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Frauen-Bundesliga
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Mara Albers Stippvisite in der alten Heimat Hoffenheim

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Die Zabergäuerin Mara Alber holt mit Bremen bei Ex-Club TSG Hoffenheim einen Bundesliga-Zähler. Die 20-jährige steht dabei 70 Minuten auf dem Platz. 

Früher Teamkolleginnen, nun im Duell um den Ball: Die Ex-Hoffenheimerin Mara Alber (links) im Werder-Trikot im Duell mit Jill Janssens, die für Belgien und die TSG-Frauen spielt.
Früher Teamkolleginnen, nun im Duell um den Ball: Die Ex-Hoffenheimerin Mara Alber (links) im Werder-Trikot im Duell mit Jill Janssens, die für Belgien und die TSG-Frauen spielt.  Foto: IMAGO/Oliver Zimmermann

Das Mama-Taxi musste warten. Mara Alber war am Sonntagabend die letzte Spielerin, die nach dem 0:0 von Werder Bremen bei der TSG Hoffenheim den Weg in den warmen Kabinentrakt fand. Das lag an den vielen Autogrammwünschen, aber auch dem eigenen Familien- und Freunde-Fanclub, der genau wissen wollte, wie sie denn nun war, die Heimkehr an die alte Wirkungsstätte. Seit wenigen Wochen ist die 20-Jährige zurück in der Frauen-Bundesliga, als Leihspielerin des FC Chelsea.

Wie viele der 799 Zuschauer nur wegen ihr den Sonntagnachmittag in Hoffenheim verbrachten? „Ich weiß nicht genau, zehn, 15 bestimmt“, sagte Mara Alber nach der Nullnummer der beiden Champions-League-Aspiranten. Mit 15 Jahren wechselte die Zabergäuerin zur TSG, spielte fünf Jahre lang dort in der zweiten und ersten Bundesliga. „Hier ist mein Zuhause, es war natürlich ein besonderes Spiel“, sagte sie über ihr erst zweites Werder-Pflichtspiel, das sie gleich zurück nach Hoffenheim geführt hat. Keine andere musste so viele Hoffenheimerinnen umarmen, so viele Hände schütteln. „Ich kenne hier ja fast jeden noch“, sagte sie.

Ein lautstarkes Lob von der Kapitänin

Beim Betreten des Kabinentrakts im Hopp-Stadion wäre Alber am Sonntagnachmittag beinahe falsch abgebogen. Die Macht der Gewohnheit eben. „Ich war vorher noch nie in der Gästekabine“, sagte sie. Alber stand erneut in der Startelf. Auf dem linken Flügel sorgte sie von Beginn an für mächtig Schwung im Offensiv-Spiel von Werder. Sie holte ganz früh einen Eckball raus, der in einem Lattenschuss (2.) von Werder-Kapitänin Lina Hausicke mündete. In der 5. Minute strahlte Alber erstmals selbst Torgefahr aus. „Mara, gut so“, lobte Kapitänin Hausicke die Neue lautstark. „In den ersten Minuten hatte ich das Gefühl, gut reingekommen zu sein“, sagte Alber hinterher.

In Durchgang zwei war Alber nicht mehr ganz so auffällig, ein bisschen Spritzigkeit fehlte ihren den Aktionen. Nach 70 Minuten war der Arbeitstag beendet. Alber saß bis zum Schlusspfiff dick eingemummelt auf der Ersatzbank. „Insgesamt war es okay, es geht immer besser. Ich hätte gerne noch ein, zwei Abschlüsse mehr gehabt“, sagte Alber nach einem leistungsgerechten Unentschieden.

So wirklich hilfreich war das für keins der beiden Teams im Kampf um Rang drei, der zum Start in der Champions League berechtigt. „Wir wissen alle, sie kann noch mal mehr, sie kann Spiele entscheiden“, sagte ihre Trainerin Friederike Kromp, die insgesamt zufrieden mit dem Alber-Auftritt war. „Sie war in keinem Rhythmus, wir versuchen sie ranzuführen“, sagte die Werder-Trainerin. In der Hinrunde bei Chelsea mangelte es Alber an Spielpraxis, die gab es primär nur mit dem DFB-Team. Einsätze über 90 Minuten sind aktuell noch nicht drin, dafür aber wohl weitere Startelfeinsätze. „Sie sollte jetzt noch nicht 90, 90, 90 spielen“, sagte Kromp über die Auswechslung nach 70 Minuten.

Albers Ziel: eine Torbeteiligung

Alber findet selbst, dass „der Rhythmus gar nicht so das Problem ist, eher die Abstimmung mit den Mitspielerinnen.“ Noch sei sie dabei, die Mannschaft kennenzulernen: „Das wird immer besser.“ Gelegenheit dazu gibt es in den nächsten zwei Wochen mit den Spielen gegen die Topteams VfL Wolfsburg und FC Bayern München reichlich.„Mein Ziel ist, bald den ersten Scorer zu sammeln“, sagt Mara Alber über die nächsten Wochen. Am Sonntag durfte sie auf die Busfahrt zurück in den Norden mit geplanter Ankunft um 2 Uhr in der Nacht verzichten. „Ich darf noch einen Tag hierbleiben“, sagte Alber, während das Mama-Taxi draußen wartete. 

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