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TSG Öhringen ärgert den Spitzenreiter Löchgau nicht

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Nach der 0:4-Niederlage beim FV Löchgau geht der Blick der TSG Öhringen in der Landesliga-Tabelle nicht mehr nach oben.

Öhringens Torhüter Len Brutzer greift zu. Dennoch hat die TSG beim Landesliga-Tabellenführer FV Löchgau mit 0:4 verloren.
Foto: Marc,Schmerbeck
Öhringens Torhüter Len Brutzer greift zu. Dennoch hat die TSG beim Landesliga-Tabellenführer FV Löchgau mit 0:4 verloren. Foto: Marc,Schmerbeck  Foto: Marc,Schmerbeck

Etwas ratlos lief Justin Scholl in Richtung Kabine. Er fühlte sich ungerecht behandelt, mit einem ungerechtfertigten Platzverweis versehen. „Mein Gegenspieler zieht mich am Arm nach hinten, und ich will mich einfach nur abfangen“, schilderte er seine Sicht der Dinge. Beim Versuch, nicht hinzufallen, zog er sein Bein hoch und streifte in der 51. Minute seinen Gegenspieler an der Wade – eine völlig normale Bewegung.

„Der Schiedsrichter meinte, ich hätte nachgetreten“, sagte er fast schon etwas verzweifelt. Scholl musste genau in der Phase vom Feld, als die TSG Öhringen bei der 0:4-Niederlage beim Landesliga-Spitzenreiter FV Löchgau nach der Pause mutiger wurde und besser im Spiel war als vorher.

Platzverweis ist nicht ausschlaggebend für die Öhringer Niederlage

Hinterher habe sich der Schiedsrichter bei ihm für den Platzverweis entschuldigt, sagte TSG-Trainer Tobias Weis. Dass es 0:4 hieß, ist aber nicht auf den Platzverweis zu schieben, der es der TSG beim Stand von 0:1 aber deutlich schwerer gemacht hat. Kurz darauf hätte Tobias Weis gerne einen Handelfmeter für seine Mannschaft gesehen. „Ich sage das selten – gerade bei Hand. Aber sein Arm geht klar raus“, meinte Weis zu der unübersichtlichen Situation im Löchgauer Strafraum. „Das wäre vermutlich das 1:1 gewesen. Und im Gegenzug kassieren wir das 0:2.“ Dieses hatten sich die Hohenloher durch einen Ballverlust allerdings selbst zuzuschreiben.

„Das war eigentlich unser Endspiel“, sagte Tobias Weis, der nun kaum noch eine Möglichkeit sieht, in den Kampf um die ersten beiden Plätze einzugreifen.

Öhringen wartet zunähst ab

Doch von vorne. Öhringen wartete zunächst vornehm ab und überließ den Gastgebern den Ball. Löchgau kombinierte auch recht ordentlich, fand zunächst aber kaum Lücken – so hatte es sich Tobias Weis auch vorgestellt. „Wir haben in den ersten 20 Minuten wenig zugelassen“, sagte der TSG-Trainer. Doch der FVL kam mit zunehmender Spielzeit immer gefährlicher in Richtung Strafraum. Die Gastgeber hatten im Mittelfeld etwas zu viel Platz.

FV Löchgau: Dobler, Feufel, Andric, Delkos, Wiens, Yumurtaoglu, Panic, Keseroglu, Hamann, Krieger, Bittner.

TSG Öhringen: Brutzer, Provvido, Makolli, Scholl, Stegmeier, Ceesay, Jankowski, Wilske, Cosentino, Helming, Schropp.

Tore: 1:0 Hamann (34.), 2:0 Delkos (62.), 3:0 Yumurtaoglu (64.), 4:0 Panic (72.).Schiedsrichter: Stephan Nerlich. Zuschauer: 130.

Den ersten Aufreger gab es in der 19. Minute, als ein Rückpass von Philipp Schropp etwas zu kurz geriet, Torhüter Len Brutzer aber gerade noch an der Strafraumkante gegen Furkan Yumurtaoglu rettete. Acht Minuten später war Brutzer erneut gefragt, als Benjamin Hamann am langen Pfosten zum Kopfball kam. Das 1:0 fiel dann in der 34. Minute. Erst klärten die Öhringer neun Meter vor dem Tor mit vereinten Kräften noch, der Ball landete dann allerdings bei Hamann, der traf.

TSG setzt zu selten Nadelstiche im Spiel nach vorne

Bis dahin hatte die TSG Öhringen zu selten Nadelstiche nach vorne setzen können. Ein Freistoß von Luca Provvido (36.) verfehlte das Tor weit. Lorik Makolli kam schließlich nicht am Löchgauer Schlussmann Leon Dobler vorbei (40.). So ging es mit dem 1:0 in die Pause. „Was mich ärgert, ist, dass wir nicht mutig genug waren. Wir wollten das Spiel nach vorne schon etwas anders angehen“, sagte Tobias Weis.

Die Niederlage in dieser Höhe tut weh

Mut zeigten die Öhringer auch – bis nach dem Platzverweis. Denn mit dem 2:0 durch einen Fernschuss von Komninos Delkos (63.) erlahmte der Widerstand, der FVL bekam Räume. Dies offenbarte das 3:0 zwei Minuten später. Nach einem Angriff über links schloss Yurmataoglu in der Mitte ab. Damit nicht genug. Mladen Panic erhöhte auf 4:0 (72.). „Das tut weh“, meinte Kapitän Yannick Jankowski.

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