kontern. Als er dann auch noch mit Patrik Rypar aneinandergeriet, hatten die Schiedsrichter genug und schickten die beiden in die Kühlbox.

Gewohnter Rhythmus

Mit dem Heimspiel am Dienstag ist der Feiertagsstress der Eishockeycracks über Weihnachten mit einem Spiel praktisch alle zwei Tage beendet. Von nun an geht es im bekannten Wochenend-Rhythmus mit Partien weiter. Für die Heilbronner Falken steht am Freitag die Auswärtsfahrt nach Bayreuth an. Am Sonntag kommen die Passau Black Hawks an den Europaplatz. nac

Während Berry und Rypar auf der Strafbank schmorten, fiel dann das 1:0 für die Falken. Ein Schuss von Sebastian Hon von der blauen Linie rutschte durch Freund und Feind hindurch und schlug zur Führung der Gastgeber ein (30.). Kurz vor Ende des Abschnitts erhöhte Lukas Wagner aus dem Bullykreis über die Fanghand Zimmermanns ins kurze Eck zum 2:0 (38.). Und noch vor der Sirene hatte Gunars Skvorcovs die große Chance auf das 3:0. Nach einem abgefangenen Pass der Höchstädter an deren blauen Linie brachte der Lette den Puck aber nicht über die Linie (40.).

Ein Mal mussten aber auch die Falken durchatmen. Einen Schuss von Tyler Gron parierte Jokinen zwar wie alles andere unaufgeregt. Da der Heilbronner Goalie aber bis auf die Torlinie rutschte, überprüften die Schiedsrichter die Situation am Bildschirm. Nach dem Studium der Bilder blieb die Entscheidung auf kein Tor jedoch bestehen (36.).

Erst Millisekunden vor der Schlusssirene kommen Alligators zum Anschlusstreffer

Auch im Schlussdrittel war mehr Kampf als Glanz. Selbst eine fünfminütige Überzahl konnten die Falken nicht zur Vorentscheidung nutzen, wobei aber auch Jentsch zeitgleich in der Kühlbox schmorte. Doch warum die große Strafe gegen die Alligators? Samuel Eriksson hatte mit seinem Schläger voll durchgezogen, ohne irgendeine Chance zu haben, Jeroen Plauschin, den er am Knie traf, am Schuss zu hindern. Nach Videobeweis schickten die Schiedsrichter den Höchstädter direkt zum Duschen (48.).

Knapp zwei Minuten vor dem Ende setzte Alligators-Coach Morgan Persson alles auf eine Karte. In einer Auszeit und Bully in der Heilbronner Zone nahm er Goalie Zimmermann für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Mit Ablauf der Uhr rutschte dann auch ein Schuss von Martin Vojcak durch, nachdem 42 Sekunden zuvor Anton Seewald den Pfosten getroffen hatte. „Das war enttäuschend. Ich hatte zuerst gedacht, es wäre Torwartbehinderung“, erklärt Jokinen. Sein Trainer hätte dem Goalie den Shutout gegönnt. „Er hat stark gehalten. Die fünf Feldspieler, die am Ende auf dem Eis waren, schulden ihm meines Erachtens nach ein Mittagessen“, sagt Eronen.

Tor: Jokinen, Berger; Abwehr: Plauschin – Mapes, Berry – Fern, Schams – Krenzlin; Angriff: Hon – Weyrauch – Skvorcovs, Anderson – Just – Jentsch, Fabian – Lukas Wagner – Aiden Wagner, Drothen – Gromov.

Tore: 1:0 Hon (30.), 2:0 Lukas Wagner (38.), 2:1 Vojcak (60.).

Schiedsrichter: Michael Klein, Erich Singaitis.

Strafminuten: 8/31.

Zuschauer: 1719.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben