Bloß kein Blackout wie in Leipzig: TSG Hoffenheim gegen FSV Mainz unter Erfolgsdruck
TSG Hoffenheim muss im Kampf um die Champions-League-Plätze daheim gegen Mainz die Trendwende schaffen.

Kraft- und saftlos präsentierten sich die Profis der TSG Hoffenheim vor der Bundesligapause beim 0:5 in Leipzig. Ähnlich ging es auch bei der Pressekonferenz am Freitagnachmittag in Zuzenhausen zu. „Ich hoffe, wir haben dieses Energie- und Stromproblem gegen Mainz nicht“, sagte TSG-Trainer Christian Ilzer über die Dunkelheit auf dem Podium bei der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den FSV Mainz 05.Raus aus dem Dunkel, zurück ins Licht, das soll das Hoffenheimer Motto sein, wenn der Saisonendspurt in der Bundesliga beginnt. Es wird ein Endspurt voller Spannung.
Aktuell punktet Mainz wie ein Champions-League-Team
Nach fünf Spielen mit nur einem Hoffenheimer Sieg und mageren fünf Zählern muss dringend die Trendwende her im Kampf um die Champions- League-Plätze. Das wird nicht leicht gegen den formstarken FSV Mainz, der unter Urs Fischer geradezu mit Siebenmeilenstiefeln aus dem Tabellenkeller marschiert ist.„Wenn man die Rückrunden-Tabelle anschaut, dann sind die Mainzer Vierter und ein Champions-League-Team“, sagt Christian Ilzer. Auf jenem vierten Rang würden die Kraichgauer gerne nach 34 Spieltagen in der Abschlusstabelle stehen. Er wäre gleichbedeutend mit dem Einzug in die finanziell so lukrative Champions League. „Jetzt ist Erntezeit. Die Tabelle gewinnt an Bedeutung“, sagt Ilzer vor dem Heimspiel, zu dem etwa 28.000 Zuschauer erwartet werden. Rund 4.500 davon kommen aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz.Internationale Erntezeit stand für einige TSG-Profis in dieser Woche den WM-Playoffs an. Das Ganze war eine Veranstaltung, die für Trainer Ilzer unter der Devise stand: „Blut, Schweiß und Tränen.“
Hajdari mit 16 Stichen genäht
Er verwies auf die 16 Stiche, mit denen ein blutender Cut überm Ohr des Kosovaren Albian Hajdari genäht werden musste. Der Schweiß, er floss besonders stark bei den beiden Tschechen Vladimir Coufal und Robin Hranac, die sich nach 120 Minuten gegen Dänemark das WM-Ticket sicherten. „Vladimir ist 16, 17 Kilometer gelaufen“, sagte Ilzer.Und dann waren da eben Tränen der Freude bei den WM-Fahrern wie dem tschechischen Duo, aber auch bei Ozan Kabak (Türkei). Tränen der Trauer vergossen hingegen die Kosovaren Hajdari und Fisnik Asllani. „Emotional und körperlich war das sehr intensiv“, sagt Christian Ilzer. Gut möglich, dass Dauerspieler und -läufer Vladimir Coufal eine Verschnaufpause erhält. Das Problem daran: Valentin Gendrey – vor der Saison als Stamm-Rechtsverteidiger vorgesehen – fehlt verletzt. Beim jüngsten Test gegen Zweitligist Elversberg durfte Grischa Prömel als Rechtsverteidiger ran. Die wahrscheinlichere Option bei einer Coufal-Verschnaufpause heißt aber Alexander Prass.
Überraschend schnell ist hingegen Leon Avdullahu wieder eine Alternative für den TSG-Kader. Schneller als gedacht ist der Mittelfeldabräumer zurück im Mannschaftstraining. Die Adduktorenverletzung hat er vorzeitig überwunden. Ursprünglich war von einem viel längeren Ausfall ausgegangen worden. „Ein großes Kompliment an die medizinische Abteilung“, verteilte Christian Ilzer. Seine Vorgänger hatten eher immer etwas an den TSG-Medizinmännern zu mäkeln, weil es bei Verletzungen nicht schnell genug ging.
Der Ausfall von Avdullahu schmerzte Hoffenheim besonders beim 0:5 gegen Leipzig. Die Trendwende zum Schlechten hat für Ilzer aber auch andere Gründe: „Wir waren Anfang der Saison eines der effizientesten Teams vor dem Tor, das ist uns ein bisschen abhanden gekommen“, sagt der Österreicher, der am vergangenen Wochenende bei der Familie in der Nähe von Wien ein bisschen mentalen Abstand gewann. Energietanken. Die brauchen sie bei der TSG Hoffenheim in allen Belangen.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare