Gelingt auf dem Hoffenheimer Philosophenweg der neunte Heimsieg in Serie?
Christian Ilzer, Trainer des Bundesligisten TSG Hoffenheim, führt seine Gruppe mit Bedacht durch die Saison. Am Samstag steht das besondere Heimspiel gegen den St. Pauli an.

Christian Ilzer ist alles recht: Dass bis Sonntag noch Winter mit Olympischen Spielen war. Dass es schlagartig Frühling geworden ist. Und sowieso, dass die TSG Hoffenheim nach wie vor in der Sonnenregion der Bundesligatabelle zu Hause ist. „Ich bin kein Mensch, der in Winterdepressionen verfällt, wenn es ein bisschen dunkler, ein bisschen kälter ist“, sagte der Cheftrainer der TSG am Freitag in der Presserunde vor dem 24. Spieltag.
Der 48-Jährige kommt aus der Steiermark. Und als Österreicher hatte er freilich während der Winterspiele den Skisport besonders im Blick. Wobei: „Ich habe alles nur am Rande mitbekommen, weil es mein tagtäglicher Job ist, das Team zu entwickeln, bestmöglich auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.“ Und die nächste Aufgabe heißt: FC St. Pauli – der Tabellensechzehnte ist an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Sinsheimer PreZero-Arena zu Gast.
Christian Ilzers olympischer Moment war das Eishockey-Finale der Männer
Eine olympische Ausnahme habe es allerdings gegeben, verriet Christian Ilzer: „Ich habe das Eishockey-Finale der Männer angeschaut, Kanada gegen die USA, von vorne bis hinten.“ Das auch rechtzeitig genug beendet war, um ein Auge auf den nächsten Gegner zu haben: St. Pauli spielte am Sonntag zu Hause gegen Werder Bremen – und gewann 2:1.
„St. Pauli löst sehr viele Dinge sehr gut im Kollektiv.“
Christian Ilzer
Die Hoffenheim und Ilzer wissen aus eigener Erfahrung: „St. Pauli löst sehr viele Dinge sehr gut im Kollektiv.“ Zu erkennen bei der 0:3-Heimniederlage zu Hause gegen die TSG Mitte Oktober, unübersehbar neun Tage später beim 8:7-Sieg im Elfmeterschießen gegen die TSG in der zweiten Runde des DFB-Pokals.
Der Trainer warnt vor den Gästen aus Hamburg
„Das wird keine einfache Aufgabe“, sagte Christian Ilzer. Aber genau diese Aufgaben, bei denen man gefordert werde und bei denen man sich entwickeln könne, wolle man. So wie beim jüngsten 2:2 beim 1. FC Köln. „Der Punkt war nicht der größte Schritt“, resümierte Ilzer, „aber ein Schritt nach vorne.“
Bevor ein falscher Eindruck entsteht: Die Kraichgauer sind Tabellendritter, die Hamburger Drittletzter. Die TSG Hoffenheim könnte mit dem neunten Heimsieg in Serie den Vereinsrekord ausbauen. Rekorde hörten sich schön an und seien medial gut zu diskutieren, so Christian Ilzer. „Uns soll aber bewusst sein, wie viel Arbeit auf uns wartet, wie viel guten Fußball wir brauchen werden.“
Der Heidelberger Philosophenweg sollte bis Hoffenheim verlängert werden
Guter Ansatz. (Bisher) erfolgreicher Ansatz. Nicht minder weise Ilzer-Worte: „Wir denken nicht in Tabellen, wir denken nicht an Endszenarien, wir denken an den nächsten Schritt.“ Der Heidelberger Philosophenweg, er sollte bis Hoffenheim verlängert werden.
„Wir denken nicht in Tabellen, wir denken nicht an Endszenarien, wir denken an den nächsten Schritt.“
Christian Ilzer
Auf der anstehenden Etappe fehlen Max Moerstedt und Ihlas Bebou verletzt, doch Tim Lemperle, Bernardo, Cole Campbell und frühlingshafter Sonnenschein sind wieder dabei. „Es macht Spaß“, sagte Christian Ilzer noch, „wenn es länger hell ist und das Gras wieder zu grünen beginnt.“ Und die Saison ins letzte Drittel geht. Mit der TSG Hoffenheim auf Europapokalkurs.
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