Calce traut den Falken die Playoffs zu
Der langjährige Heilbronner Kapitän hat viele Jungadler im DEL-2-Team unter seinen Fittichen gehabt.

Luigi Calce kennt sie alle. Die Jungadler im Falken-Trikot. Von Mirko Pantkowski bis zu Tobias Möller. Einige hat der Mannheimer U14-Coach selbst unter seinen Fittichen gehabt. Der 44-Jährige ist überzeugt: "Die Jungs marschieren, bringen frischen Wind rein." Der langjährige Kapitän der Falken warnt aber auch: "Heilbronn ist im Profigeschäft. Nur mit jungen Spielern kannst du da nicht bestehen."
Calce weiß wovon er spricht. Kurz nachdem er 2013 nach 366 Spielen für die Falken sein legendäres Trikot mit der Nummer 39 für immer in den Schrank gehängt hatte, sprang er gemeinsam mit Gerd Wittmann als Interimstrainer der Heilbronner ein und stieg 2015 mit dem blutjungen Team in die Oberliga ab. "Inzwischen haben sich viele der Jungs im Profigeschäft etabliert. Damals waren sie aber noch nicht so weit", sagt Calce.
Und wie sieht es aktuell aus? "Testspiele sind keine Ligaspiele. Es gilt, eine Mitte zu finden, die jüngern und älteren Spieler zusammenzubringen", sagt Calce. Wenn das gelingt, seien die gut ausgebildeten Nachwuchskräfte eine Bereicherung. "Ihnen fehlt aber die Erfahrung. Sie müssen geführt werden, die Tricks des Profigeschäfts lernen", meint Calce.
Jüngster Goalie der Liga
Der frühere Goalgetter kann sich noch gut an die Talente während seiner aktiven Zeit erinnern. Ob Frank Mauer, Danny aus den Birken oder Fabio Carciola. "Solche Jungs haben alles noch vor sich. Die sind gut für die Mentalität des Teams, für die Atmosphäre in der Kabine. Besonders in Phasen, in denen es mal nicht so läuft. Die arbeiten immer knallhart", erklärt Calce.
Von einer Personalie ist der Deutsch-Kanadier aber zu 100 Prozent überzeugt: "Pante traue ich die Rolle als Nummer eins in der DEL 2 zu." Mit seinen gerade einmal 20 Jahren ist Mirko Pantkowski der jüngste Goalie der Liga. "Er ist zielstrebig, arbeitet sehr hart und bringt eine gute Mentalität mit. Er kann einen ähnlichen Weg gehen wie Danny aus den Birken", ist sich Calce sicher.
Sieben Auswärtsfahrten ins Nachbarland
Weitere Talente dieses Kalibers sind in den kommenden Jahren aus der Mannheimer Kaderschmiede zu erwarten. "Wir haben in jedem Jahrgang zwei Ferraris, fünf Mercedes und eine ganze Reihe Volkswagen und Opel, die wir noch zu Mercedes entwickeln können", sagt Calce. Dafür werden die Jungadler früh gestählt. Calces U14-Team spielt bereits seit vier Jahren in der tschechischen Liga mit. "Das Niveau dort ist viel höher, es herrscht eine ganz andere Mentalität. Da merken viele schnell, dass sie noch viel mehr machen müssen, wenn sie ganz nach oben kommen wollen."
Sieben Auswärtsfahrten ins Nachbarland stehen in der Saison auf dem Programm. Dazu kommen internationale Turnierteilnahmen. "Ich habe heute weniger Freizeit als zu meiner Zeit als Profispieler oder -trainer", sagt Calce. Dafür bietet der Job aber wesentlich mehr Sicherheit. Trotzdem könnte sich Calce vorstellen, zukünftig auch mal wieder im Profibereich tätig zu werden.
Mit einer Saisonprognose für die Falken tut er sich indes schwer: "Es ist eine 50:50-Ausgangsposition. Grundsätzlich hat das Team das Zeug dazu, die Playoffs zu erreichen. Es muss unter dem neuen Trainer gelingen, eine funktionierendes Spielsystem zu entwickeln." Keine Frage, dass die Nummer 39 die Daumen drückt.
Falken starten gegen Crimmitschau und Dresden
Alleine anständig zu performen: Das können sich die Spieler der Heilbronner Falken für das Auftaktwochenende in der DEL 2 sicher abschminken. Das ist ihrem Trainer Alexander Mellitzer noch lang nicht genug. „Anständig performen – und keine Punkte: Das ist scheiße“, sagt der Österreicher recht unverblümt. Das Ziel heißt: gewinnen. An diesem Freitag zum Heimspielauftakt, 19.30 Uhr, gegen Crimmitschau oder zwei Tage später bei den Dresdner Eislöwen.
Das Schöne: Viel schlechter starten als im Vorjahr können die Falken nicht. Zwar gelangen hin und wieder Siege nach Verlängerung – auf ihren ersten Dreier indes mussten die Falken dann bis Anfang November warten. „Das interessiert mich nicht, es ist ein anderes Team“, bügelt Mellitzer ab. Auch die Gegner interessieren den Österreicher bestenfalls bedingt: „Wir schauen uns die Special Teams an, damit wir wissen, was auf uns zukommt.“ Für den Rest gilt: Die Heilbronner Falken wollen ihr Spiel durchziehen, ähnlich wie im letzten Test gegen Nauheim.
Das abschließende Testspiel-Wochenende mir der Pleite am Freitag in Kassel sei für ihn noch einmal erkenntnisreich gewesen, sagt Mellitzer. „Was Puckbesitz und das Kreieren von Torchancen angeht, sind wir auf einem guten Weg.“ In der Defensive gelte es, die Scheibe so schnell wie möglich zurückzuerobern, „und dann aber auch eine Idee haben, was wir mit der Scheibe machen wollen“. Sein Team sei jedenfalls gut vorbereitet, müsse die Vorgaben nur umsetzen. Personell sehe es gut aus, allein Alex Lambacher wird noch ein paar Wochen fehlen. Brock Maschmeyer ist wieder an Bord – genauso wie die Jungadler Tobias Möller und Valentino Klos.
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