Vorfälle beim Afrika-Cup-Finale im Fußball sind inakzeptabel und beschämend
Tumulte und Eskalationen überschatten den 1:0-Verlängerungssieg des Senegal gegen Marokko im Endspiel des Kontinentalturniers. Es war ein Finale der Schande, findet unser Autor.

Man tut sich ein bisschen schwer damit, Gianni Infantino zu hundert Prozent recht zu geben, schließlich tritt der Boss des Fußball-Weltverbands FIFA gerne als autoritärer Machthaber mit autokratischen Zügen auf. Höchst fragwürdig ist Infantinos Anbiederung an die Reichen und Mächtigen dieser Welt, an Saudi-Arabien oder US-Präsident Donald Trump.
Aber dass der FIFA-Boss die Vorfälle beim völlig aus den Ruder gelaufenen Afrika-Cup-Finale als „inakzeptabel“ bezeichnet hat, dass er das Verhalten einiger Anhänger des Senegal sowie senegalesischer Spieler und Mitglieder des Trainerstabs „aufs Schärfste“ verurteilt, ist ein wichtiges Signal des Fußball-Weltverbands.
Für Gewaltszenen in Stadien darf es keinerlei Toleranz geben
Mehr als Worte sind von Infantinos Seite vorerst nicht möglich. Für zupackende Sanktionierungen sind erstmal die Disziplinargremien des afrikanischen Fußball-Verbandes CAF zuständig. Harte Konsequenzen sind nötig. Für Gewaltszenen in Stadien darf es keine Toleranz geben. Nicht in Afrika und nicht sonstwo – bei allem Verständnis für die manchmal überschäumenden Emotionen, die den Fußball so faszinationskräftig machen. Leidenschaft: ja. Auch Ärger, Wut und Frust. Aber die Vorfälle des Afrika-Cup-Finales in und gegen Marokko sind eben nur eines: inakzeptabel.
Der senegalesische Sieger-Jubel wurde überschattet von den Skandal-Momenten. Man sah Spieler auf dem Rasen, die sich zofften. Es gab Auseinandersetzungen zwischen Senegal-Fans, die von der Tribüne aufs Spielfeld drängten, und dem Aufgebot an Sicherheitskräften. Dem Spiel drohte kurzzeitig sogar der Abbruch, weil die Mannschaft des Senegal sich vom Schiedsrichter verschaukelt fühlte und aus Protest den Platz verließ.
Tumulte und Eskalationen statt fairem Fußball, Schlägereien statt einer denkwürdigen Sport-Show – es war ein Finale der Schande. Das Chaos am Ende des Turniers in Marokko war beschämend für den afrikanischen Fußball.
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