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Hoffenheim trifft auf den Leitwolf der Leidwölfe

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TSG Hoffenheim erwartet am Samstag den Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg mit seinem neuen Trainer Dieter Hecking. 

Er soll den VfL Wolfsburg vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga retten: Trainer Dieter Hecking. „Die Mannschaft hat Qualität und hat einen neuen Leitwolf, der sein Bestes versucht“, sagt sein Hoffenheimer Trainerkollege Christian Ilzer.
Er soll den VfL Wolfsburg vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga retten: Trainer Dieter Hecking. „Die Mannschaft hat Qualität und hat einen neuen Leitwolf, der sein Bestes versucht“, sagt sein Hoffenheimer Trainerkollege Christian Ilzer.  Foto: Moritz Frankenberg

Bei der Mitgliederversammlung der TSG Hoffenheim am vergangenen Montagabend gab es eine Probeabstimmung, um abzuklären, ob denn die Abstimmgeräte auch richtig funktionieren. Daran sind ja solche Veranstaltungen gescheitert, beim VfB Stuttgart erinnert man sich heute noch daran. Die Frage in der Sinsheimer Arena lautete dabei am Montagabend: Wird die TSG in der kommenden Saison im internationalen Geschäft vertreten sein? 91,1 Prozent der abstimmenden Mitglieder beantworteten die Frage mit „ja“.Die noch skeptischen 8,9 Prozent gilt es nun vollends zu überzeugen. Am besten mit Heimsiegen, wozu sich die nächste Gelegenheit an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg bietet. Neun Spieltage vor Saisonende beträgt der TSG-Vorsprung auf Rang sieben – der erste Rang, der am Saisonende eventuell nicht für eine Europapokal-Qualifikation ausreichen könnte – schon satte 14 Zähler. Viel spricht dafür, dass die Europa-Frage schon bald zu 100 Prozent beantwortbar ist, nur offen bleibt, in welchem Wettbewerb.

Es droht dem VfL Wolfsburg die Fahrt nach Verl 

Nach Europa wollte eigentlich auch der VfL Wolfsburg, nun drohen statt internationalem Flutlichtglanz Zweitliga-Gastspiele beim SC Verl oder VfL Osnabrück. Ein Neuer soll es richten beim TSG-Gegner. Christian Ilzer ist erst 16 Monate bei der TSG Hoffenheim als Trainer tätig, trifft nun aber bereits zum fünften Mal auf einen Kollegen, der sein Debüt beim Hoffenheimer Gegner gibt.

Dieter Hecking soll den VfL retten. „Da hat sich einiges geändert“, sagt Christian Ilzer über den neuen, alten Kollegen. „Ein sehr erfahrener Trainer, er hat mit dieser Situation nicht das erste Mal umzugehen“, sagt Ilzer über den Trainerwechsel: „Es bedeutet Veränderung, neue Hoffnung, neue Energie.“ Ilzer warnt vorm Vorletzten. „Vom Marktwert her ist das die siebtbeste Mannschaft Deutschlands“, sagt Ilzer. Auch wenn die Tabelle etwas anderes sagt: „Die Mannschaft hat Qualität und hat einen neuen Leitwolf, der sein Bestes versucht.“

Heckings Vorgänger Daniel Bauer hatte sein erstes Pflichtspiel im vergangenen Mai ja kurioserweise auch gegen die TSG Hoffenheim (2:2) bestritten. Zuletzt war Bauer mehr Leidwolf denn Leitwolf. Wolfsburg hat schon vier Punkte Rückstand auf den Relegationsrang 16. „Man merkt schon, dass die Serie in der Rückrunde und der Tabellenplatz an den Spielern nagen“, sagt Dieter Hecking: „Da ist es dann auch nicht damit getan, dass ein neues Gesicht kommt.“

Startet eine neue Hoffenheimer Siegesserie?

Wie bereitet man sich als Gegner auf den neuen Trainer vor, Herr Ilzer? „Man schaut sich Dinge an, die mit der Geschichte des Trainers zu tun haben“, sagt der Österreicher. Und ansonsten gelte es „den vollen Fokus auf unser Spiel, unsere Leistung zu legen.“ Natürlich darf man als Überraschungsritter auch so selbstbewusst sein, anzukündigen: „Wir wollen nicht auf Wolfsburg reagieren, sondern wollen, dass sie auf uns reagieren.“ Rund 25 500 Zuschauer werden am Samstag in Sinsheim dabei sein beim Hecking-Comeback. Ilzer und die TSG möchten eine neue Heimserie starten, nachdem die Siegesserie von Sinsheim ja gegen den FC St. Pauli gerissen war.

Fehlen wird dann der TSG-Seuchenvogel Valentin Gendrey. Der Franzose, vor der Saison eigentlich als klarer Stammspieler für die rechte Seite vorgesehen, fällt erneut mit einer Sprunggelenksverletzung aus. Seine dritte schwere Verletzung innerhalb eines Jahres, weil er sich vorher das Schlüsselbein und den Knöchel gebrochen hatte. „Wir hoffen, er kann die Unglücksspirale so schnell wie möglich verlassen“, sagte Christian Ilzer. Damit er zu 100 Prozent fit ist, wenn die TSG 1899 ab September Europapokal spielt.

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