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FSV Hollenbach verliert nach 3:0-Führung: Für die einen Drama, für die anderen Wunder

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Fußball-Oberligist FSV Hollenbach verspielt bei Schlusslicht FC Denzlingen eine 3:0-Führung und verliert das erste Pflichtspiel in diesem Jahr mit 3:4. Kein Wunder, dass Ärger und Niedergeschlagenheit beim FSV groß waren. 

Der Ärger musste raus.Oberligist FSV Hollenbach verlor in Denzlingen mit 3:4. Nach einer 3:0-Führung beim Oberliga-Schlusslicht musste FSV-Torhüter Nico Purtscher noch vier mal den Ball aus dem Netz holen.
Foto:Archiv/ Marc Schmerbeck
Der Ärger musste raus.Oberligist FSV Hollenbach verlor in Denzlingen mit 3:4. Nach einer 3:0-Führung beim Oberliga-Schlusslicht musste FSV-Torhüter Nico Purtscher noch vier mal den Ball aus dem Netz holen. Foto:Archiv/ Marc Schmerbeck  Foto: Marc Schmerbeck

Der Trainer suchte die Einsamkeit. Am Kunstrasenplatz in Emmendingen lief Reinhard Schenker erstmal etwas spazieren, musste das Spiel gegen Oberliga-Schlusslicht FC Denzlingen erst etwas verdauen. Derweil griff Karlheinz Sprügel, Manager des FSV Hollenbach, zum Telefon und berichtete niedergeschlagen über ein Spiel „das er mit Worten nicht beschreiben“ könne. „Diese Leistung reicht definitiv nicht für die Oberliga“, ärgerte er sich. „Das ist zu wenig.“

Karlheinz Sprügel ist „fix und fertig“

Der FSV Hollenbach führte in seinem ersten Pflichtspiel des Jahres bereits mit 3:0, um am Ende mit einer 3:4-Niederlage die weite Heimfahrt aus Südbaden anzutreten. So blieb am Ende vor allem Ratlosigkeit. „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, dann kam diese lange Unterbrechung wegen der Verletzung – und danach war gar nichts mehr. Ich kann das noch nicht in Worte fassen“, sagte ein sichtlich niedergeschlagener FSV-Manager Karlheinz Sprügel nach dem Abpfiff. „Ich bin fix und fertig. Nach der Unterbrechung kam gar nichts mehr von uns. Wie kann man nach einem 3:0 noch so verlieren?“

„Ich kann das noch nicht in Worte fassen. Ich bin fix und fertig. Nach der Unterbrechung kam gar nichts mehr von uns. Wie kann man nach einem 3:0 noch so verlieren?“

Karlheinz Sprügel

Der Tag hatte schon unerquicklich begonnen: Mit Luke Knapp und Peter Engelmann mussten sich gleich zwei Hiollenbacher Spieler krank abmelden. „Da hat das Frühstück schon nicht mehr geschmeckt“, sagte Karlheinz Sprügel zu der Hiobsbotschaft. „Aber nichtsdestotrotz, darf dir das nach einer 3:0-Führung gegen den Tabellenletzten nicht passieren.“

Der FSV Hollenbach erwischt einen Traumstart

Dennoch erwischte Hollenbach einen Traumstart. Bereits in der dritten Minute köpfte Hannes Scherer nach einer Flanke zur frühen Führung ein. Denzlingen wirkte unsortiert, während der FSV zielstrebig nachlegte. Nur acht Minuten später erhöhte Niklas Dörr nach einer scharfen Hereingabe von Jonas Limbach auf 2:0. Die Gäste hatten das Spiel im Griff, überbrückten das Mittelfeld auf dem kleinen Kunstrasenplatz schnell und wirkten deutlich präsenter.

Nach einer guten halben Stunde dann der erste Bruch im Spiel: Denzlingens Matthias Eggert kugelte sich die Schulter aus, die Partie musste längere Zeit unterbrochen werden. Eine Szene, die das Spiel offenbar komplett veränderte.

„Diese Leistung reicht definitiv nicht für die Oberliga.“

Karlheinz Sprügel

Zwar traf Sebastian Schiek (45.+11) kurz nach der Fortsetzung spektakulär vom Mittelkreis aus zum 3:0, doch praktisch im Gegenzug gelang Denzlingen durch Hendrik Gehring (45.+13) der erste Treffer. Plötzlich kippte die Partie. Die Gastgeber witterten ihre Chance, während Hollenbach zunehmend die Sicherheit verlor. Mit dem 1:3 ging es in die Pause. „Wir haben auf einmal aufgehört, Fußball zu spielen“, ärgerte sich Sprügel.

Nach dem Seitenwechsel beginnt das Drama für den FSV Hollenbach

Nach dem Seitenwechsel nahm das Drama dann seinen Lauf. Nur zwei Minuten waren gespielt, als Denzlingen nach einer Ecke durch Sebastian Weizel per Kopf verkürzte. „Ich hatte nun befürchtet, dass wir das Spiel noch verlieren“, sagte Sprügel. Hollenbach verlor nun erstmal die Kontrolle, wirkte in den Zweikämpfen einen Schritt zu spät und fand offensiv kaum noch Entlastung. Der Druck der Gastgeber wurde immer größer – und zahlte sich aus: Wieder nach einer Ecke fiel der Ausgleich. Erneut war Weizel (74.) der Torschütze.

Die Partie kippt endgültig und der FC Denzlingen erzielt den Siegtreffer

Gekippt Die Partie war endgültig gekippt. Während der FSV zunehmend auf Schadensbegrenzung bedacht schien, kämpfte Denzlingen mit großer Leidenschaft weiter. Kurz vor Schluss dann der Knockout: Nach einem Ballverlust im Mittelfeld kam Issa Boye aus 20 Metern zum Abschluss und traf zum umjubelten 4:3. „Keiner greift an, und dann haut er einfach drauf“, ärgerte sich Sprügel. „Wir haben zurückgeschraubt – und die haben gekämpft wie die Löwen.“ Und die Gastgeber freuten sich über das „Wunder von Denzlingen“.

FC Denzlingen: Gümpel, Amrhein (81. Ivancic), Cemenchi, Garcia Stein, Ivancic, Rautenberg (87. Haller), Boye, Gehring, Weizel, Eggert (45.+6 Riggemann), Disch (60. Ebel).

FSV Hollenbach: Purtscher, Breuninger, Schülke, Jonas Limbach, Faßbinder, Scherer, Specht (74. Felix Limbach), Gesell, Schiek, Henning (61. Music), Dörr (89. Omerovic).

Tore: 0:1 (3.) Hannes Scherer, 0:2 (11.) Niklas Dörr, 0:3 (56.) Sebastian Schiek, 1:3 (45+13) Hendrik Gehring, 2:3 (47.) Sebastian Weizel, 3:3 (74. Sebastian Weizel, 4:3 (89.) Issa Boye.

Schiedsrichter: Niklas Pfau.

Zuschauer: 100.

Für Hollenbach bleibt nach einer starken Anfangsphase vor allem die Erkenntnis, eine sicher geglaubte Partie aus der Hand gegeben zu haben. Statt eines gelungenen Jahresauftakts steht nun eine ebenso überraschende wie schmerzhafte Niederlage. „Das Leben geht weiter, aber so wird es nicht zum Klassenerhalt reichen. Bei uns hat keiner gemerkt, dass es gegen den Abstieg geht“, ärgerte sich Sprügel.

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