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Fußball

2:3-Niederlage gegen Tottenham Hotspur: TSG Hoffenheim patzt einfach zu oft

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Bei der Heim-Niederlage in der Uefa Europa League gegen Tottenham Hotspur lassen die Kraichgauer früh entscheidende Gegentore zu. Ein Weiterkommen wird nun immer komplizierter.

Geknickt saß Hoffenheims Adam Hlozek nach dem Abpfiff auf dem Rasen. Seiner TSG droht nach dem 2:3 gegen die Spurs das Aus in der Ligaphase.
Geknickt saß Hoffenheims Adam Hlozek nach dem Abpfiff auf dem Rasen. Seiner TSG droht nach dem 2:3 gegen die Spurs das Aus in der Ligaphase.  Foto: Uwe Anspach

Entscheidend is' auf'm Platz. Altbekannt ist diese Fußballweisheit. Der Hoffenheimer Trainer Christian Ilzer hatte von "Selbstvertrauen" gesprochen, von der "Zuversicht, Spiele gewinnen zu können", von "Rückenwind". Der 3:1-Sieg in Kiel sollte für die TSG Hoffenheim ein nachhaltiges mentales Befreiungserlebnis nach langen Wochen der Sieglosigkeit gewesen sein.

Am Donnerstagabend sah Ilzer aber in der Europa League gegen das national schwächelnde Tottenham Hotspur, dass er es weiterhin mit einer Mannschaft zu tun hat, die zu oft krasse Fehler macht. Beim 2:3 (0:2) im letzten Heimspiel der Ligaphase in der Sinsheimer Arena verpuffte der Impuls von Kiel. In der Defensive gab es früh eklatante Fehler, vorne waren Ilzers Spieler lange zu harmlos. Ein Foulelfmeter, der vielleicht die Wende für die TSG hätte einleiten können, wurde nach einer VAR-Intervention zurückgenommen. Anton Stach traf dann zum 1:2 (68. Minute), David Mokwa spät zum 2:3 (88.).

Son sorgt früh für eine kalte Dusche

Schon nach drei Minuten Spielzeit stand es 0:1. Wie so oft in der langen, langen Hoffenheimer Abwehrpatzer-Leidenszeit wurde es einem Gegner leicht gemacht. James Maddison war der Torschütze für Tottenham. Eine eiskalte Dusche für die TSG war das.

"Auf geht's, ‚Hoffemer Jungs", schießt ein Tor für uns", sangen trotzig die Südkurven-Fans der TSG. Aber es kam ganz anders. Wieder ließen sich die Hoffenheimer beim Verteidigungsversuch dilettantisch übertölpeln. Diesmal traf Heung-Min Son, sein Schuss war noch abgefälscht. Es war in der 22. Minute das 0:2. Danach kam die TSG deutlich besser ins Spiel, zeigte Bemühen, schaffte es im vorletzten Spiel der Ligaphase aber nicht, den für den Verbleib in der Europa League so wichtigen Sieg einzufahren.

TSG kann ihre Chancen nicht verwerten

Beide Trainer hatten mit Personalnöten zu kämpfen. Spurs-Trainer Ange Postecoglu konnte zahlreiche Top-Spieler nicht einsetzen, und auch Christian Ilzer musste wegen Verletzungen, Krankheit oder fehlenden Spielberechtigungen improvisieren. In der Hoffenheimer Startelf tauchte überraschend der eigentlich für überflüssig befundene Tscheche David Jurasek als Linksverteidiger auf. Die Ersatzbank wurde von zahlreichen Nachwuchsspielern aufgefüllt.

Weil die offensiven Winter-Zugänge Gift Orban und Erencan Yardimci in der Europa League nicht eingesetzt werden durften, spielte Max Moerstedt als Hoffenheimer Spitze. Er vergab in der 28. und 40. Minute zwei Chancen zum 1:2-Anschlusstreffer. Auch Tom Bischof (33.) und Finn Ole Becker in der Nachspielzeit der ersten Hälfte brachten den Ball nicht im Tor des Premier-League-Clubs unter. Auch die ersatzgeschwächten Londoner ermöglichten gegnerische Möglichkeiten. Nur fehlte es den Hoffenheimern an den erforderlichen Knipser-Fähigkeiten.

VAR nimmt Foulelfmeter zurück

Pech kam hinzu. In der 55. Minute scheiterte Andrej Kramaric an der Torlatte. Die TSG machte nach der Pause viel Druck, rannte stetig an. Als Kramaric schon zum vermeintlichen Foulelfmeter bereitstand (Torwart Brandon Austin gegen Moerstedt), wurde die Entscheidung von Schiedsrichter Morten Krogh zurückgenommen (64.); doch keine strafwürdige Attacke.

Immerhin, gleich darauf gab es das ersehnte und hochverdiente Hoffenheimer Anschlusstor, als Anton Stach zum 1:2 traf (68.). Mit dem 3:1 durch Heung-Min Son (77.) war jedoch wieder der alte Abstand hergestellt. Der eingewechselte David Mokwa sorgte schließlich für das 2:3 (88.). Zu spät. Die TSG Hoffenheim offenbarte auch am Donnerstagabend zu viele Schwächen, hinten wie vorne.


TSG 1899 Hoffenheim: Baumann - Kaderabek, Akpoguma, Nsoki, Jurásek - Stach (78. Mokwa), F. O. Becker - Bischof (80. Chaves), Kramaric, Hlozek (80. Micheler) - Moerstedt.

Tottenham Hotspur FC: Austin - Porro, Dragusin, B. Davies, Gray - Bergvall, Bentancur - Kulusevski, Maddison (89. Olusesi), Richarlison (56. Moore) - H.-M. Son (79. Lankshear).

Schiedsrichter: Morten Krogh (Dänemark).

Tore: 0:1 (3.) Maddison, 0:2 (22.) H.-M. Son, 1:2 (68.) Stach, 1:3 (77.) H.-M. Son, 2:3 (88.) Mokwa.

Zuschauer: 30.150 (ausverkauft).

Gelbe Karten: Akpoguma (1) / -.

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