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Sollte Deutschland die Fußball-WM 2026 boykottieren?

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Einzelne Politiker haben einen WM-Boykott ins Gespräch gebracht, um US-Präsident Donald Trump etwas entgegenzusetzen. Was spricht dafür? Was dagegen?

Von öha, fhu
US-Präsident Donald Trump (links) erhielt im Dezember den FIFA-Friedenspreis von FIFA-Präsident Gianni Infantino.
US-Präsident Donald Trump (links) erhielt im Dezember den FIFA-Friedenspreis von FIFA-Präsident Gianni Infantino.  Foto: Chris Carlson

„Es braucht schon lange einen klaren und entschlossenen Kurs gegenüber Trump“, sagte zuletzt der CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter. Auch andere Politiker haben einen Boykott des Prestige-Events Fußball-Weltmeisterschaft 2026 als Reaktion auf die aggressive US-Außenpolitik und die diversen Drohungen von Präsident Donald Trump gegen Europa ins Spiel gebracht. Unsere Autoren sind unterschiedlicher Meinung, ob das der richtige Weg ist.  

Pro 

Ein Boykott auf breiter Basis wäre das richtige Anti-Trump-Signal

Von Andreas Öhlschläger 

Anbiedern ist falsch. Das wertet er als Schwäche. Man muss Donald Trump die Laune vermiesen. Nur so kann man dem Ego-Präsidenten der USA klar machen, dass er nicht der Herrscher über die ganze Welt ist. Trump glaubt zwar, alles nach eigenem Gusto bestimmen zu können, so ist es aber nicht.Mit menschlichem Leben darf man nicht zocken, deshalb muss im Hinblick auf die diversen Kriege anders mit Trump umgegangen werden, als wenn es um den Fußball geht. Sicher, die Kickerei ist die schönste Nebensache der Welt. Doch ein entwertetes WM-Turnier wäre ein vergleichsweise leicht zu verschmerzender Verlust, wenn man dem alle bisher gültigen Regeln des zwischenstaatlichen Umgangs sprengenden Trump und seinem willfährigen Diener, FIFA-Boss Gianni Infantino, signalisieren könnte: Macht euren Scheiß doch alleine, wir spielen nicht mit. Ein Boykott auf breiter Basis wäre das richtige Anti-Trump-Signal. Nicht Deutschland alleine, sondern möglichst viele sollten im Sommer weg bleiben. 

Contra

Die DFB-Spieler können nichts dafür, dass die WM in den USA stattfindet

Von Florian Huber 

Es ist nicht die vorrangige Aufgabe des Sports, Donald Trump einzubremsen. Sondern der Diplomatie, der Politik, der Wirtschaft. Die Nationalspieler können nichts dafür, dass der Großteil der WM-Partien in den USA stattfinden. Warum sollte man die DFB-Kicker mit einem freiwilligen WM-Verzicht für etwas bestrafen, für das sie nichts können? Weder haben sie dafür gesorgt, dass der Großteil der WM-Spiele in den USA stattfinden, noch dass der US-Präsident Donald Trump heißt. All dies gilt übrigens auch für die Co-Gastgeber Mexiko und Kanada. Wenn Europa ein Trump-Problem hat, dann ist das – man muss es so hart sagen – ein europäisches Problem. Und keines, das die ganze Welt zwingend teilt. Das war ja bei den vergangenen beiden WM-Turnieren ebenfalls schon erkennbar. Wer 2018 an einer WM in Russland unter Vladimir Putin (Krim-Besetzung 2014!) teilgenommen hat und auch 2022 in Katar (Menschenrechte!) dabei war, der sollte nun nicht aktiv einen WM-Boykott für den Sommer 2026 vorantreiben. 

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