350 Zuschauer beim öffentlichen Training der Heilbronner Falken
Die neue Idee wird von den Fans des Eishockey-Oberligisten wohlwollend angenommen. Philip Hecht steht überraschend nicht mehr im Kader des Heilbronner Teams.

Das neue Event begann mit einem alten Problem. Beim erstmals durchgeführten öffentlichen Training der Heilbronner Falken herrschte am Sonntagvormittag Nebel auf dem Eis. Nur schemenhaft waren die Spieler in der trüben Suppe zu erkennen. Doch als die Lüftung schließlich auf Hochtouren arbeitete, verzogen sich die Wasserschwaden und die mehr als 350 Zuschauer hatten wieder freie Sicht aufs Spielfeld.
"In der DEL kommen zum ersten öffentlichen Training nicht mehr Zuschauer", stellte Heilbronns Sportlicher Leiter Martin Jiranek zufrieden fest, der ja viele Jahre für die Nürnberg Ice Tigers in der deutschen Eliteliga gearbeitet hat. Der 54-Jährige stand ebenso auf dem Eis wie Chefcoach Frank Petrozza. "Am Samstag war das erste Eistraining. Im Augenblick geht es erst einmal darum, dass die Jungs ihre Arme und Beine finden, wieder ein Gefühl fürs Eis bekommen", sagte der 53-Jährige. Tatsächlich unterlief den Profis der eine oder andere unübliche Fauxpas, dennoch boten sie den Fans eine unterhaltsame 90-minütige Einheit, in der viel gespielt wurde und die mit einem Penaltyschießen endete.
Heilbronner Falken: 21-Jähriger verkündet sein Karriereende
Nicht mehr mit dabei auf dem Eis war Philip Hecht. Der 21-Jährige verkündete sein Karriereende und bat um Auflösung seines Vertrags. "Das hat mich überrascht", gab Petrozza zu. Ärgerlich für die Falken: Hätte sich der Sohn der Mannheimer Stürmelegende Jochen Hecht vier Wochen früher zu diesem Schritt entschlossen, hätten die Falken wohl Tim Detig nicht nach Bayreuth ziehen lassen müssen. Hecht hatte vor der vergangenen Saison einen Zweijahresvertrag erhalten. "Wir werden jetzt erst einmal nicht reagieren, sondern in den nächsten Wochen weitere Jungadler bei uns mittrainieren lassen, um zu sehen, ob darunter ein adäquater Ersatz zu finden ist", sagte Jiranek.
Mit Julian Schams war am Sonntag ein Try-out-Spieler mit auf dem Eis. Der 21-Jährige, der vergangene Saison für Nord-Oberligist Halle Saale Bulls spielte, ist allerdings ein Verteidiger.
Für manches anerkennende Raunen unter den Zuschauern sorgte das neue kanadische Sturmduo Calder Anderson und Nolan Ritchie. Wie es gelungen ist, zwei solch talentierte, junge Spieler aus Meran nach Heilbronn zu bekommen? "Unser ganzheitliches Training samt professioneller Betreuung hat sie überzeugt. Sie haben hier die Möglichkeit, den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung zu gehen, weil sie tragende Rollen im Team einnehmen werden", erklärte Jiranek. In anderen Ligen Europas wären sie womöglich in hinteren Sturmreihen gelandet.
Chance, die nicht verstreichen darf
Als dann auch noch die Zusage vom ersten Wunschkandidaten Brett Ouderkirk kam, verwarf Jiranek den ursprünglichen Plan, mit nur zwei Ausländern in die Saison zu starten. "Wenn du diese Chance hast, musst du zugreifen. Zu einem späteren Zeitpunkt weißt du nie, wer noch zu haben ist."
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