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Heilbronner Falken gegen Hannover Scorpions – Davis Koch und Justin Kirsch stechen gegen ihren alten Club

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Die Hannover Scorpions werden in Spiel eins der Halbfinal-Serie ihrer Favoritenrolle gerecht und gewinnen 6:2 gegen die Heilbronner Falken. Dabei treffen die Ex-Falken Davis Koch zwei, und Justin Kirsch ein Mal.

Falken-Keeper Patrick Berger hat das Nachsehen: Die Scorpions um Davis Koch (links), diesmal nur Vorbereiter, treffen zum 4:1.
Falken-Keeper Patrick Berger hat das Nachsehen: Die Scorpions um Davis Koch (links), diesmal nur Vorbereiter, treffen zum 4:1.  Foto: Florian Petrow (Florian Petrow)

Nein, ein schlechtes Spiel hatten die Heilbronner Falken da am Samstagabend im ersten Duell der Halbfinal-Serie gegen die Hannover Scorpions wahrlich nicht abgeliefert. Am Ende setzte sich jedoch die individuelle Klasse, die enorme Qualität des Hauptrunden-Meisters aus dem Norden gegen den Süd-Vizemeister durch - 6:2 (2:1, 3:1, 1:0) gewannen die Wedemarker ihr Heimspiel und führen die Serie mit 1:0 an. Am Montag (17 Uhr) können die Falken zu Hause ausgleichen.

„Wir lagen sehr schnell 0:2 zurück und hatten auch im zweiten Drittel einen schlechten Start“, sagte Falken-Coach Frank Petrozza. In der Summe habe seine Mannschaft es so schlecht allerdings nicht gemacht, meinte er. Vor allem aufgegeben hatte sein Team nie.

Nach etwas mehr als fünf Minuten steht es schon 2:0 für Hannover

Die Falken, die auf den gesperrten Niklas Jentsch verzichten mussten und im Laufe der Partie noch Freddy Cabana verloren, begannen ruhig - in der Summe aber zu behäbig. Als die Scorpions über Allan McPherson über links einmal auf die Tube drückten, war es schon passiert: Der Kanadier spielte auf Ex-Falke Justin Kirsch, der wiederum Ex-Falke Davis Koch bediente. Mit dem Rücken zum Tor traf der Flügelstürmer aus der Drehung - ärgerlicherweise auch durch die Beine von Keeper Patrick Berger - früh zum 1:0 (3.).


Nur drei Minuten später stand es schon 2:0: Diesmal war es Julian Airich, der nach einem Konter traf. Auch diesmal war in der Entstehung mit Koch ein Ex-Falke beteiligt. Ein klassischer Fehlstart der Heilbronner, die noch keinen Akzent gesetzt hatten.

Heilbronner Falken schlagen im Poerplay zurück

Das Gute am Schlechten: Es wurde aus Sicht der Falken besser. Gleich das erste Powerplay nutzte der Vizemeister aus dem Süden zum 1:2-Anschluss: Linus Wernerson Libäck traf von der blauen Linie, Gerald Kuhn im Kasten war die Sicht versperrt (9.). Damit war Heilbronn in der Halbfinal-Serie angekommen, spielte in der Folge forscher nach vorne und setzte sich im Drittel der Hannoveraner fest. "Wir hatten das Momentum auf unserer Seite", sagte der Trainer.

Aber klar: Die hohe Qualität der Gastgeber war bei jedem Wechsel sichtbar. Bei einem abgefälschten Schuss an die Latte hatten die Falken Glück (10.). Auf der anderen Seite trafen auch die Gäste das Aluminium (16.), als sie sich im Drittel der Scorpions festgesetzt hatten. Heilbronn drückte da mächtig auf das 2:2 - das aber nicht fiel.


Unterzahl überstanden, dann aber das 1:3 kassiert

Direkt vor der Pause verteidigte Heilbronn eine Unterzahl stark weg. In den Special Teams führten die Falken mit 2:0 - nach Toren stand es 2:1 für Hannover. „Wir hatten am Anfang noch ziemliche Bus-Beine“, sagte Robin Just, der in den vergangenen beiden Jahren für Hannover gespielt hatte, mit Blick auf die lange Fahrt. „Wir haben verdient ein Tor gemacht und sind in der Partie.“ Für das zweite Drittel sagte der 36-Jährige: „Ich hoffe, dass wir noch ein paar Treffer mehr erzielen können.“ Was in Unterzahl indes schwieriger ist. Die Falken kassierten gleich zu Beginn des Drittels eine Strafe und durften sich bei Berger bedanken, dass es beim 2:1 blieb.

Oula Uski vergab bei einem Break gegen den starken Kuhn in Unterzahl das 2:2 - aber als die Falken wieder komplett waren, traf Patrick Pohl von links mit einem starken Schuss zum 3:1 ins Eck (23.). Just selber hätte quasi im Gegenzug verkürzen können, er traf aber nur den Pfosten (24.). Ein fulminanter Auftakt. Langweilig war es hier nicht.


Kirsch trifft wie gewohnt per Direktabnahme

Als Justin Kirsch kurz darauf eine feine Kombination mit einer seiner berüchtigten Direktabnahmen abschloss, war es geschehen: 4:1 für die Scorpions (26.) - jetzt wurde es für Heilbronn immer schwerer. Zumal die Scorpions weiter Druck auf die nun gezeichneten Falken machten. Mitte des Drittels hatten sich die Gäste aber zurück ins Spiel gearbeitet und drängten nun ihrerseits. Und tatsächlich gelang das 2:4: Tim Detig war in der 34. Minute mit der Rückhand zur Stelle.

Hoffnung? Nein. Eine Minute später hatte erneut Koch den alten Abstand wieder hergestellt - das war gut gemacht, aber Heilbronns Defensive stand nicht gut. Es war der dritte Treffer eines Ex-Falken, die ihrem alten Club nun richtig wehtaten. Wobei immerhin Dylan Wruck kurz vor der Pause im Powerplay an Berger scheiterte (40.). Doch das 6:2 war nur aufgehoben: Nach 78 Sekunden im Schlussdrittel hatte Pascal Aquin den Deckel auf die Partie gemacht und dabei vom Linienrichter profitiert, der den Falken beim Verteidigen im Wege stand. Darüber ärgerte sich der erneut geschlagene Patrick Berger im Tor.


Kai Zernikel geht auch noch ein Zahn verloren

Klar steckten die Falken nicht auf, das Spiel ließen sich die souveränen Scorpions aber nicht mehr nehmen. Kai Zernikel kam zu allem Überfluss noch ein Zahn abhanden, als er in die Bande gedrückt wurde. Immerhin für diesen gab es Hoffnung, nicht völlig verloren zu sein. Im Gegensatz zum Spiel.


Tor: Berger, Kapteinat. Abwehr: Mapes - B. Jiranek; Supis - Pavlu; Krenzlin - Kuschel; Zernikel. Angriff: L. Wernerson Libäck - Uski - P. Wernerson Libäck; Just - Cabana - V. Jiranek; Verelst - Detig - Dell; Hecht. Tore: 1:0 (3.) Koch, 2:0 (6.) Airich, 2:1 (9.) Linus Wernerson Libäck, 3:1 (23.) Pohl, 4:1 (26.) Kirsch, 4:2 (34.) Detig, 5:2 (35.) Koch, 6:2 (42.) Aquin. Strafminuten: 8/8. Schiedsrichter: John-Darren Laudan/Sirko Hunnius. Zuschauer: 2010.

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