Theologie trifft Fußballstadion: Wie ein fester Glaube Berge versetzen kann
Was in der Bibel steht, konnte man auch erkennen, wenn man die ganz spät perfekt gemachten Siege des FC Bayern und des 1. FC Heidenheim in der Fußball-Bundesliga beobachtete, findet unser Autor.

Nein, man muss keine umfangreichen theologischen Kenntnisse haben, keinen Professorentitel in Religionswissenschaften, um Manuel Neuers Worte zum 3:1 des FC Bayern München gegen den FC St. Pauli einzuordnen. Der Torwart sprach von einem „Sieg des Glaubens“. Luis Díaz (90.+3 Minuten) und Nicolas Jackson (90.+6) erlösten den Tabellenführer mit ihren späten Toren. „Beständig“, so Neuer, war der Münchner Glaube gewesen, die Partie noch zu gewinnen.
Glaubensangelegenheiten sind keine Sache, die die Kirche exklusiv für sich reklamieren kann. Auf den Fußballplätzen dieser Welt spielen feste Überzeugungen ebenfalls eine große Rolle. Auch der 1. FC Heidenheim hat mit zwei späten Treffern einen Sieg eingefahren, bei Union Berlin gelang der Sprung weg vom letzten Tabellenplatz der Bundesliga. Stefan Schimmer erzielte in der 90. Minute den Ausgleich, Jan Schöppner schaffte den Triumph-Treffer (90.+5). „Der Mannschaft muss man ein Riesen-Kompliment aussprechen, dass sie weitermacht, an sich glaubt“, sagte FCH-Trainer Frank Schmidt.
Der Fußballgott ist manchmal ein richtig netter Kerl
Drei Punkte, Gott sei Dank. Ja, der Fußballgott ist manchmal ein richtig netter Kerl. Verantwortlich für himmlische Gefühle. Aber auf der anderen Seite stehen die Verlierer, die ihr teuflisch-böses Schicksal beklagen. „Mal verliert man, und mal gewinnen die anderen“, hat die Trainerlegende Otto Rehhagel einst gesagt. Als „Rehakles“ Griechenland 2004 den EM-Titel bescherte, bekam er gottgleichen Status. Wer hätte an sowas Verrücktes je glauben wollen? Ja, der Glaube kann Berge versetzen. Das steht so in der Bibel. Aber das ist kein rein theologisches Phänomen.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare