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Fußball

Mit Nothelfer Uwe Rapolder kommt die Türkspor-Wende

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Wichtiger Neckarsulmer 4:0-Sieg im Oberliga-Kellerduell beim Tabellen-Vorletzten FSV 08 Bietigheim-Bissingen

Gut gelaunt an der Seitenlinie: Uwe Rapolder am Freitagabend beim klaren 4:0-Sieg von Türkspor Neckarsulm in Bietigheim-Bissingen.
Gut gelaunt an der Seitenlinie: Uwe Rapolder am Freitagabend beim klaren 4:0-Sieg von Türkspor Neckarsulm in Bietigheim-Bissingen.  Foto: Andreas Öhlschläger

Ein Sieg-Faktor beim Coaching-Debüt an der Seitenlinie war Uwe Rapolder schon mal. Ob der frühere Bundesligatrainer Türkspor Neckarsulm zum Klassenerhalt in der Oberliga führen wird, muss sich noch zeigen. Immerhin, ein erster Schritt ist gemacht. Im Kellerduell beim Tabellen-Vorletzten FSV 08 Bietigheim-Bissingen bejubelte Türkspor am Freitagabend einen wichtigen 4:0 (2:0)-Erfolg. Innenverteidiger Koray Kilic per Kopf nach einer Standardsituation (21. Minute) und Stürmer Pascal Sohm (27.) sorgten relativ schnell für beruhigende Tore. Goalgetter Cristian Giles Sanchez (57.) machte mit dem 3:0 endgültig alles klar und erhöhte auf 4:0 (86.).

Ein Anfang ist gemacht 

Immer dramatischer war die Lage für Türkspor zuletzt geworden. Fünf Niederlagen in Folge hatte es für das Neckarsulmer Team gesetzt, darunter das erschreckende Heim-3:4 gegen das Oberliga-Schlusslicht FC Denzlingen. Beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen schaffte die Mannschaft mit Routinier Uwe Rapolder an der Seitenline eine Wende. Die muss nun aber nachhaltig sein. Rapolder werde „bis zum Ende der Saison als Mannschaftsverantwortlicher an der Seitenlinie stehen und das Team vom Spielfeldrand aus coachen“. Cheftrainer bleibe weiterhin Julian Grupp, „der aktuell als lizenzierter Trainer fungiert und wie gewohnt auf dem Platz agieren wird“, das stellten die Türkspor-Verantwortlichen vor dem Anpfiff klar.

Grupp konzentrierte sich in Bissingen auf seine Aufgabe als zentraler Mittelfeld-Mann vor der Abwehrkette. Die taktischen Anweisungen kamen von Uwe Rapolder. „Hoch bleiben, hoch“ - „Da musst du Druck machen“ - „Hingehen jetzt!“ Der 67-Jährige hatte Türkspor seit Jahresbeginn als Berater unterstützt. Einst führte er Arminia Bielefeld in die Fußball-Bundesliga und trainierte dort auch den 1. FC Köln.

Eine Zigarre vor Stadioneingang 

Vor dem Anpfiff hatte der weißhaarige Routinier die Spieler weitgehend in Ruhe gelassen. Die Vorgaben waren gemacht, Rapolder gönnte sich am Stadioneingang eine Zigarre. Äußerlich war er ganz ruhig. Als Profitrainer hat der Zabergäuer aber auch schon sehr, sehr viel erlebt. Gutes wie Schlechtes. Im Spielerkreis auf dem Platz war es dann Türkspor-Kapitän Kevin Rombach, der den Ton setzte. „Da brauchst du einfach mal Eier!“, rief der Neckarsulmer Torwart den Teamkollegen zu. Anders auftreten als zuletzt, das war die klare Devise: „Seit sechs Wochen eiern wir rum. Jetzt aber mal Vollgas!“, hieß es von Rombach in die Runde.

Am Ende wurde es beim 4:0 der erhoffte Befreiungs-Sieg für Türkspor Neckarsulm. Die Negativserie ist beendet. Aber es war am Freitagabend in Bissingen nur ein Schritt zur Besserung. Die Rivalen in der roten Zone der Oberliga-Tabelle können an diesem Samstag noch punkten. Im Kellerduell profitierte das nun nach oben gekletterte Team auch von der Schwäche des Gegners. Die Nullachter hatten sehr wenig fußballerische Qualität anzubieten. Uwe Rapolder hatte auf der Bank früh erkannt: „Die können nichts. Das müssen wir gewinnen.“ 

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