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Reformpläne des WFV sorgen für Baustellen im Bezirk Hohenlohe

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Die Strukturreform des Württembergischen Fußballverbandes bedeutet weiter viel Arbeit für die Mitarbeiter des Fußball-Bezirks Hohenlohe. Der Info-Staffeltag ist für Anfang März geplant.

Die TSG Öhringen und der SV Westheim spielen noch in einem Fußball-Bezirk. In eineinhalb Jahren ist dies Geschichte. Dann wird der Bezirk getrennt. 
Foto: Schmerbeck
Die TSG Öhringen und der SV Westheim spielen noch in einem Fußball-Bezirk. In eineinhalb Jahren ist dies Geschichte. Dann wird der Bezirk getrennt. Foto: Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Was klar ist: Es ist nichts klar. Oder zumindest noch nicht abgesegnet. Die Strukturreform des Württembergischen Fußballverbandes beschäftigt weiter den Fußball-Bezirk Hohenlohe, der ja nur noch eineinhalb Spielzeiten bestehen und dann an die Bezirke Rems-Murr und Unterland faktisch aufgeteilt wird.

Damit die Hohenloher Vereine so viele Plätze in den beiden neuen Bezirksligen wie möglich bekommen - jeweils sechs sind geplant - muss das Spielsystem umgestellt werden, damit eine regionale Verteilung nach der Saison 2023/24 möglich ist. Bleibt es beim bisherigen Modell, könnte es passieren, dass Plätze verloren gehen.

Hohenloher Bezirks-Funktionäre haben beim WFV Vorschläge eingereicht

"Es ist noch Vieles offen", sagt der Bezirksvorsitzende Niko Schwarz. "Deshalb kann ich noch nicht viel sagen. Wir haben Vorschläge gemacht und beim WFV eingereicht." Nächste Woche, so hofft Schwarz, soll das geplante Spielsystem für nächste Saison dann durchgewunken werden. Anfang März - im Idealfall vor dem ersten Rückrundenspieltag - soll es in Hohenlohe dann einen Info-Staffeltag geben.

Denn es könnte auch durchaus noch Auswirkungen auf diese Saison haben - gerade, was Abstieg und Aufstieg anbelangt. Wie genau die Planungen genau aussehen, wollen die Bezirksoberen vor dem Info-Staffeltag aber noch nicht rausgeben, damit keine Spekulationen und Gerüchte aufkommen. "Ich denke, so lange kann man auch noch warten", sagt Schwarz. In dieser Saison sollte sich normalerweise nichts mehr ändern. So bestätigt Bezirksspielleiter Martin Basler, dass es in der Bezirksliga bei einem Absteiger bleibt - denn in der nächsten Saison soll die Bezirksliga aufgestockt werden und mit zwei Staffeln, die dann regional den neuen Bezirken zugeordnet sind, gespielt werden.


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Vereine üben weiter Kritik an der WFV-Strukturreform


Es kann durchaus weniger Absteiger in den A-Ligen geben

Eine ähnliche Idee besteht nun auch für die A-Ligen - durchaus ein sinnvoller Plan, würde es doch den Übergang von drei in zwei Bezirke deutlich erleichtern. Doch genau darüber muss nun noch der WFV befinden. "Eventuell könnte es dann sogar weniger Absteiger in den A-Ligen geben", sagt Basler. "Dann wäre das Jahr darauf aber verschärft."

Niko Schwarz macht auf ein weiteres Problem aufmerksam, mit dem der Bezirk zu kämpfen hat: "Wir wissen gar nicht, wie viele Mannschaften wir wirklich haben." So könnten beispielsweise weitere Spielgemeinschaften in Planung sein. "Außerdem machen wir die Vereine aus dem nördlichen Bereich des Bezirks Sorgen", sagt Schwarz. Dort könnte es passieren, dass das eine oder andere Team im Grenzgebiet zu Bayern oder auch zum badischen Fußballverband versucht, abzuwandern. Wie im Unterland, wo die SG Stetten/Kleingartach einen Antrag auf Verbandswechsel nach Baden gestellt hat.



Der WFV hat kritische Dinge klein gehalten

"So langsam merken die Vereine, was auf sie zukommt", sagt Schwarz. "Das hat der Verband schon clever gemacht." Im Vorfeld der Strukturreform, die immer noch wie am Reißbrett entworfen wirkt und keine praktischen Überlegungen mit einbezogen hat, wurden kritische Dinge so klein wie möglich gehalten. So wurde von den Hohenlohern zuletzt sogar noch versucht, einen Antrag durchzubekommen, dass die Vereine aus dem Bereich Crailsheim zukünftig in Richtung Unterland und nicht nach Rems-Murr spielen - weil die Verkehrsanbindung durch die A6 deutlich besser ist. Der Vorstoß wurde aber erwartungsgemäß abgelehnt. "Ich habe das Gefühl, dass der Verband zwar merkt, dass er einen Fehler gemacht hat", sagt Schwarz, "dies aber nicht zugeben kann."

Der Bezirk Rems-Murr ist für die Hohenloher Vereine zu weit weg

Er und seine Mitstreiter haben in den vergangenen Monaten jedenfalls viele Gespräche geführt, auch mit dem WFV. "Am Ende ist es aber beschlossene Sache und wir versuchen nun das Beste daraus zu machen und auch für unsere Vereine das Beste rauszuholen", sagt er. "Aber eines ist auch klar, wir werden es sicher nicht hinbekommen, dass jeder zu 100 Prozent zufrieden ist. Im Prinzip betreiben wir jetzt einfach Schadensbegrenzung", sagt Schwarz. "Unser Problem ist ja auch nicht das Unterland, zu dem es auch durch die Jugend gute Kontakte gibt. Aber Rems-Murr ist einfach für viele ganz weit weg. Da haben wir keinen Bezug dazu, das geht ja teilweise bereits in den Ludwigsburger oder Stuttgarter Raum. Welchen Bezug hat einer aus Marktlustenau nach Weiler zum Stein oder Oeffingen? Aber das sieht ein Theoretiker wohl anders als ein Pragmatiker."

Und durch eine fehlende Autobahn-Anbindung werden Fahrten vom aktuellen Hohenloher Bezirksligisten Gammesfeld zum Rems-Murr-Bezirksligisten SV Fellbach II nicht gerade Vergnügungsfahrten - schon gar nicht im Herbst oder Winter. Rund zwei Stunden spuckt der Routenplaner aus - wohl gemerkt für ein Bezirksligaspiel.

Beim Spielbetrieb der Reserven gibt es Bestandsschutz

Während es im Bezirk Hohenlohe noch ein Reservespielbetrieb herrscht, gibt es diesen im Unterland noch mit zwei Staffeln, in denen A- und B-Liga-Teams zusammengezogen sind. In Rems-Murr gibt es keine Reserven mehr. "Wir haben aber darüber gesprochen", sagt Niko Schwarz. "Es gibt praktisch Bestandsschutz. In Rems-Murr will man weiter keinen, es wird aber respektiert, wenn die Hohenloher weiter einen haben."

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