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Neue SG Richen/Eppingen: Warum TB Richen und VfB Eppingen kooperieren

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Keine „gewöhnliche Dorf-Spielgemeinschaft“, wenn der kleine TB Richen mit dem großen VfB Eppingen zusammengeht. Für beide Seiten ist aber dennoch eine Win-Win-Situation, sind sich alle sicher.

Michael Schröder (von links), Fabian Ehehalt, Semir Kuralic, Christian Wiedmann, Thomas Uhler und Oliver Späth freuen sich auf die SG Richen/Eppingen.
Michael Schröder (von links), Fabian Ehehalt, Semir Kuralic, Christian Wiedmann, Thomas Uhler und Oliver Späth freuen sich auf die SG Richen/Eppingen.  Foto: Michael Nachreiner

Eine „Win-Win-Situation“ ist die Kooperation zwischen dem TB Richen und dem VfB Eppingen in der neuen SG Richen/Eppingen für beide Seiten, ist sich Fabian Ehehalt sicher. „Wir könnten alleine keine Männermannschaft nach der Aufkündigung der SG Stebbach/Richen durch die Stebbacher stellen, da wir zu wenige Spieler haben“, erklärt der TB-Funktionär, der zusammen mit Alexander Mühling und seinem Bruder Felix Ehehalt die Fußballabteilung leitet.

Und der VfB löse damit zumindest ein Stück weit sein Problem, dass er auf seinem Sportgelände an der Waldstraße in der Kernstadt an die Kapazitätsgrenzen stößt. „Wir können Spielern eine zusätzliche Perspektive geben, denen wir sonst vielleicht hätten sagen müssen, dass sie sich einen anderen Verein suchen müssen“, berichtet Oliver „Mucki“ Späth, Sportvorstand beim Verbandsligisten.

VfB Eppingen gibt Spielern eine Perspektive, die nicht gleich den Sprung zu Aktiven schaffen

Das betreffe vor allem die Spieler, die altersbedingt aus der Jugend herauskommen. „Wir geben nun Spielern, die nicht direkt den Sprung in unsere erste Mannschaft in der Verbandsliga oder unsere Reserve in der Kreisliga schaffen, eine Heimat“, erzählt Späth. „Ich vergleiche das sportliche Heranwachsen immer mit einer beruflichen Ausbildung. Auch da muss man Schritt für Schritt vorgehen. Und bisher mussten wir Spieler, in denen wir Potenzial gesehen haben, die aber noch nicht bereit für die Verbands- oder Kreisliga waren wegschicken.“

Die Hinzugewinnung eines weiteren Sportplatzes, dessen Nutzung noch nicht voll durchgetaktet ist, gebe den VfB-Verantwortlichen dazu die Chance, neue Teams zu melden. „In der A-Jugend haben wir in Zukunft die Möglichkeit, nicht nur eine U 19, sondern auch eine U 18 als zweite Mannschaft spielen zu lassen“, erklärt Späth. Bisher sei das nicht umsetzbar gewesen, weil es an der Waldstraße in Eppingen keine freien Trainingszeiten mehr gegeben hätte.

SG Richen/Eppingen meldet zunächst nur eine Männermannschaft zum Spielbetrieb

Die neue SG Richen/Eppingen meldet aber in der Saison 2026/27 erst einmal nur eine Männermannschaft zum Spielbetrieb. In der Kreisklasse C. Diese setzt sich zur Hälfte aus Spielern des TB Richen zusammen und zur anderen Hälfte aus Spielern des VfB, die in der Verbandsliga-Reserve nicht mehr wirklich zum Zug kommen. „Wir haben rund 20 Spieler im Wort“, sagt Fabian Ehehalt. Der Trainings- und Spielbetrieb findet in Richen statt.

Als Trainer wurde Christian Wiedmann gewonnen. Der 39-jährige Stuttgarter bringt mehrjährige Erfahrung aus dem Jugendbereich mit, stand unter anderem schon beim FSV Waiblingen, beim SGV Freiberg und bei den Stuttgarter Kickers in der Verantwortung. Was ihm am Projekt SG Richen/Eppingen besonders gereizt hat? „Es geht darum, etwas aufzubauen und Spieler zu entwickeln, damit sie höher anknüpfen können“, sagt der neue Coach. Ihm zur Seite steht als spielender Co-Trainer Semir Kuralic. Der 24-Jährige hat zwar noch keine Trainererfahrung, ist aber „bereit, Verantwortung zu übernehmen“.

Trainerteam steht: Christian Wiedmann wird von Semir Kuralic unterstützt

Kuralic war auch mit treibende Kraft, dass die VfB-Verantwortlichen auf den TB Richen zugegangen sind. „Wir sind in der zweiten Mannschaft des VfB als Truppe sehr gut zusammengewachsen. Nach und nach wurde der Kader immer besser, wodurch wir erfolgreich wurden“, erzählt er. Und die Erfolge hätten das Team attraktiver gemacht, es seien weitere gute Spieler hinzugekommen. „Manche Spieler sind dann nicht mehr zum Zug gekommen. Doch wir wollten diesen Zusammenhalt, den wir beim VfB Eppingen II hatten, nicht verlieren. Deshalb kam die Idee auf, eine dritte Mannschaft zu melden“, berichtet Kuralic.

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