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HEC und N3K stellen Ausbildungs-Kooperation vor

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Der Eishockey-Club und der IT-Spezialist starten eine Ausbildungs-Kooperation. Damit das Ganze auch auf Dauer Früchte trägt, sollen weitere Unternehmen gewonnen werden.

Gaben den Startschuss für das Pilotprojekt: (von links) Michael Rumrich, Stefan Rapp, Alexander Häcker und Jan Schablowski.
Foto: Martin Peter
Gaben den Startschuss für das Pilotprojekt: (von links) Michael Rumrich, Stefan Rapp, Alexander Häcker und Jan Schablowski. Foto: Martin Peter  Foto: Peter, Martin

Alle waren am Dienstagmorgen gekommen. Der am Abend zuvor frisch gewählte Vorstand des Heilbronner EC, die Geschäftsführer von HEC sowie den Heilbronner Falken. Und Hausherr Alexander Häcker, Geschäftsführer des IT-Spezialisten N3K. Allesamt sendeten ein Signal aus: einen Schulterschluss für das Heilbronner Eishockey. Zusammen haben sie ein Pilotprojekt vorgestellt: N3K ist erster Ausbildungs-Kooperationspartner des HEC. Das Unternehmen soll nur die erste Säule sein. "Das Ganze muss in die Breite hineinwachsen, am Ende auf vielen Säulen stehen", sagt Falken-Manager Stefan Rapp.

Aber der Anfang ist gemacht, der vielleicht schwierigste Part des ambitionierten Projekts. Ihren Ausbildungsauftrag sehen die Verantwortlichen viel weiter gefasst, als nur auf den Sport bezogen. "Die Wenigsten schaffen es in den Profibereich. Und davon können auch nicht alle mit 30 aufhören und danach mit ihrem Ferrari umherfahren", betonte Alexander Häcker, dass es um mehr geht. Um mehr Nachhaltigkeit in der Ausbildung, wie auch HEC-Nachwuchstrainer Jan Hey, Ideengeber des Projekts, betont. "Wir bilden Menschen aus und dazu gehört, sie auf das Arbeitsleben vorzubereiten."

Mit ihrer Idee sind die Verantwortlichen bei mehreren Firmen vorstellig geworden

Zur ganzheitlichen Ausbildung gehört nun, dass der Verein jungen Spielern eine berufliche Perspektive aufzeigen kann: mithilfe von Praktika, Ausbildungsplätzen und der Möglichkeit auf ein duales Studium. "Das muss der Weg sein, um sich abzugrenzen, was Besonderes zu sein", sagt der neue HEC-Vorsitzende Jan Schablowski. Mit der Idee sind die Verantwortlichen bei mehreren Firmen vorstellig geworden. Und das Feedback sei rundum positiv gewesen. "Viele waren begeistert. Aber zu handeln, hat sich keiner getraut", sagt HEC-Geschäftsführer Michael Rumrich. Bis auf Häcker und N3K, die seit Jahren eine Beziehung zum Heilbronner Eishockey pflegen. "Wir sind da mit reingewachsen", sagt Häcker.

N3K-Firmengründer Rainer Maurer gehört seit jeher zu den großen Unterstützern der Falken, seit 2017 ist er auch Gesellschafter. "Wir haben das Eishockey leben und lieben gelernt", sagt Häcker, der seit 2021 alleiniger Geschäftsführer der Gruppe ist. Er selber hat eine persönliche Bindung zum HEC: Sein Sohn spielt in der U 13, hat die Laufschule durchlaufen. Häcker hat so einen Einblick bekommen. "Man sieht, wie wichtig es ist, dass alles Hand in Hand funktioniert." Daher ist es ihm ein Anliegen, das Eishockey als Gesamtes zu unterstützen.

Sportler bringen Werte wie Disziplin, Respekt und Teamgeist vom Verein mit

Als der HEC mit der Idee der Ausbildungs-Kooperation bei ihm aufgeschlagen war, rief das bei ihm gleich eine Erinnerung wach - die an Axel Hackert. Der frühere Falken-Spieler klopfte noch zu aktiver Zeit bei N3K an und fragte nach einer Ausbildungsstelle. "Er ist zu einem unserer besten Vertriebsmitarbeiter geworden", sagt Häcker, der gleich Vorteile für sein Unternehmen sah. Junge Sportler lernen Werte wie Disziplin, Respekt und Teamgeist - vielleicht mehr als viele andere in ihrem Alter. Und sie würden lernen, mit Niederlagen umzugehen. "Das sind Werte, nach denen sich Unternehmen gerade in Zeiten des Fachkräftemangels die Finger lecken", sagt Häcker.

Dass die Falken ihren Teil dazu beitragen und talentierten Spielern die Chance einräumen wollen, bei den Profis mitzutrainieren, runde das Angebot ab. "Damit erreichen wir eine Durchlässigkeit von der Laufschule bis zu den Erwachsenen-Mannschaften - und können für jeden etwas anbieten", sagt Hey. Ein großer Mehrwert. Für Spieler. Aber auch für Unternehmer.

Bis das Ganze Früchte trägt, dürfte freilich noch "viel Wasser den Neckar runterfließen", wie es Rapp betonte. Aber der Grundstein für späterer Erfolge sei gelegt.

Videoclips geben Einblicke

Um ihre Ausbildungs-Kooperation zu bewerben und publik zu machen, sind in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe Heilbronn mehrere Videoclips entstanden, die einen genaueren Einblick in das Projekt geben. Sie werden auf der Homepage des Heilbronner EC geschaltet - aber auch im Stadion zu sehen sein. "Wir werden sie im Rahmen der Falken-Spiele einstreuen", sagte Alexander Häcker, dessen Unternehmen weltweit etwa 60 Mitarbeiter beschäftigt. Die Motivationsvideos, die Sportler wie Unternehmen erreichen sollen, werden vor Bekanntgabe der Starting Six gezeigt. 

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