In Bratislava (Slowakei) geboren, begann Robin Just seine Profi-Karriere in seiner Heimatstadt, ehe er im Jahr 2007 den Schritt nach Deutschland wagte und in der damaligen 2. Eishockey-Bundesliga für die Wild Wings aus Schwenningen auflief. Vier Spielzeiten lief er im Schwarzwald auf, ehe er zu den Hannover Indians wechselte. Nach nur einem Jahr zog es ihn aber wieder zurück in den Süden der Republik. Dort begann die erfolgreichste Zeit seiner Karriere. Bei seinen Engagements in Bietigheim und Ravensburg krönte er sich insgesamt vier Mal zum Zweitliga-Meister - 2013, 2015 und 2018 mit den Steelers sowie 2019 mit den Towerstars - und gewann seinerzeit auch noch den DEB-Pokal - 2013 mit den Steelers. Im Alter von 33 Jahren wechselte Just anschließend in die Oberliga Nord zu den Hannover Scorpions, punktete fleißig und heuerte schließlich 2023 bei den Heilbronner Falken an. Für ihn schloss sich damit ein Kreis, denn er war bereits mit seiner Familie am Rande des Landkreises Heilbronn sesshaft geworden. red
Ein ganz Großer bei den Heilbronner Falken sagt für immer Ade
Mit 38 Jahren und nach 19 Spielzeiten im deutschen Profi-Eishockey ist Schluss: Robin Just, Routinier und Assistenzkapitän der Heilbronner Falken, beendet nach der Saison seine Karriere.

Der Gedanke ist schon im vergangenen Sommer gereift, nun wird er Realität: Robin Just hängt nach 19 Jahren im deutschen Profi-Eishockey seine Schlittschuhe an den Nagel. „Irgendwann ist es Zeit aufzuhören“, erklärt der 38-jährige Routinier des Eishockey-Oberligisten Heilbronner Falken. „Natürlich könnte ich bestimmt noch ein, zwei Jährchen spielen können. Aber jetzt ist auch Zeit, dass die Familie in den Vordergrund gestellt wird und dass ich mich beruflich für die Zukunft orientiere.“
Insolvenz der Heilbronner Falken hat keinen Einfluss auf Robin Justs Entscheidung
Die aktuelle Situation bei den Falken mit der Insolvenz hat mit seiner Entscheidung direkt nichts zu tun. Sie hat aber den Schritt „etwas leichter gemacht dadurch, dass wir ohne ein Ziel vor Augen spielen, dass der Sinn ein bisschen verschwunden ist“, berichtet der Deutsch-Slowake. Denn für die Falken endet die Saison 2025/26 mit dem letzten Hauptrundenspiel am nächsten Freitag bei den Memmingen Indians. An den Playoffs dürfen sie aufgrund der Insolvenz nicht teilnehmen. Aber auch damit hat Just seinen Frieden gemacht. „Ich hatte genügend Zeit, mich damit abzufinden. Ich habe jetzt ein konkretes Datum, an dem ich mein letztes Spiel absolviere. In den Playoffs wäre es wieder von Spiel zu Spiel gegangen. Da hätte ich nicht gewusst, wie lange es geht.“
Laut der der Plattform Eliteprospect, die sich Eishockey-Statistiken verschrieben hat, hat Justs bisher 1131 Profi-Spiele in der Slowakai und Deutschland absolviert. In diesen sammelte er 988 Scorerpunkte (343 Tore/645 Assists). Vor allem an die vier Meisterschaften mit den Bietigheim Steelers und den Ravensburg Towerstars bleiben ihm von seiner langen Karriere am besten in Erinnerung. „Wenn man es schafft, sich als Team allem zu widersetzen sowie allem zu trotzen und am Ende das letzte Spiel gewinnt, ist das ein fantastisches Gefühl“, berichtet Just.
In der Kabine „sind wir wie Kinder, haben einfach Spaß und machen Quatsch“
Ein weinendes Auge ist allerdings mit dabei. „Solche Momente wie in der Kabine hat man nie mehr in seinem weiteren Berufsleben. Wir sind dort wie Kinder, haben einfach Spaß und machen Quatsch“, erzählt Just. „Man ist wie zu Hause in einer Familie, in der man jeden Quatsch und jeden Spaß mitmacht. So etwas gibt es nur im Sport.“ Dazu kommt noch der Zusammenhalt im Team der Heilbronner Falken, zu denen der Linksschütze im Sommer 2023 gewechselt ist. „Die Jungs waren alle supernett. Und wir waren einfach ein richtiges Team, da war jeder für jeden da. Man konnte sogar Witze übereinander machen - und keiner hat es einem krumm genommen. Man fühlte sich einfach wie zu Hause“, berichtet Just. „Das hat Spaß gemacht.“
Als Trainer sieht sich Just dagegen nicht. „Ich weiß nicht, ob ich dafür geschaffen bin“, erklärt der Deutsch-Slowake. „Die Zeit hat sich gewandelt. Früher zu meiner Zeit, als ich jung war, da war es der Trainer und die Kinder oder Jugendlichen - sonst keiner. Heutzutage wollen die Eltern immer mehr mitreden. Ich weiß nicht, ob mir das bei einer Mannschaft mit 25 Spielern zu viel wird.“
Seinen beruflichen Lebensmittelpunkt sieht Just in Zukunft auf dem Tennisplatz. „Ich habe im letzten Jahr meine erste Lizenz als Tennistrainer gemacht“, berichtet der 38-Jährige. Beim TK Bietigheim gibt er schon Unterricht. „Meine Kinder spielen selbst. Auch ich habe von klein auf gespielt. Und in dem Sport habe ich jetzt wieder das Feuer gefunden“, erzählt Just. Diesen Weg möchte er ausbauen.
Als Schiedsrichter will Robin Just dem Eishockey verbunden bleiben
Dem Eishockey will er verbunden bleiben. Seit vier Jahren pfeift er als Schiedsrichter. „Bloß, weil ich Eishockey gespielt habe, werde ich jetzt ein perfekter Schiedsrichter sein. Das ist ja kein Automatismus“, erklärt der 38-Jährige. „Man muss schauen, wie das weitergeht. Natürlich will ich auch da mein Bestes geben - und vielleicht noch mal Freddy oder so auf dem Eis als Schiedsrichter ärgern.“
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