Manuel Neuer hat die Zweifel an seiner Person widerlegt
Manuel Neuers 20. EM-Spiel soll kein Schlusspunkt werden: Mit starken Paraden hat der 38-Jährige der Kritik vor dem Turnierstart getrotzt.

Er weiß genau, was passieren würde, sollte ihm ein schwerer Torwartpatzer unterlaufen. Manuel Neuer hat es erlebt, das ist gar nicht lange her. Aber dieses Wissen hat den 38-Jährigen bei der Europameisterschaft nicht verunsichert. Auch im Viertelfinalduell mit Spanien an diesem Freitag (18 Uhr/ARD und Magenta TV) wird es darauf ankommen, dass die deutsche Mannschaft einen stabilen Torwart zwischen den Pfosten stehen hat, im Idealfall sogar einen herausragend guten Keeper.
Neuer bescheinigt der DFB-Elf Titelreife
Manuel Neuer hat am Montag in einem Interview betont, das DFB-Team sei "reif für den EM-Titel". Man werde "alles reinwerfen, um erfolgreich zu sein". Alle Energie und Leidenschaft, alles Können. Er persönlich wird sich im Stuttgarter Stadion einige Male gekonnt hinwerfen müssen, um Chancen der Spanier zu entschärfen. 35 Torschüsse wurden bei deren 4:1-Sieg im Achtelfinale gegen Georgien gezählt. Okay, das war ein krasser Außenseiter. Aber beim spanischen Vorrunden-1:0 gegen Italien waren es 20 Torschüsse. Da kann auf Neuer richtig viel zukommen.
Umso wichtiger ist es für den Schlussmann des FC Bayern München, dass die Defensivformation vor ihm zuverlässig ihren Job macht. Nach dem 2:0-Sieg im EM-Achtelfinale gegen Dänemark lobte Neuer die deutschen Verteidiger, lachend stand er in der Interviewzone der Dortmunder Arena und sagte zufrieden: "Jetzt versuchen wir, diesen Schwung mitzunehmen."
In ganz wichtigen Momenten war der Keeper zur Stelle
Zu-null-Spiele sind für einen Torwart immer eine schöne Sache. Lange Zeit war er von den Dänen nicht ernsthaft gefordert worden, als aber kurz vor der Halbzeitpause Mittelstürmer Rasmus Höjlund frei vor ihm auftauchte, wurde Manuel Neuer zum Retter. Schon beim 2:0 gegen Ungarn und beim 1:1 gegen die Schweiz hatte der Keeper mit Weltklasseparaden geglänzt. Einen Freistoß von Dominik Szoboszlai - gehalten. Einen Distanzkracher von Granit Xhaka - gehalten. Starke Szenen in ganz wichtigen Momenten.
Super-Manu - darauf hat der Bundestrainer gesetzt. Als Neuer bei der EM-Generalprobe gegen Griechenland (2:1) vor dem 0:1 gepatzt hatte, wie schon zuvor in einigen FC-Bayern-Spielen, tat Julian Nagelsmann alles, um im Basta-Stil eine Debatte kleinzuhalten, die den Start ins Heim-Turnier sehr zu belasten drohte. "Ich lasse keine Diskussion aufkommen", sagte Nagelsmann. "Er hat mein Vertrauen." Grundsätzlich sollte "jeder Deutsche ein Interesse daran haben, dass jeder Spieler gefestigt und stabil spielt".
Nach der EM will Neuer über einen Rücktritt nachdenken
Manuel Neuer wird im Duell mit den Spaniern das 20. EM-Spiel seiner Karriere bestreiten. Kein Torwart irgendeiner anderen Nation hat so viele Europameisterschafts-Partien bestritten. Sollte die deutsche Mannschaft verlieren, wäre es der letzte EM-Auftritt im Leben von Neuer. Er ist der Älteste im Kader.
Aber der 38-jährige Torwart will beim Heim-Turnier noch zwei weitere Spiele bestreiten, das Halbfinale und das Finale. Er will den Titel holen. Weltmeister ist Manuel Neuer 2014 geworden, Europameister war Deutschland zuletzt 1996. Da war der Torwart-Oldie von heute gerade mal zehn Jahre alt. Bei der WM 2026 in Mexiko, Kanada und den USA wäre er 40. Die Rücktrittsfrage hat Neuer erst kürzlich gestellt bekommen. Seine Antwort: "Ich werde mir meine Gedanken nach dem Turnier machen." Nach dem Berliner Endspiel am 14. Juli?
Bislang hat Manuel Neuer 123 Länderspiele bestritten. Sehr viele sehr gute. Wenige wirklich schlechte. In seiner persönlichen Plus-Minus-Statistik soll an diesem Freitag in Stuttgart ein weiterer positiver Fußballabend dazukommen. Darauf setzt auch der Bundestrainer.
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