Wie für die TSG Hoffenheim gegen den FC St. Pauli eine Serie reißen konnte
Die TSG Hoffenheim verpasst den neunten Heimsieg, verliert gegen den abstiegsgefährdeten FC St. Pauli mit 0:1. Überragender Gästetorhüter Nikola Vasilj.

Diese Regel gilt auf jedem Fußballplatz der Welt: „Wir hatten viele Chancen. Wenn du die dann nicht nutzt ...“, sagte der türkische Nationalspieler Ozan Kabak am späten Samstagnachmittag auf Deutsch in der PreZero-Arena von Sinsheim. Auch dort gilt: Wenn du deine Chancen nicht nutzt, kassiert man ein blödes Tor. Und verliert. So erging es der TSG Hoffenheim mit Abwehrchef Ozan Kabak am 24. Spieltag der Bundesliga beim 0:1 (0:1) gegen den FC St. Pauli.
Es war eine ärgerliche Niederlage für den Tabellendritten. Und das Ende einer Serie mit acht Heimsiegen. Es war der erste Auswärtssieg seit August für den abstiegsgefährdeten FC St. Pauli. „Das war ein extrem leidenschaftlich verteidigender Gegner“, lobte TSG-Trainer Christian Ilzer die Hamburger, für die Mathias Pereira Lage (45.+4 Minute) das Tor des Tages köpfte.
TSG Hoffenheim und FC St. Pauli zeigen richtig gute Teamenergie
Die TSG Hoffenheim ist eine richtige Mannschaft. Was in kleinen Details zu erkennen war. Beispiel 16. Minute: Torhüter Oliver Baumann schlug einen optimistisch weiten Ball auf Bazoumana Touré, der bei der Ballverarbeitung 20 Meter vor dem Tor gefoult wurde. Sofort drehten sich Albian Hajdari und Ozan Kabak um und applaudierten dem TSG-Torhüter.
„Um das Glück zu erzwingen, brauchst du eine gute Teamenergie.“
Christian Ilzer
Kleinigkeiten, die in einem 0:0-Spiel irgendwann den Unterschied ausmachen können. „Um das Glück zu erzwingen, brauchst du eine gute Teamenergie“, sagte Christian Ilzer nach dem Abpfiff. Es waren zwei Mannschaften, die am Samstag in Sinsheim mit richtig guter Teamenergie unterwegs waren.
St. Pauli-Schlussmann holt sich eine blutige Nase
Die Hoffenheimer waren torgefährlich, von Beginn an. Andrej Kramaric und Grischa Prömel hatten in der achten Minute die Führung auf dem Fuß. Auch in der 27. Minute bot sich nach einem Eckstoß erst Ozan Kabak und dann Robin Hranac eine gute Gelegenheit. Und Hamburgs Torhüter Nikola Vasilj holte sich in der 29. Minute eine blutige Nase.

Erst mit einem verunglückten Aufbaupass auf Jackson Irvine, den sich Grischa Prömel an der Strafraumgrenze schnappte. Doch der Hoffenheimer brachte den Ball nicht am 30-jährigen Bosnier vorbei. Auch nicht so richtig das rechte Bein, mit dem er Vasiljs Nase traf. Rucke di gu, da war Blut am Handschuh – Behandlungspause. „Das war ein verrücktes Spiel“, sagte der Zu-null-Held später, mit rot-blauem Nasenrücken.
Tor des Tages fällt in der Nachspielzeit der Nachspielzeit
„Er hat fantastisch gehalten“, sagte Christian Ilzer, der zum dritten Mal in Serie derselben Startelf vertraute, über den Mann des Spiels. Hoffenheim war besser, lief mehr, passte mehr, schoss mehr, aber es wollte trotz sehr guter Gelegenheiten kein Tor fallen. Bis zur Nachspielzeit der Nachspielzeit vor der Pause.
„Nikola Vasilj hat fantastisch gehalten.“
Christian Ilzer
Manolis Saliakas flankte von rechts perfekt in den TSG-Strafraum, Mathias Pereira Lage durfte einköpfen – der Hoffenheimer Vladimir Coufal war nur dran am Halbportugiesen-Halbfranzosen, kam nicht mehr an ihm vorbei. 1:0 für die Gäste. Eine Überraschung.
Das 1:1 war nur eine Frage der Zeit, oder?
Die Hoffenheimer waren Minuten vor den Gästen zurück auf dem Platz – Christian Ilzer wechselte nicht. Warum auch? Die TSG machte ein gutes Spiel. Was allerdings nicht auf der Anzeigetafel abzulesen war. Das 1:1 war nur eine Frage der Zeit, oder? „Die zweite Hälfte war, huuh, schon schwierig: wenig Ballbesitzphasen“, sagte Kiez-Kicker-Trainer Alexander Blessin. „Wir hatten heute auch Glück. Und einen überragenden Torwart“, sagte Hauke Wahl.
In der 52. und 65. Minute lag der Ausgleich in der Luft, spätestens in der 80. Minute hätte er nach einem Freistoß fallen müssen: Doch der Kopfball von Ozan Kabak klatschte nach einer Glanzparade von Nikola Vasilj an die Latte. Dann waren es plötzlich nur noch vier Minuten Nachspielzeit. Noch einmal Eckstoß für die TSG, der neunte. Vladimir Coufal flankte auf Fisnik Asllani, dessen Kopfball geriet gut, Nikola Vasilijs Parade noch besser. Abpfiff. Enttäuschung.
Kraft schöpfen aus der Niederlage
„So Phasen gibt es“, sagte Grischa Prömel und empfahl: „Dranbleiben! Aufarbeiten!“ Waren die Köpfe nach dem 2:2 in Köln müde und vom Gedanken an die Champions League abgelenkt? Ozan Kabak schüttelte den Kopf und sagte: „Die Saison ist lang. Niederlagen passieren. Unentschieden passieren. Schlechte Spiele passieren. Weitermachen!“ Trainer Christian Ilzer kündigte für den Zehn-Spiele-Endspurt an: „Der Fokus bleibt darauf: Wir wollen besser werden. Kraft aus der Niederlage schöpfen.“
Hoffenheims Verfolger VfB Stuttgart könnte am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) nach Punkten gleichziehen. Die Mannschaft von Sebastian Hoeneß spielt zu Hause gegen den VfL Wolfsburg, über den der Trainer sagt: „Der VfL gehört für mich definitiv nicht in die unteren Tabellenregionen. Wir treffen auf einen Gegner mit viel Qualität, der das Potenzial hat, jeder Mannschaft in der Bundesliga große Probleme zu bereiten.“
Die tabellarischen Rahmenbedingungen sind in der MHP-Arena ähnlich wie am Tag zuvor in der PreZero-Arena. Statt Dritter gegen Drittletzter spielt Vierter gegen Viertletzter. Der VfB weiß, dass er seine Chancen nutzen sollte.
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