Öhringens Philipp Schropp (links) grätscht gerade noch in einen Schuss von Ilshofens Aaron Rüger, sonst wäre der Ball ganz gefährlich auf den Kasten von TSG-Torwart Len Brutzer gekommen.
Foto: Ralf Seidel
In Spiel eins nach dem Abgang von Tobias Weis als Trainer der TSG Öhringen hat der Hohenloher Landesligist ein 2:2 (1:1) gegen den Tabellennachbarn TSV Ilshofen erkämpft. „Für einige Spieler war der Abschied von Tobi Weis natürlich ein Schock“, sagt Volkan Demir. Der bisherige Co-Trainer des ehemaligen deutschen Nationalspielers übernahm vorerst zusammen mit dem Sportlichen Leiter Mert Sipahi die Verantwortung an der Seitenlinie der Öhringer. „Die Reaktion der Mannschaft war richtig gut, darauf können wir aufbauen“, erklärt Demir. Und Sipahi ergänzt: „Die Jungs haben unter der Woche zwei Mal überragend trainiert – und auch heute einen Kampf hingelegt. Ilshofen hatte zwar mehr Ballbesitz. Aber es war ein schöner Punktgewinn, damit können wir zufrieden sein.“
Wie es jedoch weitergeht, steht noch in den Sternen. Die beiden setzten sich nach der Partie mit Abteilungsleiter Michael Carle zusammen. Eine Entscheidung soll spätestens bis Dienstag fallen. „Vermutlich machen wir aber erst mal bis Saisonende weiter“, sagt der derzeit verletzte Sipahi. „Wenn der Verein möchte, stehe ich zur Verfügung.“ Demir möchte dagegen noch nicht darauf verzichten, selbst wieder als Stürmer aufzulaufen. „Ansonsten: warum nicht?“, sagt er. Klar ist: Im Sommer übernimmt Thomas Kettner die TSG.
Zwei emotionale Momente
Das Spiel gegen Ilshofen begann gleich mit zwei emotionalen Momenten. In der dritten Minute hätte beinahe Yannick Jankowski seinen Schlussmann Len Brutzer in Bedrängnis gebracht. Der TSG-Kapitän köpfte einen langen Einwurf von Moritz Lindner nur Zentimeter neben den eigenen Pfosten. Im direkten Gegenzug schob Lorik Makolli zum 1:0 für die Gastgeber ein (4. Minute) – sein 17. Saisontor.
Die Gäste ließen sich durch den frühen Rückstand aber nicht beirren. Doch nach zehn Minuten verhinderten die Öhringer im Kollektiv einen Einschlag gegen erst Jonas Lausenmeyer und dann Maximilian Krieger. Ein Freistoß von Nico Layer ging klar vorbei (20.). Und bei einem Schuss von Lindner aufs kurze Eck war Brutzer zur Stelle (26.). „Aufgrund der schlechten Ergebnisse seit der Winterpause sind wir nicht mehr vorne draufgegangen wie bisher, sondern haben uns etwas zurückgezogen und wollten kompakter stehen“, berichtet Demir.
Öhringen mit drei fast 100-prozentigen Chancen
Mit einem Freistoß von Mihail Darii, der abgefälscht klar drüber ging, begann die beste Phase der Öhringer. Doch erst brachte Simon Wilske den Ball bei einer Doppelchance nicht an TSV-Torwart Luis Rohn vorbei. Zunächst scheiterte der Öhringer Mittelfeldspieler am langen Bein von Rohn. Beim Nachschuss bekam der auf dem Boden sitzende TSV-Schlussmann einen Arm schnell genug in die Höhe (30.). Zwei Minuten später scheiterte Jemal Hergüngezer an Rohn (32.). „Wenn wir die gemacht hätten, wäre es 3:0 gestanden. Denn gewinnen wir vielleicht mit 5:1“, sagt Sipahi.
Doch wie aus dem Nichts kamen die Gäste vor der Pause noch zum Ausgleich. Lindner schickte Nevio Teixeira, der den Ball scharf vor den Kasten von Brutzer brachte, wo Krieger einschob (44.).
Nach dem Seitenwechsel war von den Öhringern aber erst einmal überhaupt nichts mehr zu sehen. Das Mittelfeld mit Wilske und Alex Cosentino hing komplett in der Luft. Bälle wurden aber auch so unsauber aus der Abwehr herausgespielt, dass die beiden genauso wenig wie die Flügel Jonas Stegmeier und Makolli eine Chance hatten, den Ball zu halten. Dementsprechend kam auch bei Darii und Hergüngezer in der Spitze kaum ein Ball an.
Teixeiras Genialität
Die Ilshofener konnten daraus allerdings nicht wirklich Kapital schlagen. Es benötigte die Genialität von Teixeira, um gefährlich vor den Kasten von Brutzer zu kommen. Dann aber mit einem Paukenschlag. Der Linksverteidiger des TSV ließ drei Öhringer wie fest im Boden verankerte Slalomstangen stehen und legte auf Jonas Lausenmeyer zurück, der von der Strafraumgrenze zum 2:1 traf (64.).
Schiedsrichter: Mirko Borjanovic (Betzingen), Maximilian Hügel, Benedikt Baßler.
Knapp eine Viertelstunde später hätte Krieger den Sack für die Ilshofener zumachen können. Bei einem langen Abschlag von Rohn verschätzte sich TSG-Innenverteidiger Jankowski, so dass Krieger alleine auf Brutzer zulief. Der TSG-Schlussmann spielte aber mit und verkürzte den Winkel (78.). Im Gegenzug unterlief ein ähnlicher Fehler wie Jankowski auch Ilshofens Max Burkhard. Er unterschätzte eine Flanke. Diese machte Makolli wieder scharf, und am langen Pfosten drückte Samuel Helming den Ball zum 2:2 über die Linie (78.).
In der Schlussphase wurde die Partie immer hektischer. Nach einem kleinen Handgemenge sah Jankowski noch Gelb-Rot (90.+1).
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