17 Mal versucht, nur einmal hat es mit dem Sieg geklappt: Hoffenheimer Gastspiele beim FC Bayern
Am Sonntag reist die TSG Hoffenheim als Tabellendritter nach München. Grund genug für den Blick zurück auf fünf besondere Gastspiele beim FC Bayern München.

Tatsächlich volljährig wird das Bundesliga-Duell FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim an diesem Sonntag (17.30/DAZN), es ist der 18. Liga-Auftritt in München, wenn die Kraichgauer als Überraschungsdritter beim Tabellenführer antreten. Ein Blick zurück.
Das erste Mal: Die Augen von Fußball-Deutschland und in 168 anderen Ländern waren an jenem Dezember-Freitagabend 2008 auf die Münchener Arena gerichtet. Als Tabellenführer gastierte die TSG am 16. Spieltag ihrer ersten Bundesliga-Spielzeit beim Rekordmeister. Das erste Aufeinandertreffen wurde von gewaltigem, medialem Ballyhoo begleitet. Verbale Giftpfeile inklusive: „Wenn Sie flotte Sprüche hören wollen, müssen Sie nach München fahren. Wenn Sie flotten Fußball sehen wollen, sind Sie in Hoffenheim richtig“, sagte TSG-Trainer Ralf Rangnick vor dem Gastspiel des Ersten beim Zweiten. Hoffenheim führte durch Toptorjäger Vedad Ibisevic, die Bayern schlugen spät zurück und gewannen 2:1. Meister wurden weder die TSG (am Ende Siebter), noch die Bayern (2.), sondern der VfL Wolfsburg.
Ein Debakel 2012 hinterlässt schmallippige Hoffenheimer Verlierer
Die heftigste Abreibung: Die bis heute höchste Niederlage der TSG-Bundesligageschichte in der Fremde setzte es in München. Das 1:7 in München im März 2012 hinterließ schmallippige TSG-Profis. „Scheiße“ (Tobias Weis), „peinlich“ (Jannik Vestergaard), „blamabel“ (Sebastian Rudy) war vor allem die erste Hälfte mit einem 0:5. „Wir hatten wohl einfach zu viel Respekt, zu viel Angst“, sagte Innenverteidiger Jannik Vestergaard: „0:5 zur Halbzeitpause. Da lacht ganz Deutschland über dich.“ Ernst Tanner, der damalige Manager, ein Blauer durch und durch, sagte: „So hoch haben wir mit der Löwen-Jugend nie gegen die Bayern verloren.“
Der erste Punkt: Im sechsten Anlauf zum ersten Punktgewinn, mit einem 3:3 durchaus spektakulär. Am 28. Spieltag der Saison 2013/14 waren die Bayern um Trainer Pep Guardiola noch unbesiegt, die Hoffenheimer machten es den 17 anderen Teams aber vor, wie man in München punktet. „Diese Bayern sind wie eine spanische Saftorange zu behandeln. Man muss kräftig pressen, um zu einem akzeptablen Ergebnis zu kommen“, stand in dieser Zeitung nach dem Hoffenheimer 3:3 zu lesen. „Wir haben sie ja bereits an deren Fünfmeterraum attackiert“, freute sich TSG-Manager Alexander Rosen. Eine 19 Spiele währende nationale Siegesserie des Rekordmeisters fand ein Ende, weil Sejad Salihovic und Roberto Firmino aus einem 1:3-Rückstand noch ein hochverdientes 3:3 für die TSG machten.
Die Sternstunde des Sargis Adamyan bei einzigen TSG-Auswärtssieg
Der einzige Sieg: 46 Bundesligaspiele hat Sargis Admayen für die TSG Hoffenheim bestritten. Dieses eine, das erste von Beginn an, ist in Erinnerung geblieben. An jenem 5. Oktober 2019 sorgten die zwei Tore des Armeniers für den ersten und bisher einzigen Sieg der TSG Hoffenheim bei den Bayern. In der Woche davor nahm sich Abwehrchef Benjamin Hübner den Teamkollegen Adamyan im Training zur Seite. „Hör her“, sprach Hübner: „Es wäre gut, wenn du gegen die Bayern mal einen Doppelpack machst. Da machst du schön auf dich aufmerksam.“ Gesagt, getan. Sein Trikot tauschte der Hoffenheimer Mann des Tages damals nicht ein. „Das erhält einen Ehrenplatz, gerahmt. An der Wand. „Das hänge mir daheim auf“, sagte Adamyan. Der 32-Jährige spielt mittlerweile für den 1. FC Köln II in der Regionalliga.

Die markigsten Worte: Gerade mal etwas mehr ein Jahr ist vergangen, seit Andrej Kramaric nach dem 0:5-Debakel Mitte Januar 2025 bei den Bayern zu seiner Generalabrechnung mit seinem Arbeitgeber ansetzte: „Ich fühle eine große Scheiße im Club“, sprach der Rekordtorschütze damals. „Wenn ich die Wahrheit sagen würde und einige Dinge, die mir über den Verein und die momentane Situation durch den Kopf gehen, werde ich wahrscheinlich die größte Strafe in der Geschichte der Bundesliga bekommen“, erklärte Kroate. Die TSG wurstelte sich zum Klassenerhalt und ist nun eine echte Erfolgseinheit. „Letztes Jahr war eine komplett andere Geschichte“, sagt der 34-Jährige mit dem Blick zurück auf das 0:5 damals.
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