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Eishockey-Oberliga 
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Dank Stuttgarter Unvermögen: Zwei glückliche Punkte für die Heilbronner Falken 

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Die Heilbronner Falken kassieren beim Oberliga-Schlusslicht Stuttgart Rebels zwei Gegentore in eigener Überzahl, liegen bis kurz vor Schluss 1:3 hinten und gewinnen in der Verlängerung noch 4:3 - dank eines folgenschweren Fehlschusses der Gastgeber.  

Am Ende es war einmal mehr Nolan Ritchie (beim Schuss), der den Heilbronner Falken doch noch Punkte in Stuttgart rettete.
Am Ende es war einmal mehr Nolan Ritchie (beim Schuss), der den Heilbronner Falken doch noch Punkte in Stuttgart rettete.  Foto: Archiv/imago-images

Die Heilbronner Falken haben es gerade noch geschafft, das erste Null-Punkte-Wochenende in dieser Oberliga-Saison zu verhindern. Das hatte allerdings weniger mit eigener Stärke als vielmehr mit dem Unvermögen der Stuttgart Rebels zu tun. Das Tabellenschlusslicht fand auch angesichts einer 3:1-Führung bis gut zwei Minuten vor dem Ende noch einen Weg, die Partie gegen Heilbronn in der Overtime mit 3:4 (2:0, 0:1, 1:2) zu verlieren. Nolan Ritchie war der Sieg-Torschütze für die Gäste. Es war die zwölfte Pleite in Folge für die Landeshauptstädter und äußerst glückliche zwei Punkte für über weite Strecken der Partie erschreckend schwache Falken.

Falken-Trainer Frank Petrozza musste viel improvisieren 

Schon vor dem Spiel war klar, dass die Improvisationskunst von Trainer Frank Petrozza gefragt sein würde. Denn im Vergleich zu der 3:5-Niederlage am Freitag im Heimspiel gegen Bad Tölz fehlten dem Heilbronner Trainer die Jungadler Nikita Tschwanow und Dustin Willhöft, um wenigstens drei komplette Sturmreihen aufbieten zu können. Die Lösung: Verteidiger Jan Pavlu rückte als Außenstürmer in die dritte Reihe. Für alle Fälle nahm Petrozza auch noch den erst 16-jährigen Leon Gromov aus der Jugend des Heilbronner EC mit.

Die seit elf Spielen sieglosen Gastgeber hatten ebenso zehn Stürmer und sechs Verteidiger im Aufgebot. Wenig überraschend war das Spiel zu Beginn zerfahren. Die erste Chance für die Gäste hatte Niklas Jentsch, der frei vor Jonas Gähr im Stuttgarter Tor die Latte traf (6.). Zwei Minuten später erhielt der Stuttgarter Sofiene Bräuner die erste Zwei-Minuten-Strafe. Eigentlich eine Steilvorlage für das beste Powerplay der Liga mit einer Erfolgsquote von 32 Prozent. Doch es kam anders als gedacht.

Powerplay-Desaster der Falken mit zwei Gegentoren in 30 Sekunden 

Das Bully ging an Stuttgart, Matthew Pistilli überlegte kurz, ob er die Scheibe tief spielt, doch da die Falken den Kanadier nicht angriffen, zog er einfach mal los, passte auf Mathias Vostarek, der gänzlich ungestört platziert zum 1:0 für die Gastgeber abschloss (8.). Es war das erste Saisontor für den 30-Jährigen und das erste Unterzahltor der Rebels. Gleichzeitig bereits der siebte Shorthander gegen die Falken – ebenso wie im Powerplay sind die Heilbronner darin Ligaspitze.

Die Führung in dieser Statistik bauten die Gäste exakt 30 Sekunden später aus. David Makuzki lief ganz allein auf Patrick Berger zu und umspielte den Heilbronner Goalie gekonnt zum 2:0 (8.). Zwei Gegentore in Überzahl innerhalb von 30 Sekunden gegen den Tabellenletzten – Absurdistan in der Stuttgarter Eiswelt. Viel hätte nicht zum Unterzahl-Hattrick gefehlt, doch Berger parierte gegen Pistilli (9.). Nachdem das Powerplay-Desaster beendet war, besaßen die Falken im ersten Drittel noch eine nennenswerte Chance: Thore Weyrauch scheiterte am Pfosten (10.).

Robin Justs Tor zum 1:2 ist keine Initialzündung  

Wer erwartet hatte, dass die Heilbronner wie verwandelt aus der Kabine kommen würden, der sah sich getäuscht. Kein wütender Sturmlauf, keine aggressiven Zweikämpfe, sondern der gleiche Trott wie im ersten Spielabschnitt. Die gute Nachricht: im zweiten und dritten Überzahlspiel blieben die Falken ohne Gegentor. In Unterzahl hatten sie keine Mühe, das extrem schwache Powerplay der Rebels zu verteidigen. Ein Treffer fiel schließlich doch noch: Robin Just sorgte mit einem platzierten Schuss für den 1:2-Anschluss (34.).

Matthew Pistilli verfehlt das leere Tor und damit die Entscheidung  

Das Tor stellte aber keine Initialzündung für die Falken da – im Gegenteil. Im Schlussdrittel erhöhten die Rebels gegen weiter unfassbar passiv auftretende Gäste auf 3:1 (47.). Calvin Fischer staubte nach einem Schuss von Alex Samusev ab. Drei Minuten vor dem Ende hätten die Rebels alles klar machen müssen. Doch Pistilli verfehlte das leere Heilbronner Tor, nachdem Berger bereits für einen sechsten Feldspieler vom Eis gegangen war.

Diese vergebene Chance rächte sich: Thore Weyrauch (58.) und Ritchie (59.) glichen innerhalb von 34 Sekunden zum glücklichen 3:3 aus. Es ging in die Overtime. Hier spielten die Gäste ihre individuelle Qualität aus: Einen perfekt gespielten Angriff über Thomas Supis und Just schloss Ritchie zum 4:3 ab (63.).

Tor: Berger, Ganz; Abwehr: Krenzlin - Schiller, Mapes –  B. Jiranek, Mayer - Supis; Angriff: Just –  Hon – Jentsch, Ritchie – Weyrauch – Zawatsky, Nix – V. Jiranek – Pavlu, Gromov.

Tore: 1:0 (8.) Vostarek, 2:0 (8.) Makuzki, 2:1 (34.) Just, 3:1 (47.) Fischer, 3:2 (58.) Weyrauch, 3:3 (59.) Ritchie, 3:4 (63.) Ritchie.

Schiedsrichter: Michel Zettl, Thomas Kalnik.

Strafminuten: 10/10.

Zuschauer: 950

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