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Hollenbach-Trainer Reinhard Schenker findet klare Worte zum Auftritt beim FC Denzlingen

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Nach der 3:4-Niederlage beim FC Denzlingen analysiert Reinhard Schenker, Trainer des Fußball-Oberligisten FSV Hollenbach, ganz deutlich die Fehler seines Teams. Es gibt einige Dinge, die sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehen. 


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Eine halbe Stunde lang schien alles nach Plan zu laufen. Der FSV Hollenbach dominierte beim Tabellenletzten FC Denzlingen das Geschehen, führte souverän mit 3:0 – und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Die 3:4-Niederlage beim Schlusslicht der Oberliga Baden-Württemberg fühlt sich für die Hohenloher wie ein Nackenschlag im Abstiegskampf an.

Der Start ist noch so, wie ihn sich die Hollenbacher vorgestellt haben

„Bis zur Unterbrechung war das genau das, was wir uns vorgestellt hatten“, sagte Hollenbachs Trainer Reinhard Schenker nach der Partie. Seine Mannschaft habe „wirklich gut gegen den Ball gearbeitet, den Gegner in der eigenen Hälfte zu Fehlern gezwungen“ und sich zwei Treffer sehenswert herausgespielt.

Mit dem ersten Gegentreffer für die Hollenbacher kippt das Spiel 

Kurz nach der 20 minütigen Verletzungsunterbrechung, weil sich Denzlingens Matthias Eggert die Schulter ausgekugelt hatte, folgte sogar das 3:0 für den FSV Hollenbach durch Sebastian Schiek– ein langer Ball vom Mittelkreis aus, mit der Kapitän den weit herausgeeilten Denzlinger Torhüter übertölpelte.

„Da hast du eigentlich das Gefühl, dass du alles im Griff hast“, sagte Schenker.

Doch mit dem ersten Gegentreffer noch vor der Pause kippte das Spiel. „Im Sechzehner waren wir absolut inkonsequent“, kritisierte der Coach. Statt die Situation entschlossen zu klären, habe man dem Gegner im Gewühl den Abschluss ermöglicht. „Da hat die letzte Bereitschaft gefehlt, das Tor wirklich zu verteidigen.“

Schon nach dem Hinspiel gegen den FC Denzlingen konnten Trainer Reinhard Schenker (rechts) und Co Nicolas Schlegel nicht fassen, was sie von ihrem FSV Hollenbach gesehen hatten.
Schon nach dem Hinspiel gegen den FC Denzlingen konnten Trainer Reinhard Schenker (rechts) und Co Nicolas Schlegel nicht fassen, was sie von ihrem FSV Hollenbach gesehen hatten.  Foto: Schmerbeck, Marc

Gegentore waren für Hollenbach-Trainer Reinhard Schenker zu einfach 

Nach dem Seitenwechsel glich der FC Denzlingen Gastgeber nach zwei Standardsituationen aus. Zweimal konnten die Gastgeber nahezu unbedrängt einköpfen. „Da schauen wir fast nur zu. Das ist im Abstiegskampf zu wenig – eindeutig zu wenig“, fand Schenker deutliche Worte zum Auftritt des FSV Hollenbach. Eine Mannschaft, die so verteidige, spiele „im Mittelfeld um die goldene Ananas – aber nicht um den Klassenerhalt“.

„Da schauen wir fast nur zu. Das ist im Abstiegskampf zu wenig – eindeutig zu wenig.“

Reinhard Schenker

Hollenbach verlor auf einmal Zweikämpfe, zweite Bälle und Kopfballduelle. „Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen“, sagte der Trainer. Und das gegen ein Team, das mit gerade einmal zehn Punkten und 18 Saisontoren am Tabellenende steht. „Da darfst du nach einem 3:0 so ein Spiel nicht mehr verlieren. Das ist für die Oberliga zu wenig“, ärgerte sich Schenker.

Auch die Art und Weise des Auftretens missfiel dem Coach. Schon beim 3:0 habe er kein gutes Gefühl gehabt. „Mir war das ein bisschen zu lustig gefeiert. In unserer Situation ist das nicht angebracht“, sagte Schenker. Im Abstiegskampf brauche es Sachlichkeit und Fokus – keine Selbstzufriedenheit.

Niederlage ist ein Nackenschlag im Abstiegskampf für den FSV Hollenbach

Die Aufarbeitung soll nun im Training folgen. „Standards dürfen wir so nicht verteidigen. Und beim ersten Gegentor müssen wir mit 100-prozentigem Willen klären“, kündigte Schenker an. Gleichzeitig gelte es, die Köpfe wieder hochzubekommen. „Es ist ein ordentlicher Nackenschlag, aber wir sind nicht abgeschlagen. Es ist noch alles aus eigener Kraft machbar.“

Auffällig sei jedoch, dass sich ein Muster beim FSV Hollenbach durchziehe. Nach Führungen lasse die Spannung häufig nach, während man bei Rückständen oft noch einmal Kräfte freisetzen könne. „Das ist eine Frage der Mentalität – und Mentalität ist auch Qualität“, betonte der Trainer. Man könne nicht alles auf Verletzungen oder andere Umstände schieben. „Irgendwann ist es eine Qualitätsfrage.“

Umso bitterer sei der Spielverlauf, weil die Mannschaft nach einer ordentlichen Vorbereitung die Vorgaben zunächst mustergültig umgesetzt habe. „Die ersten 35 Minuten haben die Jungs alles abgerufen, was wir sehen wollten – im Pressing, im Umschalten, mit und gegen den Ball. Und dann fällt mit einer Unachtsamkeit das Kartenhaus zusammen.“

Hollenbach-Trainer Reinhard Schenker stellt Charakter- und Qualitätsfrage

Am Ende stand eine Niederlage, die schmerzt – vor allem, weil sie vermeidbar schien. Für den FSV Hollenbach bleibt im Kampf um den Klassenerhalt keine Zeit, lange zu hadern. Doch die Lehre aus Denzlingen ist klar: Drei Tore Vorsprung sind nichts wert, wenn Konsequenz und Widerstandskraft fehlen.

„Da müssen wir uns auch die Charakterfrage stellen, ob da jeder wirklich dann auch bereit ist, seine Knochen hinzuhalten für den Klassenerhalt und ein bisschen alles auf den Platz zu lassen, was man auf den Platz lassen kann, auch wenn es dann vielleicht mal irgendwo ein bisschen wehtut“, sagte Schenker. „Aktuell bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass wir das Potenzial haben, weil wir es aufblitzen lassen. Es reicht halt nicht über 35 Minuten, sondern es muss schon ein bisschen länger sein.“

Für das kommende Heimspiel am Samstag (28. Februar) gegen den FV Ravensburg, fordert er eine Reaktion: „Wir müssen auf jeden Fall einen Schritt nach vorne machen oder einige Schritte nach vorne machen, wenn wir die Klasse halten wollen, wovon ich aber nach wie vor überzeugt bin, weil wir das Potenzial haben.“

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